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Der Ja-Sager

(Yes Man, 2008)

Dt.Start: 19. Februar 2009
DVD: 03. Juli 2009
Premiere: 19. Dezember 2008 (USA)
FSK: ab 6 Genre: Komödie
Länge: 104 min Land: USA
Darsteller: Jim Carrey (Carl Allen), Zooey Deschanel (Allison), Bradley Cooper (Peter), John Michael Higgins (Nick), Terence Stamp (Terrence Bundley), Rhys Darby (Norm), Danny Masterson (Rooney), Fionnula Flanagan (Tillie), Sasha Alexander (Lucy)
Regie: Peyton Reed
Drehbuch: Nicholas Stoller, Jarrad Paul


Inhalt

Carl Allen steht dem Leben pessimistisch gegenüber. Doch eines Tages überzeugt ihn ein Motivationstrainer, dass er in Zukunft einfach zu allem "Ja" sagen soll, um seinem Leben neuen Schwung zu verleihen. Plötzlich gerät Carl in alle möglichen Situationen, denen er früher um jeden Preis aus dem Weg gegangen wäre. Mit diesen neuen Erfahrungen dreht sich sein Leben um 180 Grad.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Der Ja-Sager hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 65%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Julian Reischl
Der Ja-Sager hat eine Wertung von 65%
Nachdenklich stimmende Komödie über das Leben, das man aus den täglichen Möglichkeiten machen kann. Konsequent gezeichnete Figuren bevölkern das Universum rund um die Hauptfigur des Carl Allan, doch Jim Carrey selbst schafft es nicht, einmal einen Film ohne Grimassen abzudrehen. Nichtsdestotrotz sehenswert, aber kein Hollywood-Hochglanz.

Bild aus Der Ja-Sager Carl Allan wurde vor Jahren von seiner Frau verlassen und ist seither am Boden zerstört. Den Alltag durchläuft er auf Autopilot, alle Anfragen werden abgeblockt. Klarer Fall: Carl ist schwer depressiv. Da ist es nicht unbedingt leicht mit anzusehen, dass ausgerechnet sein bester Freund und dessen Liebste beschlossen haben zu heiraten. Höflich aber bestimmt versucht Carl, sich aus allen sozialen Verpflichtungen heraus zu halten.

Bis eines Tages ein Kumpel aus der Vergangenheit anklopft. Der zerrt den widerwilligen Carl zu einem Seminar des Selbstverwirklichungsgurus Terrence Bundley, wo er als einziger Newcomer gleich zum Mittelpunkt der Show wird. Nach einer persönlichen Beinahe-Gehirnwäsche durch den Guru persönlich beschließt Carl, nach dessen Motto zu leben und allen sich bietenden Gelegenheiten eine Chance zu geben.

Was zunächst nach einer sich anbahnenden Katastrophe aussieht, entspannt sich bald, da Carl die süße Allison kennenlernt. Er hätte die außergewöhnliche junge Frau nie getroffen, wenn er an diesem Tag nicht schon einige Male durch sein konsequentes Ja-sagen auf die Schnauze gefallen wäre. Aus einer Bekanntschaft entwickelt sich eine Freundschaft, und aus dieser könnte mehr werden, fühlt Carl. Doch dann bringt sein Zwang zum Ja-sagen ihn derart in Bedrängnis, dass er noch tiefer fällt, als er schon zu Anfang gesunken war, und nun vor einem gewaltigen Scherbenhaufen steht.

Der Ja-Sager erinnert vom Titel her natürlich an Der Dummschwätzer, doch diesmal ist Jim Carrey nicht durch übernatürliche Kräfte an sein Versprechen gebunden. Tatsächlich macht sein Carl eine Entwicklung durch, die jeder, der schon einmal eine Depression überwunden hat, kennen sollte. Im oberflächlichen Amerika muss das Konzept des über sich Hinauswachens offenbar institutionalisiert werden, um aufzuzeigen, dass man erst, wenn man Gelegenheiten nutzt, neue Welten kennenlernen kann.

Zooey Deschanel als Allison macht eine überaus attraktive Figur, keine Frage, und ihre für den Film ins Leben gerufene Band "Munchhausen by Proxy" ist definitiv herrlich skurril. Leider ist diesem Ensemble dennoch wohl nicht derselbe Erfolg zu prognostizieren wie einst den Blues Brothers oder Spinal Tap.

Terence Stamp, der den Psycho-Guru Terrence Bundley spielt, ist natürlich jedem Filmfan ein Begriff. Seine Figur, die er mehr als nur gekonnt ausfüllt, zeigt sowohl die Attraktivität dieser ganzen Pseudoreligionen und anderer geistiger Weichspüler auf, als auch deren eiskalt kalkulierende Hinterfotzigkeit. Allein wegen seiner (im Grunde tragischen) Figur kann der Kinobesuch bereits empfohlen werden.

Alles in allem ist der Film eine wunderbare kleine Komödie. Doch leider nimmt die Geschichte nur sehr langsam Fahrt auf und an manchen Stellen fällt Carrey zurück in seine Grimassenschneidereien, die in einer zartfühlenden Situation nicht wirklich angebracht sind wie in den früheren Holzhammerfilmen des Gummigesichtes. Daher kann Der Ja-Sager leider auch nicht uneingeschränkt empfohlen werden: Wer eine Achterbahnfahrt überzeichneter Emotionen und Situationen erwartet, wird enttäuscht werden.

Auch lohnt das Sitzenbleiben, denn mitten im Nachspann wird noch eine schöne Szene gezeigt.



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