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Milk

(Milk, 2008)

Durchschnittliche Redaktionswertung

68%



Inhalt

1972 zieht das homosexuelle Paar, Harvey Milk und Scott Smith, von New York nach San Francisco. Im Arbeitsviertel Castro eröffnen sie einen Fotoladen, der bald zum Treffpunkt für Schwule wird. Milk entdeckt immer mehr sein Interesse für die Politik und engagiert sich für die kleinen Leute und die Schwulen in seinem Viertel mit Protesten und Straßenfesten. Als die Wahl zum Stadtrat ansteht, beginnt er viele Anhänger dazu zu gewinnen und schafft es 1977 schließlich die Wahl zum Stadtrat zu gewinnen. Dadurch stößt er viele politische Initiativen an, was ihm Freunde, aber auch Feinde schafft.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

68%

Schon wieder ein Minoritäten-Drama? Oder der Versuch mit einer Schwulen-Thematik Kasse zu machen? Wohl eher nicht. Dazu ist dieses biografische Portrait der letzen Lebensjahre Harvey Milks, des ersten bekennenden Homosexuellen in einem politischen Amt, viel zu dezent inszeniert und legt großen Wert auf eine authentische Zeichnung der Figuren ohne Klischees zu bemühen, um die Charaktere künstlich aufzublähen. Für Freunde von Biografien mit hoher gesellschaftlicher Relevanz empfehlenswert.

Bild aus Milk Ganz uninteressant kann die Figur des Harvey Milk nicht sein. Zum zweiten Mal wird ihm bereits ein filmisches Denkmal gesetzt: 1985 erhält Wer war Harvey Milk den Oscar für den besten Dokumentarfilm. Harvey Milk war der erste bekennende Homosexuelle in einem politischen Amt und leistete in wenigen Jahren mehr für die Gleichberechtigung der Gay-People, als viele andere Bürgerrechtler in ihrem ganzen Leben. Dabei startete er seine Karriere als Politiker recht spät.

Harvey Milk (Sean Penn) zieht 1972 zusammen mit seinem Lebenspartner Scott Smith (James Franco) in einen Vorort San Franciscos, den Castro-Bezirk und eröffnet einen Fotoladen. Dieser Bezirk ist zu dieser Zeit nicht gerade ein Biotop für freie homosexuelle Liebe. Die Verachtung der anderen Geschäftsleute in der Gegend, schlägt dem Paar schnell entgegen. Allerdings dauert es nicht lange und das Fotogeschäft wird zum Treffpunkt der schwulen Community und die bringt Umsatz - für alle. Unter diesem Aspekt gewinnen auch die homophoben Nachbarn Gefallen an dem regen Treiben.

Dennoch ist es keine Zeit, in der Homosexuelle frei Leben können, so wie sie es wollen. Diskriminierung und Hass schlagen ihnen immer wieder entgegen, und von der Polizei ist keine Hilfe zu erwarten - ganz im Gegenteil. Milk sieht Handlungsbedarf: Er will die Bewegung der Schwulen organisieren und auf politischer Ebene gegen die Ungerechtigkeit Widerstand leisten. Nach mehreren Anläufen gelingt ihm der Einzug in den Stadtrat. Er wird zum Supervisor (Bezirksbürgermeister) gewählt. Fortan streitet er mit aller Kraft für die Gleichberechtigung und erreicht mehr als viele erwartet hätten. Er kippt beispielsweise einen Gesetzesentwurf, der verhindern sollte, dass Homosexuelle an Schulen als Lehrer unterrichten. Mit seinem Wirken macht er sich nicht nur Freunde. Konservativen und fundamentalistischen Christen ist er ein Dorn im Auge und der blanke Hass aus seinem nächsten Umfeld, wird für sein tragisches Ende verantwortlich sein.

In den wenigen Jahren seines politischen Handelns setzte Harvey Milk, die Ikone der Schwulenbewegung in den USA, regelrecht eine Lawine in Gang, die nach und nach zu einem gesellschaftlichen Umdenken führte. Bis in die 70er Jahre konnte man noch in den Gesetzestexten einiger amerikanischer Bundesstaaten lesen, dass Homosexualität illegal ist und unter Strafe steht. Für die Konservativen waren die Gays das moralisch Verwerfliche, welches die ureigensten amerikanischen Werte untergräbt. Für die Evangelikalen beinahe so etwas wie der "Teufel".

Harvey Milk wollte nur eines erreichen: dass sie die gleichen Rechte, Privilegien und Pflichten wie alle anderen Bürger auch haben sollten und frei, unabhängig ihrer sexuellen Orientierung, nach ihrer Facon leben dürften. Ganz so, wie es eigentlich die Verfassung der USA garantiert. Milk behandelt die letzen Jahre des Lebens des politischen Aktivisten, der für eine ganze Generation zum Symbol ihres Strebens nach Gleichberechtigung wurde, so wie möglicherweise die Afroamerikaner auf Martin Luther King schauen. Und diese beiden Bürgerrechtler teilen ein tragisches Schicksal, das sie als Preis für ihr Engagement zahlten.

Für die überzeugende Glaubwürdigkeit und Authentizität der Figur des Harvey Milk im Film zeichnet sich Sean Penn verantwortlich - sofern man ihn überhaupt noch erkennt. Der Mime, der zu der Top-Garde der Charakterdarsteller in Hollywood zählt und 2003 für Clint Eastwoods Mystic River mit dem Oscar geehrt wurde, geht dermaßen in der Rolle auf, dass es regelrecht unheimlich wird. Mit seiner Leistung steht und fällt auch der Film. Die Handlung an sich und die Dramaturgie ist leider nicht so mitreißend, wie man es beispielsweise aus Gesellschaftsdramen wie Philadelphia kennt. Die Story gewinnt zwar gegen Ende an Tempo, weißt aber leider insgesamt deutliche Längen auf.

Glücklicherweise verzichtet Milk darauf, allzu viele Klischees zu bemühen. Zwar wird das Gefühl einer gewissen "Leichtigkeit" in der schwulen Szene nicht unter den Teppich gekehrt; es waren nun mal die 70er, eine Zeit der "freien Liebe" und möglicherweise ging und geht es in dieser Community tatsächlich etwas promisker zu. Der Fokus der Geschichte ruht aber eindeutig auf der gesellschaftlichen Dimension des politischen Handels Harvey Milks. Für Freunde von Biografien oder Gesellschaftsdramen sicherlich empfehlenswert.

Keine weitere Wertung


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