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Last Days

(Last Days, 2005)

Dt.Start: 11. Januar 2007 Premiere: 13. Mai 2005 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: nicht bekannt Genre: Drama
Länge: 97 min Land: USA
Darsteller: Michael Pitt (Blake), Lukas Haas (Luke), Asia Argento (Asia), Scott Patrick Green (Scott), Nicole Vicius (Nicole), Ricky Jay (Detective), Ryan Orion (Donovan)
Regie: Gus Van Sant
Drehbuch: Gus Van Sant


Inhalt

Der psychisch labile, hochgradig depressive Rockstar Blake lebt zusammen mit seinen auch nicht mehr ganz so frischen Bandkollegen in einem Schloss im Wald. Dort vegetiert er vor sich hin, verliert restlos den Bezug zur Realität und den Menschen um ihn herum und läuft in Frauenkleidern mit einem Gewehr durchs Haus. So sehen seine letzten Tage aus, bis er schließlich stirbt. Der Film ist inspiriert von den letzten Tagen Kurt Cobains, die Geschichte dazu jedoch reine Fiktion.
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Kritik

Last Days hat eine Wertung von 8%
Was soll man da noch schreiben? Last Days ist so ziemlich der überflüssigste Film, der mir je untergekommen ist. Am besten kommt er noch davon, wenn man ihn als kleines, unspektakuläres Experiment eines Filmemachers betrachtet, der mehr kann, aber auch mal einen schlechten Film machen wollte. Last Days ist eine Beleidigung Kurt Cobains und obendrein reine Zeitverschwendung!

Bild aus Last Days Kurt Cobain war unumstritten einer der einflussreichsten Musiker aller Zeiten. Sein Leben, seine Musik und schließlich sein Tod sind inzwischen Legende. Warum es keinen Spielfilm über Nirvana gibt, wird sich sicherlich der Ein oder Andere schon gefragt haben, bis er dann auf Last Days stieß. Zwar will dieser keine Kurt Cobain-Biographie sein, wurde aber eindeutig von der Rockikone inspiriert. Dementsprechend frei wird die Geschichte des Cobainersatzes Blake erzählt. Mit dem echten Kurt Cobain hat das allerdings kaum noch etwas zu tun.

Nirvanafans können also getrost einen Bogen um diesen Film machen und allen anderen sei dasselbe wärmstens empfohlen. Denn was uns Gus Van Sant, der nicht zuletzt mit Filmen wie Good Will Hunting und Elephant zu einiger Bekanntheit gelangte, hier bietet, ist, milde ausgedrückt, vollkommen unnütz. Eine Biographie will Last Days nicht sein, als Musikfilm fällt er vollkommen durch, vor allem weil überhaupt erst ab der Hälfte des Films Musik von Blake zu hören ist. Dies übrigens in einer Szene, in der nur das Fenster des Proberaums zu sehen ist, aus der Grunge-ähnliche Musik lärmt. Vier Minuten lang! Als Kunstfilm ist Last Days, ach, jetzt hör mir auf. Über Kunst lässt sich streiten, aber dieser Film ist einfach nichts außer unheimlich langweilig. In diesem Punkt kann er es sogar mit Twentynine Palms locker aufnehmen.

Last Days ist im Grunde genommen ein einziges, souverän inszeniertes Problem. Das größte Problem in diesem Problem, so wie ein kleinerer Tumor innerhalb eines größeren Tumors, ist die Musik. Von Nirvana selbst ist im ganzen Film nichts zu hören, was im Zusammenhang mit der fiktiven Geschichte auch in Ordnung ist und wobei sicherlich auch Lizenzrechte eine wichtige Rolle spielen. So ist, neben einem Pop-Videoclip, der am Anfang des Films von einem Fernseher abgefilmt wurde, als einziger bekannter Song "Venus in Furs" von Velvet Underground gleich mehrfach zu hören. Ansonsten gibt es nur in zwei Szenen Nirvana-ähnliche Musik. Dabei durfte sich Blakedarsteller Michael Pitt (Funny Games U.S.) selbst als Songwriter austoben und kreierte einen Song, der zwar nicht im Ansatz an die Musik der Band heranreicht und im Grunde auch nicht wirklich spektakulär ist, aber tatsächlich dem Film wenigstens eine halbwegs interessante Szene gibt.

Die offensichtlichen Bestrebungen auf alle Hollywoodkonventionen zu verzichten und stattdessen einem Independentfilm zu drehen, mögen an sich noch löblich sein. Dass dazu komplett auf einen Spannungsbogen, Spannung an sich und wie einem manchmal scheint auch ein Drehbuch, verzichtet wurde, ist da schon weniger erfreulich, aber gut, warum nicht?

Der Film ist langsam, sehr langsam, na gut, spiegelt ja die lethargische Stimmung Blakes/Kurts wieder, also, warum nicht? Blakedarsteller Michael Pitt, der wirklich sein bestes gibt, aber auch nicht wirklich was falsch machen kann, sagt kaum einen verständlichen Satz und verharrt minutenlang vor der Kamera in Katatonie, gut, warum nicht? Warum nicht? Weil diesen Schwachsinn kein Mensch sehen will! Endgültig wird dann jedoch mit der Inszenierung von Blakes Tod der Vogel abgeschossen. Cobain musterte bekanntlich seine Tapete mit Hirn, als er sich 1994 eine Schrotflinte an den Schädel hielt und den Abzug befingerte. Blake hingegen liegt einfach in einem Schuppen und ist offensichtlich Tod, was eindeutig klar wird, denn ein nackter, halbtransparenter Blake verlässt den am Boden liegenden Körper. So macht Last Days also auch im letzten Moment noch alles falsch, denn dieser Abgang dürfte niemanden zufrieden stellen.

So richtig kann man sich über Last Days aber eigentlich gar nicht aufregen Er wurde nun einmal gedreht, daran kann man jetzt auch nichts mehr ändern, ich habe mir nun einmal die DVD gekauft, auch daran kann man jetzt nichts mehr ändern. Wenn es da draußen jedoch noch irgendjemanden gibt, der in schlaflosen Nächten gern sehr, sehr ruhige, blödsinnige Filme schaut, möge dieser sich bitte bei mir melden, ich werde ihm den Film dann zukommen lassen, indem ich die DVD an eine Taube binde und sie zu ihm fliegen lasse. Den Pappschuber hebe ich mir aber auf, der ist erstens das Beste am Film und wird zweitens einen Platz in meinen Regal finden, um mich daran zu erinnern, was für schlechte Filme es gibt.

von Markus Müller


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