Nach dem gelungenen Comeback von Mickey Rourke in The Wrestler folgt nun ein knallharter Thriller mit dem wettergegerbten Mann aus Leder. Als Killer jagt er zwei Unbeteiligte, die eigentlich nur das Pech hatten, ihm im falschen Moment über den Weg zu laufen. Großartiges Suspensekino, das sich nicht dem schnellen Takt der heutigen Crime-Filme unterwirft.
Carmen und Wayne haben's nicht leicht, die Ehe steht schon länger vor dem Aus. Da könnte es nicht unpassender kommen, als sie auch noch dem gesuchten Auftragskiller Blackbird und seinem hysterischen neuen Partner Richie bei einer illegalen Tätigkeit über den Weg laufen. Denn Blackbird hat noch nie jemanden leben lassen, der ihn identifizieren könnte.
Tatsächlich werden Carmen und Wayne schnellstmöglich ins Zeugenschutzprogramm gesteckt, mit neuen Identitäten versehen und weit, weit weg neu angesiedelt. Natürlich nur, bis die Cops den Blackbird haben. Doch der ist nicht auf den Kopf gefallen und macht sich auf die Suche nach dem Pärchen, dessen kaputte Ehe durch die gemeinsame Bedrohung und das erzwungene neue Leben als Paar natürlich noch stärker leidet als je zuvor.
Mickey Rourke, der sein gewaltiges Comeback mit The Wrestler feiern durfte, spielt den Blackbird mit einer Intensität, als handele es sich hier um die Doku über einen echten Killer. Unglaublich, was dieser Mann auszustrahlen vermag. Der Film spielt, wie schon The Wrestler, in einer eher tristen Umgebung und bei nicht gerade sonnigem Wetter, die Stimmung wird über den Handlungsverlauf absichtlich düster gehalten.
Diane Lane spielt Carmen, die es mit ihrem Makler-Ehemann kaum noch aushält. Ihre Rolle nimmt über den Film ständig an Bedeutung zu, zunächst möchte man sie jedoch für eine Nebenrolle halten. Den Part ihres Ehemannes Wayne spielt Thomas Jane, der die größtmögliche Kinobekanntschaft hierzulande wohl mit The Punisher erreicht haben dürfte. Seine Fähigkeiten, sich zu wehren, bleiben als normaler Mensch natürlich weit hinter denen des Punishers zurück. Im Auge behalten sollte man Joseph Gordon-Levitt, dessen Ähnlichkeit mit dem verblichenen Heath Ledger eine Lücke füllen kann. Seine Darstellung des schießwütigen Richie Nix ist leider etwas überkandidelt, was zwar von der Dramaturgie her so gedacht gewesen sein mag, aber eher an eine schlecht gelungene Nachahmung des Jokers in The Dark Knight erinnert. Gordon-Levitt sollte aufpassen, nicht als Heath Ledger für Arme bekannt zu werden, sondern sich schnellstmöglich ein eigenes Profil erarbeiten.
Killshot ist ein empfehlenswerter Killer-Thriller, der langsam anfängt, dann aber mächtig anzieht und schließlich in einem nervenzerfetzenden Finale kumuliert. Großartiges Kino, und zur Abwechslung mal kein Hollywood-Hochglanz.