Slacker Uprising Poster

Film-Seite zu Slacker Uprising
Poster zu Slacker Uprising
Offizielle Seite
PDF zu Slacker Uprising

Slacker Uprising

(Slacker Uprising, 2007)

Dt.Start: nicht bekannt Premiere: 27. September 2007 (Toronto Film Festival, Kanada)
FSK: nicht bekannt Genre: Dokumentation
Länge: 102 min Land: USA
Darsteller: Michael Moore
Regie: Michael Moore
Drehbuch: Michael Moore


Inhalt

Michael Moore, geliebter und gehasster Dokumentarfilmer, hielt 2004 eine Tour von öffentlichen Auftritten, um Wahlverweigerer aufzurütteln. Die Kamera ist immer dabei und zeigt nicht nur Moore und seine Auftritte, sondern auch die Hürden, die ihm dabei in den Weg gelegt werden.
Shopping-Box
DVDs zu Slacker Uprising Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu Slacker Uprising Poster & Merchandise
zum Film
Slacker Uprising bei eBay Artikel bei eBay
zum Film

Durchschnittliche Redaktionswertung

Slacker Uprising hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 70%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Julian Reischl
Slacker Uprising hat eine Wertung von 70%
Michael Moores Film über seinen Versuch, Wahlunwillige doch an die Urnen zu bringen, zeigt einen interessanten Querschnitt der amerikanischen Bevölkerung. Ebenso wird das Verhalten der Parteien thematisiert, die zum Teil die Veranstaltungsreihe zu verhindern suchen. Moores Film hat zur US-Wahl 2008 keinen direkten Bezug, doch der Zeitpunkt der Veröffentlichung und die legale, freie Verfügbarkeit des Films in den USA spricht Bände.

Bild aus Slacker Uprising Was ein "Slacker" ist, dürfte hierzulande gut bekannt sein. Die deutschen Bezeichnungen reichen von Tunichtgut über Faulenzer und Drückeberger bis Phlegmatiker. In Amerika bezeichnet man üblicherweise ausschlafende Studenten, zuhause-bei-Mutti-Wohner und andere, deren Karriereinstinkt nicht besonders ausgeprägt ist, als Slacker. Und ein Uprising ist ein Aufstand, ein Aufbegehren. Die Implikation des Filmtitels ist klar: Da es im kapitalistischen Konkurrenzdenken sowohl im kleinen Laden an der Ecke als auch im gesamten Staatswesen selbst immer nur sehr wenige Spitzenpositionen gibt, sind alle anderen eben Slacker. Und somit per Definition stets in der Mehrheit.

Michael Moore machte sich einen Namen, als er 2002 mit seiner Anti-Waffenbesitz-Doku Bowling for Columbine laut in Frage stellte, was sich viele überhaupt nicht anzusprechen trauten: Braucht ein Mensch im 21. Jahrhundert noch eine Handfeuerwaffe? Seither spaltet Moore die Nation, die einen lieben ihn, die anderen hassen den lauten, unverschämten Demokraten.

Zur letzten US-Präsidentschaftswahl 2004 unternahm der Filmemacher eine öffentliche Redetour durch 60 Städte in den 20 so genannten "Battleground States", also durch die US-Staaten, deren Loyalität nicht felsenfest bei Republikanern oder Demokraten verankert ist. Auf seiner Tour versucht Moore, Nicht-Wähler zum Wählen zu animieren, und das Publikum dazu zu verpflichten, Freunde und Verwandte notfalls zu den Wahlurnen zu prügeln.

Die Tour gerät natürlich unter Beschuss: Mit bisweilen ruchlosen Mitteln soll Moores Redefreiheit beschränkt werden. Pro-Bush-Demonstranten skandieren zum Beispiel mehr als einmal "four more years", was sie dann ja auch bekommen haben. Die Wahl Anfang November 2008 versprach, die spannendste aller Zeiten zu werden: Der konservative John McCain und seine Vizepräsidentin Sarah Palin scheinen das Mittel der Wahl für die einen zu sein, "Change" mit Barack Obama, dem ersten schwarzen US-Präsidenten überhaupt, die Lösung für die anderen.

Moores Film bezieht sich mit keinem Wort auf die anstehenden Wahlen von 2008, sondern kommt lediglich passend zur Wahl auf den Markt. Und der ist groß, denn Moore schenkt seinen Film den Amerikanern (und den Kanadiern), die ihn sich kostenlos und ganz offiziell runterladen dürfen. Damit könnte Michael Moores Film zum Zünglein an der Waage für diese Wahl geworden sein, denn die im Film gezeigten Konflikte könnten die Zuschauer durchaus beeinflussen.

Slacker Uprising wird hierzulande möglicherweise nie in die Kinos kommen und wohl nur auf DVD veröffentlicht werden. Wenn überhaupt, denn seit Moores Geschenk an die Öffentlichkeit ist der Film natürlich in allen Videoportalen und Tauschbörsen aufgetaucht und sowieso schon weltweit verbreitet. Elektronen sind nun mal schneller als amerikanische Verleihrechte.

Das Ansehen lohnt sich, denn obwohl der Film keinerlei Bezug zu Themen außerhalb der USA aufweist, zeigt er uns doch deutlich, wie die Amerikaner denken, fühlen, agieren und argumentieren. Manches ist wirklich erschreckend, anderes lässt hoffen. Ein Film zum Diskutieren, eine nicht unspannende Doku aus einer erstaunlich fremden Gesellschaft.



Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
W.
Dt. Start: nicht bekannt
Vorschlag entfernen
Sicko
Dt. Start: 11. Okt 2007
Vorschlag entfernen
Bowling for Columbine
Dt. Start: 21. Nov 2002
Vorschlag entfernen
 

© 2012 MovieMaze.de