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Einen Weihnachtsfilm der etwas anderen Art präsentiert uns Regisseur Tomas Alfredson, der mit seinem Märchen für Erwachsene den wohl besten Vampirfilm der letzten Jahre abliefert. In schöne ruhige Bilder gehüllt erzählt er seine melancholische Geschichte in trister Schneelandschaft und kann damit sowohl Freunde des Horror- als auch des Dramagenres begeistern.
Dezember, Weihnachten... es ist wieder Zeit für Abenteuergeschichten für die ganze Familie. Doch halt, während Tintenherz, Bedtime Stories oder 1 ½ Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde typische Weihnachtsfilme darstellen, geht der schwedische Regisseur Tomas Alfredson andere Wege und schuf den wohl besten Film, den man sich über die Weihnachtstage anschauen kann... doch Vorsicht... hier müssen die Kinder definitiv zu Hause bleiben
Während in Schweden ein kaltblütiger Killer sein Unwesen treibt, wird der junge und verschlossene Oskar meist von seinen Schulkameraden aufs Korn genommen. Das ändert sich jedoch schnell als er auf die gleichaltrige Eli trifft, welche eine geheimnisvolle Aura umgibt. Schnell freunden sich die beiden gleichgesinnten Aussätzigen an und Eli bietet Oskar ihre ganz eigene Art der Unterstützung gegen die tyrannischen Klassenkameraden an.
Das klingt jetzt sicher nicht nach einer typischen Weihnachtsgeschichte, doch das von Romanautor John Ajvide Lindqvist selbst adaptierte Drehbuch ist ein wahres Märchen für Erwachsene. Es nimmt sich viel Zeit für seine Charaktere, zeichnet sie fernab aller Genreklischees und mit einer Realitätsnähe, in der man sich zu keiner Sekunde in einem typischen Vampirfilm wähnt. Des Weiteren baut der Film durch die Beziehung der beiden Kinder untereinander eine ungeheure Spannung auf, so dass ihm der Spagat zwischen Horrorfilm und Drama mühelos gelingt.
Inszenatorisch ist das, was Tomas Alfredson hier abliefert, auf höchstem Niveau. So bettete er die an sich schon überaus gelungene Geschichte in eine triste Schneelandschaft, welche die melancholische Grundstimmung nochmals verstärken kann. Des Weiteren gefällt der Musikeinsatz, der einerseits oftmals gar nicht vorhanden ist, in anderen Momenten dafür so eindringlich das Szenario kommentiert, dass einem ein Schauer über den Rücken läuft.
Um den hohen Grad an Realismus zu unterstützen, verzichtete die Castingabteilung auf eine Besetzung von prominenten Namen in den Hauptrollen. So liefern die beiden Jungdarsteller Kare Hedebrant und Lina Leandersson ihre Schauspielpremiere ab. Neben dem guten Zusammenspiel der Beiden besticht vor allem Leandersson mit einer unglaublichen Leinwandpräsenz, zieht einen schon mit ihrem ersten Auftritt in ihren Bann und löst beim Zuschauer eine Faszination aus, die einen nicht mehr los lässt.
Trotz des bislang überschwenglichen Lobes sollten auch ein paar kleine Kritikpunkte nicht unerwähnt bleiben. So verliert der Film trotz bemühter Synchronisation in der deutschen Fassung einiges an seiner beklemmenden Atmosphäre und auch einige Nebenhandlungsstränge wirken etwas zu sehr in die Länge gezogen. Aber davon abgesehen ist dieses wunderbare Weihnachtsmärchen ein Fest für alle Freunde des anspruchsvollen Horrorfilmes, sowie schaurig schöner Märchen. |