Miller's Crossing Poster

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Miller's Crossing

(Miller's Crossing, 1990)

Dt.Start: 14. Februar 1991
DVD: 10. Mai 2003
Premiere: August 1990 (Festival, Spanien)
FSK: ab 18 Genre: Krimi
Länge: 115 min Land: USA
Darsteller: Gabriel Byrne (Tom Reagan), Marcia Gay Harden (Verna Bernbaum), John Turturro (Bernie Bernbaum), Jon Polito (Johnny Caspar), J.E. Freeman (Eddie Dane), Albert Finney (Liam 'Leo' O'Bannon), Mike Starr (Frankie), Al Mancini (Tic-Tac), Richard Woods (Mayor Dale Levander), Thomas Toner (O'Doole), Steve Buscemi (Mink), Mario Todisco (Clarence "Drop" Johnson), Olek Krupa (Tad), Michael Jeter (Adolph), Lanny Flaherty (Terry)
Regie: Joel Coen
Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen


Inhalt

Der Gangster Leo regiert in den 1930ern die Stadt. Als der aufstrebende Ganove Caspar den Kleinganoven Bernie Bernbaum aus dem Weg haben möchte, lehnt Leo ab. Denn dieser ist mit Bernbaums Schwester Verna liiert. Ein Krieg bricht aus und plötzlich findet sich Tom, der langjährige Freund und Berater von Leo, zwischen den Fronten wieder. Als sein Boss erfährt, dass auch Tom eine Affäre mit Verna hat, schlägt er ihn zusammen und wirft ihn raus. Tom sieht seine letzte Chance darin, sich auf Caspars Seite zu schlagen. Doch der beauftragt ihn sogleich, den Bruder seiner Geliebten zu töten.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Miller's Crossing hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 87%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Müller
Miller's Crossing hat eine Wertung von 87%
Der überaus gelungene Mafiafilm der Coen-Brüder reiht sich nahtlos in die glanzvolle Filmographie der Gebrüder ein. Mit Genrelegenden wie Der Pate oder Scarface kann er es zwar nicht ganz aufnehmen, die Coen-typische Brillanz und technische Perfektion sorgen aber dafür, dass er sich selbst vor diesen Klassikern nicht zu verstecken braucht. Besonders überzeugend ist bei alledem Gabriel Byrne, der seine anspruchsvolle Rolle durchweg glaubwürdig verwirklicht.

Bild aus Miller's Crossing Die Coen-Brüder gehören zweifellos zu den größten Filmemachern aller Zeiten. Besonders faszinierend ist die Vielseitigkeit ihrer Filmographie, wobei jedes Werk die unverkennbare Handschrift der Regievirtuosen trägt. Auch der Mafiafilm von Joel und Ethan Coen mit dem Titel Miller's Crossing, ist als Coenproduktion unverkennbar. Leider ging das bis dahin dritte Werk der Beiden seinerzeit gnadenlos unter, denn als er 1990 in die amerikanischen Kinos kam, hatte er es alles andere als leicht. Im selben Jahr kam neben Der Pate 3, dem letzten Teil von Coppolas legendärem Mafiaepos, auch Scorseses großartiger Goodfellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia mit Robert de Niro in die Kinos. Beides hochkarätige Mafiafilme, die Miller's Crossing die Schau stahlen. Sicherlich zu unrecht, denn die Coen-Inszenierung braucht den Vergleich mit keinem Mafiafilm zu scheuen.

Was diesen Film besonders deutlich von seinen filmischen Mafiakollegen unterscheidet sind seine unverkennbaren Anleihen an den Film-Noir. Zwar finden sich in vielen Mafiastreifen die Gesetzmäßigkeiten dieser Filmgattung wieder, doch selten so elementar wie in Miller's Crossing. Die düstere Geschichte ist überschaubar, aber dennoch clever und durchweg spannend. Die Charaktere zeichnen sich realistisch aber trotzdem in ihren Wesenszügen mit Coen-typischer Absurdität aus. Zwischen ihnen entwickelt sich ein intelligentes Verwirrspiel, das den Zuschauer bis zum packenden Ende und auch weit darüber hinaus beschäftigen wird. Die Frage, wer auf welcher Seite steht, wem getraut werden kann und wem nicht, stellten schon viele Thriller, Miller's Crossing geht da keinen neuen Weg, macht aber auf diesem alles richtig.

Erstklassig ist neben der Regiearbeit der Coen-Brüder auch die schauspielerische Leistung der Akteure. Wirklich jeder kann überzeugen. Allen voran Hauptdarsteller Gabriel Byrne (Fräulein Smillas Gespür für Schnee), der ausgezeichnet in seine Rolle passt und ebenso undurchschaubar wie interessant spielt. Er bemüht sich dabei nicht darum zum Sympathieträger zu werden und verleiht so Miller's Crossing eine überaus realistische Hauptfigur. Besonders John Tuturro beweist wieder einmal, dass er sicherlich zu den vielseitigsten Schauspielern überhaupt gehört. So nimmt man ihm die Figur des feigen, hinterhältigen Bernie ebenso ab, wie den eigenwilligen Drehbuchautoren Barton Fink im gleichnamigen Kultfilm der Coen-Brüder oder den legendären Jesus Quintana in The Big Lebowski, der sich mit dem wohl stylishsten Bowlingoutfit seit Fred Feuersteins Urzeitfell in die Schädel unzähliger Filmfreude gebrannt hat.

Viel zu kritisieren gibt es also nicht. Insgesamt vermisst man noch dieses letzte Fünkchen Genialität das Miller's Crossing aus der Masse der Mafiafilme hervorhebt. Dennoch ist dieses Glanzstück zu unrecht vollkommen unterschätzt. Denn Miller's Crossing gehört ohne jeden Zweifel zu den besten Vertretern seines Genres und darf sich zu den stärksten Filmen aus dem Hause Coen zählen.



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