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Mexican - Eine heiße Liebe

(The Mexican, 2001)

Dt.Start: 16. August 2001 Premiere: 02. März 2001 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Action, Komödie, Romanze
Länge: 123 min Land: USA
Darsteller: Brad Pitt (Jerry), Julia Roberts (Samantha), James Gandolfini (Leroy), J.K. Simmons (Ted), Bob Balaban (Nayman), Sherman Augustus (Auftragskiller), Michael Cerveris (Frank), Richard Coca (Autodieb), David Krumholtz (Beck), Castulo Guerra (Joe), Mayra Serbulo (Emanuelle), Salvador Sánchez (Büchsenmacher), Alan Ciangherotti (Assistent), Melisa Romero (Tochter), Ernesto Gomez Cruz (Tropillo)
Regie: Gore Verbinski
Drehbuch: J.H. Wyman


Inhalt

Der tollpatschige Jerry soll im Auftrag von Gangsterboss Margoles nach Mexico fliegen, dort eine wertvolle Pistole namens "The Mexican" in Empfang nehmen und das gute Ding über die Grenze schmuggeln. Da Jerry seiner Freundin Samantha jedoch kurz zuvor versprach, sich aus weiteren miesen Geschäften herauszuhalten, ist diese stinksauer und macht sich allein auf den Weg nach Las Vegas.
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Kritik

Mexican - Eine heiße Liebe hat eine Wertung von 72%

Ursprünglich sollte Mexican - Eine heiße Liebe ein kleiner Independent Streifen werden. Doch plötzlich wurden Julia Roberts und Brad Pitt, zwei der derzeit beliebtesten und bestbezahltesten Hollywood Stars auf das ungewöhnliche Script aufmerksam. Da die beiden bereits vor Jahren schon den Wunsch äußerten, einmal miteinander arbeiten zu wollen, es aus den verschiedensten Gründen jedoch nie geschafft haben, war ihr gemeinsames Interesse an dem Drehbuch zu Mexican - Eine heiße Liebe fast so etwas wie ein Wink des Schicksals. Für eine aussergewöhnliche Geschichte und die Möglichkeit endlich einmal zusammen vor der Kamera zu stehen, verzichteten die beiden sogar auf die für sie üblichen Gagen. Als Regisseur verpflichtete man Gore Verbinski, den Mann der den berühmten Budweiser Werbespot mit den Fröschen inszenierte und der in seinem Spielfilmdebüt 1997 ein paar Menschen auf Mäusejagd schickte.

Mit der Zusage der beiden Hollywood Stars hatten die Produzenten des Films jedoch ein gewaltiges Problem, da sie Mexican - Eine heiße Liebe nun nicht mehr als Independent Streifen vermarkten konnten. Die Story war zwar immer noch recht ungewöhnlich, doch mit Julia und Brad an Bord würde der Film unweigerlich andere Formen annehmen und außerdem die Erwartungshaltung des Publikums verändern. Das Drehbuch sah für die beiden Hauptdarsteller nur wenige gemeinsame Szenen vor und es war allen Beteiligten klar, daß der Großteil der Zuschauer sich etwas ganz anderes unter dem Film vorstellen würde, sobald sie die Namen Roberts und Pitt auf dem gleichen Plakat zu lesen bekämen. Genau das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum viele Leute nichts mit dem Film anfangen können. Diejenigen die sich eine knisternde Romanze zwischen Roberts und Pitt erhoffen, werden hier nämlich genauso entäuscht, wie der Teil der Zuschauer der einen waschechten Independent Film sehen möchte.

Mexican - Eine heiße Liebe ist so eine Art Zwischending. Die Geschichte ist sicherlich ein wenig unkonventionell, da sie im Grunde genommen aus zwei verschiedenen Handlungssträngen besteht, die nicht wirklich miteinander verwoben sind, aber doch irgendwie zusammen gehören. Mich persönlich hat es zum Beispiel überhaupt nicht gestört, daß Julia und Brad die meiste Zeit über getrennte Wege gehen, ich fand beide Storylines recht interessant. Auf der einen Seite die Abenteuer des tollpatschigen Jerry, der von einem Schlamassel ins nächste stürzt und auf der anderen Seite Julias ausgelassene Plaudereien und Überlegungen zum Thema Beziehungen.

Die schauspielerischen Darbietungen der beiden waren ebenfalls erste Sahne, nur ist die geballte Starpower wahrscheinlich der entscheidende Faktor, weshalb Mexican - Eine heiße Liebe letztendlich nicht so gut ist wie er vielleicht hätte sein können. So sehr ich die intensiven und witzigen Streitgespräche zwischen Julia Roberts und Brad Pitt auch genoß, dienten sie zum Großteil doch nur der Selbstdarstellung. Unbekanntere Schauspieler hätten vielleicht einen Gang runter geschalten und den Figuren ein wenig mehr Glaubwürdigkeit verliehen. Trotzdem hat es Spaß gemacht die beiden in diesen Rollen zu sehen. Kommen wir aber zu einem Mann dessen Leistungen angesichts seiner berühmten Kollegen leicht in Vergessenheit geraten könnten, aber auf keinen Fall sollten: Tony Soprano himself, Mr.James Gandolfini. Dessen nuanciertes Spiel ist im Gegensatz zu dem seiner Filmpartner eher dezent, wodurch man bei ihm am wenigsten den Eindruck hat, daß es sich hier um einen Schauspieler handelt und sehr schnell einen Bezug zu der Figur des homosexuellen Auftragskillers bekommt.

Über weite Strecken hinweg, wird man bei Mexican - Eine heiße Liebe mit netten Schauspielern, vielen originellen Ideen, einer ansprechenden Inszenierung und einem stimmigen mexikanischen Score bei Laune gehalten. Leider zieht sich der Film gegen Ende ein wenig und zwar nicht etwa deswegen weil Gore Verbinski die Ideen ausgehen, sondern weil die Einteilung der Geschichte ein wenig ungeschickt ist. Etwa eine halbe Stunde vor Schluß ist man sich als Zuschauer ziemlich sicher, daß der Film nun zu Ende ist. Doch dann geht es weiter. Kurz darauf hat man erneut das Gefühl, einen schönen Abschluß für die Geschichte gesehen zu haben und ist erneut überrascht, daß der Film noch nicht zu Ende ist. Das geschieht im letzten Drittel des Films mehrmals und auch wenn man dann nie den Eindruck hat, daß das nun folgende unnötig oder uninteressant wäre, würde man jetzt doch langsam gerne das Kino verlassen. Wenn man sich aber all dieser Dinge die ich erwähnte bereits vor dem Kinobesuch bewußt ist, kann man sich von vornherein darauf einstellen und wird mit Mexican - Eine heiße Liebe garantiert einen unterhaltsamen Abend erleben.

von Thomas Brendel


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