|
In Zeiten, in denen kaum ein Actionfilm ohne Martial Arts auskommt, beschert uns Sylvester Stallone mit Get Carter einen guten alten "Hau den Lukas" Film. Während andere durch die Luft wirbeln, wie Sonic zu besten Mega Drive Zeiten, packt der gute alte Sly seinen Gegenüber am Krawattl und betoniert ihm eine. Gepaart mit seinem stylischen Designerbärtchen, einer lässigen Sonnenbrille und einem maßgeschneiderten Anzug kommt die ganze Action des Films wahnsinnig cool rüber. Schließlich setzte Regisseur Stephen Kay unseren Protagonisten gekonnt in Szene und verpasste den Actionsequenzen einen fetzigen Look. Nur schade, dass bei Get Carter die Action nicht im Vordergrund steht, der Film ist vielmehr ein Drama als ein Actionstreifen.
Die Figur Jack Carter hat klare Prinzipien und setzt seinen Willen zur Not mit blanken Fäusten durch. Für ihn gibt es nur Schwarz oder Weiß, schuldig oder nicht schuldig, und dementsprechend hart greift er durch. Er ist ein überzeugter Einzelgänger und traut niemanden über den Weg. Nach dem Tod seines Bruders kehrt er wieder nach Hause zurück und versucht seiner Familie zu helfen. Zunächst ist dies mehr ein Vorwand, um sich selbst zu helfen, da er sich verantwortlich fühlt, nachdem er die Familie verlassen hat. Doch mit der Zeit erkennt er, dass seine Nichte eine Vaterfigur braucht und versucht bestmöglich in diese Rolle zu schlüpfen. Doch sein Ziel, die Mörder seines Bruders zu finden, verliert er nie aus den Augen und er wird umso rachedurstiger, je mehr er über den ganzen Fall herausfindet.
Neben einem unverschämt coolen und lässigen Sylvester Stallone, der seine kurzen und prägnanten Sprüche wirklich tadellos präsentiert, gefallen auch die anderen Darsteller in ihren Rollen. Zum einen ist es Mickey Rourke, der als schleimiger Porn-King passt, wie die Faust aufs Auge. Auf der einen Seite wirkt er irgendwie abstoßend und eklig, aber andererseits ist er einfach der gute alte Mickey Rourke mit dem gewissen etwas. Rachael Leight Cook spielt Carter's Nichte Doreen und überzeugt als schlampiger Teenager, der gerade eine schwere Zeit durchmacht. Michael Caine, der in der 1971er Verfilmung von Ted Lewis Roman "Jack's Return Home", die Hauptrolle inne hatte und seinerseits alles kurz und klein drosch, spielt in der 2000er Version des Film einen bescheideneren Part. Er spielt Nachclubbesitzer Cliff Brumby und versucht den unangenehmen Fragen von Jack Carter auszuweichen. Letztenendes gibt er ihm noch mit "Revenge doesn't work" einen tollen Ratschlag mit auf den Weg, der selbstverständlich auf taube Ohren stößt.
Der Film Get Carter hätte auf Grund der tollen Besetzung und der stylischen Inszenierung gut werden können, hätte man nicht ein so schlechtes Drehbuch gehabt. Zwischen dem gelungenen Anfang und dem blutigen Showdown zieht sich der Film unglaublich lange hin und wird teilweise richtig langweilig. Dabei laufen die meisten Szenen nach dem selben Schema ab. Jack Carter statet irgendjemand einen Besuch ab, ist zunächst ganz freundlich und wird schnell ungemütlich, wenn er nicht das bekommt was er will. Nachdem er die gewünschte Info, entweder durch gutes Zureden oder durch ein paar saftige Schläge, erhalten hat, geht es zum nächsten Informanten und das selbe Spiel beginnt. Also lieber David McKenna beim nächsten Drehbuch ein bisserl mehr Abwechslung und ein bisserl mehr Spannung. Schade, denn aufgrund dessen rutscht Get Carter ins undankbare Mittelmaß ab. |