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Underworld: Aufstand der Lykaner

(Underworld: Rise of the Lycans, 2009)

Durchschnittliche Redaktionswertung

70%



Inhalt

Jahrhunderte bevor die Romanze zwischen der Vampirjägerin Selene und dem Werwolf Michael den erbitterten Krieg zwischen den Kreaturen von Grund auf verändert, leben beide noch mehr oder weniger friedlich miteinander. Die Lycans dienen den aristokratischen Vampiren als Sklaven und stellen diese Rolle zunächst auch nicht in Frage. Das ändert sich, als der junge Lucian sich gegen den mit harter Hand regierenden Vampirkönig Viktor erhebt. Unterstützt wird er dabei von Sonja, seiner heimlichen Gebliebten.

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Underworld: Aufstand der Lykaner

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

70%

Vampire vs. Werwölfe: die dritte Runde. Das Sequel der mythischen Vendeta ist diesmal ein Prequel. Was in den vorangegangenen Filmen als Randnotiz und Ursache der äonenlangen Auseinandersetzung erwähnt wurde, behandelt der dritte Teil eingehend und liefert Hintergründe. Das "Verbotene-Liebe-Motiv", welches bereits in den ersten Filmen als Nebenplot die Story vorantrieb, ist diesmal sogar der Star der Handlung. Romeo und Julia als okkulte Fantasy-Version. Nicht uninteressant, vor allem wegen einer extrem düsteren Optik und Stimmung, die aber Zartbesaitete in die Depression treiben könnte.

Bild aus Underworld: Aufstand der Lykaner In letzter Zeit scheint es Trend zu werden: Erst wird ein Film gemacht, der überraschenderweise den Nerv des Publikums trifft und nicht eben unerfolgreich läuft; also lässt man gleich darauf einen zweiten folgen. Wenn man dann nicht die Weitsicht besaß, das Ende offen zu lassen, um sich eine weitere Fortsetzung nicht brutal aus den Rippen schneiden zu müssen, sind andere Kniffe notwendig: kurzerhand wendet man sich der Vorgeschichte zu. Bei Underworld: Aufstand der Lykaner bot sich diese Vorgehensweise regelrecht an: hatte man doch die Vorgeschichte bereits zwischen den Zeilen in den beiden ersten Teilen vorweggenommen.

Vor vielen Jahrhunderten entstanden zwei Blutlinien unsterblicher Geschöpfe: die sich "aristokratisch" gebarenden Vampire und die animalisch-geistlosen Werwölfe, Lykaner genannt. Einmal verwandelt, können sie nie mehr in ihre menschliche Gestalt zurück. Beide Spezies haben denselben Ahnvater, aber am Ende der Nahrungskette kann es immer nur einen Super-Predator geben (Biologieunterricht siebte Klasse). Und die Vampire beanspruchen diese Alleinstellung für sich. Dummerweise sind die Lykaner nicht so leicht auszurotten.

Eines Tages geschieht so etwas wie ein Wunder: Ein Lykaner kommt zur Welt, der in der Lage ist, seine Gabe zu beherrschen und sich zu wandeln, wann immer er es möchte. Lycian (Michael Sheen), wie man ihn tauft, wird der Erzeuger einer neuen Linie Lykaner, die den Vampiren dient. Eine Klasse von Sklaven, die am Tage wacht und nachts schuftet. Lycian und seine Abkömmlinge tolerieren die "privilegierte" Position als Haustier nur widerwillig. Es scheint so eben besser als der Tod. Für Lycian gibt es aber noch einen weiteren Grund auszuharren: zwischen ihm und Sonja (Rhona Mitra), der Tochter Viktors (Bill Nighy) eines der "Ältesten", hat sich eine Romanze entwickelt. Eine verbotene Liebe, die vom Vampirclan nicht geduldet werden kann und - wie bekannt - tragisch enden muss.

Wer die ersten beiden Teile nicht kennt, dem empfiehlt sich der Gang in die Videothek. Oder man schaut sie sich in Anschluss an - passt auch. Selten werden sinnige Prequels gemacht, hier scheint es einigermaßen gelungen zu sein. Es war auch beinahe eine Zwangsläufigkeit aus der Logik der Vorläufer. Die Herkunft der Unsterblichen wurde immer wieder thematisiert und in Rückblenden angerissen, da war es an der Zeit die komplette Geschichte zu erzählen. Für die Atmosphäre des Films besonders wichtig, dass die aus den ersten beiden Teilen bekannten Figuren des Viktor und Lycian wieder von Bill Nighy und Michael Sheen gegeben werden. Das verhilft dem Streifen zu mehr Glaubwürdigkeit.

Besonders aber der Gothik-Look und die düstere Optik wirken gefällig und verleihen dem Film einen schönen okkulten Flair und eine unheimliche Stimmung. Die Macher haben gehörig am Dimmer gedreht und liefern mit Underworld: Aufstand der Lykaner den dunkelsten Teil der Saga ab. Hätte man das Ganze noch mit pompöser Opernmusik untermalt und die Darsteller Arien schmettern lassen, wäre den Wagnerfestspielen eine respektable Konkurrenz erwachsen. Auch am Special-Effects-Design wurde gearbeitet: Zwar ist der gesamte Film vergleichsweise dezent erzählt und nicht partout darauf aus, mit einem Effektfeuerwerk zu imponieren; die Werwölfe sehen dennoch noch einen Tick besser und bedrohlicher aus, als in den vorangegangenen Episoden.

Insgesamt wurde das Tempo in diesem Teil gedrosselt, was zugunsten des epischen Charakters geht. Szenerie und Kulissen wirken allerdings etwas altbacken und theaterhaft, möglicherweise um den gewünschten Fantasy-Mittelalterflair zu unterstreichen. Diese Vorgehensweise birgt Risiken: erzählt man zu episch und inszeniert Filme wie Theaterstücke, kann man oft am eigenen Anspruch scheitern. Diese Klippe umschifft zwar Underworld: Aufstand der Lykaner, kann sich aber einiger Längen nicht erwehren.

Zu den eindeutigen Stärken des Films gehört die schauspielerische Leistung Michael Sheens, der anders als in Underworld und Underworld: Evolution nun einen Hauptpart innehat. Sheen, der auch in Frost/Nixon glänzt und dort unter Beweiß stellt, dass er mehr als Zähne fletschen kann, verhilft dem Film zu einigen akzentuierten Höhen. Gut auch, dass Blutorgien und Gewaltszenen verglichen mit den ersten beiden Filmen etwas entschärft wurden, was nun möglicherweise ein breiteres Publikum anspricht. Allerdings ist die Grundstimmung und Atmosphäre derart düster, dass man beinahe vergisst, dass die Sonne draußen weiter scheint. Die Fans werden es aber lieben.

Keine weitere Wertung


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