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Lammbock

(Lammbock, 2001)

Dt.Start: 23. August 2001
DVD: 25. Juli 2002
Premiere: 23. August 2001 (Deutschland)
FSK: ab 16 Genre: Komödie
Länge: 90 min Land: Deutschland
Darsteller: Lucas Gregorowicz (Stefan), Moritz Bleibtreu (Kai), Marie Zielcke (Laura), Julian Weigend (Achim), Alexandra Schalaudek (Gina), Elmar Wepper (Vater Becker), Christof Wackernagel (Ausbilder), Antoine Monot Jr. (Schöngeist), Wotan Wilke Möhring (Frank), Nils Brunkhorst (Dopex), Alexandra Neldel (Jenny), Christoph Künzler (Jäger), Peter Fieseler (Tim), Thomas Schendel (Dr. Kollmann), Anya Hoffmann (Elena Kollmann), Sabine Wackernagel (Verkäuferin)
Regie: Christian Zübert
Drehbuch: Christian Zübert


Inhalt

Die Lieblingsbeschäftigungen der beiden Freunde Stefan und Kai sind Kiffen und Labern. Neben einer eigenen Miniatur-Hanfplantage betreiben sie außerdem eine Pizzeria namens Lammbock, die eigentlich nur als Tarnung für ihren besonderen Service dient: Manche Kunden bekommen auf Wunsch einen Spezialbelag mit Marihuana geliefert. Als man ihren Geschäftspraktiken auf die Schliche kommt, geraten sie in Panik und die Ereignisse überschlagen sich.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Lammbock hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 2%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Daniel Bund
Lammbock hat eine Wertung von 2%

Ob man es glaubt oder nicht, manchmal kann Deutschland tatsächlich gute Filme produzieren. Es kommt aber auch regelmäßig vor, dass in Deutschland Filme produziert werden, die noch nicht mal die Luft wert sind, durch die sich das Licht des projizierten Bildes im Kino bewegt. Lammbock gehört zur zweiten Kategorie. Eigentlich ist der Film so hohl, dass es schon Zeitverschwendung ist sich auch nur einen einzigen Gedanken über seine nicht vorhandene Qualität zu machen. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Glorifizierung von Drogen irgendwelcher Art, auch zu humoristischen Zwecken, und den gedankenlosen Umgang damit nicht unbedingt zum Brüllen komisch finde, vielleicht daran, daß sich der Film mal wieder unübersehbare kreative Anleihen aus US-Streifen erlaubt hat, auf jeden Fall mußte ich mir am Ende ernsthaft die Frage stellen, ob der Autor und Regisseur des Films, Christian Zübert, sich möglicherweise irgendwann mal einen Ecken zuviel genehmigt hat, sein Gehirn zur einer Cannabis-Pflanze mutiert ist und er sich seitdem nur noch idiotische Gags ausdenken kann.

Die Dialoge des Films versuchen verzweifelt die Lockerheit von Kevin Smith zu imitieren, dessen Einfluss einem spätestens dann auffällt, wenn zwei lächerliche Klone von Jay und Silent Bob auftreten, und man Zübert schon zu diesem Zeitpunkt wegen unverhohlenen geistigen Diebstahls in die filmische Verbannung schicken möchte. Der Humor des Films gerät irgendwann auf ein nicht mehr erfassbares Tiefenniveau und bringt so großartige Dinge wie versehentlichen inzestuösen Geschlechtsverkehr hervor. Vermutlich wollte Zübert die Grenzen des schlechten Geschmacks neu definieren - wenn das sein Ziel war, kann man nur sagen: Bravo! Es werden mehrere Versuche gestartet sich über die Grenzen der Albernheit hinaus zu heben und man lässt auch ernstere Töne anklingen, z.B. wenn es um Beziehungsprobleme oder die Verwirklichung von Lebensträumen geht, aber das gelingt leider nicht wirklich, da diese Szenen in zu starkem Kontrast zu den dümmlichen Witzen stehen und schon wieder deplaziert wirken.

Zur besseren Nachvollziehbarkeit des himmelschreiend verblödeten Finales sei noch ein Beispiel angeführt, dass die Art des Humors von Lammbock verdeutlicht: In einer Szene werden Stefan (Lucas Gregorowicz) und Kai (Moritz Bleibtreu) von einem Förster bei der Hanfernte ertappt und schlagen ihn daraufhin bewusstlos. Um sich aus dieser mißlichen Lage zu befreien wollen sie ihn mit Alkohol abfüllen, damit dem besoffenen Förster danach niemand die Geschichte glaubt. Nachdem das mit der Flasche allein nicht funktioniert, nehmen sie einen Schlauch zu Hilfe. Leider können sie sich nicht so Recht darauf einigen, was jetzt die Luft- und was die Speiseröhre ist, also rammen sie ihn auf gut Glück irgendwo rein und erwischen glücklicherweise die Speiseröhre. Lustig? Nein, sicher nicht. Es wurde trotzdem herzhaft gelacht.

An dieser Stelle sollte man dann vielleicht auch noch kurz auf das durchschnittliche Kinopublikum zu sprechen kommen. Ich werde den Verdacht nicht los, dass die Ansprüche der Besucher mittlerweile so niedrig sind, dass sie absolut kritiklos jeden Schrott hinnehmen und auch Szenen wie die oben beschriebene zum Wiehern finden, was auch geschah. Haben die Leute denn keinen Verstand? Anscheinend muss man davon ausgehen, und Zübert tut das auch, denn am Ende von Lammbock erlaubt er sich tatsächlich die Frechheit und will einen noch belehren, dass das, was man da gerade gesehen hat, gar nicht lustig war. Die beiden Grasköpfe werden sich plötzlich darüber bewusst, wie unverantwortlich sie doch gehandelt haben und was für Loser sie sind und dass sie ihre Pläne nie verwirklichen können, wenn sie den ganzen Tag nur rumkiffen.

Das traurige ist, dass ein großer Teil der Zuschauer darauf nicht selber kommt, sondern diese vermeintliche Offenbarung tatsächlich erst eingetrichtert bekommen muss. Was soll man nun von einem Film halten, der zuerst lustig sein will und das Verhalten seiner Akteure am Ende dann als hirnrissig entlarvt? Lammbock hat seine Wirkung als Kifferkomödie verfehlt. Er hat mich nicht aufgeheitert, sondern traurig gemacht, weil mir klar wurde, dass ich im Kinosaal zu 70% von gedankenlosen Vakuumschädeln umgeben war. Immerhin, wenigstens eine brauchbare Offenbarung.



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