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Gran Torino

(Gran Torino, 2008)

Durchschnittliche Redaktionswertung

75%



Inhalt

Der frustrierte Koreakrieg-Veteran Walt Kowalski lässt sich nicht zum Opfer machen. Gegen die ansteigende Gewalt in seiner Nachbarschaft geht er mit äußerster Härte und Selbstjustiz vor. Als ihm fast seine größte Leidenschaft geklaut worden wäre, sein Auto, ein 1972er Gran Torino, versucht er, anstatt den Täter, einen asiatischen Teenager, der zugleich sein Nachbar ist, zu bestrafen, diesen wieder auf den rechten Weg zu führen.

Kritik

von Julian Reischl

Wertung Kritik

75%

Bewegendes Drama um einen Veteranen aus dem Koreakrieg, der die eingeimpften Vorurteile aus dem seit Dekaden vergangenen Konflikt erst mit dem Einzug ausgerechnet koreanischer Nachbarn abzubauen beginnt. Während langsam eine kleine Freundschaft sprießt, rutscht der Veteran in einen hässlichen Gang-Konflikt. Hervorragendes Drama mit wenigen Figuren, gekonnt gespielt und inszeniert von Clint Eastwood.

Bild aus Gran Torino Walter Kowalski, für seine wenigen Freunde Walt, war im Koreakrieg. Dort hat er vor bald 60 Jahren unsägliche Grausamkeiten erlebt, aber auch angerichtet. Seither ist Kowalski ein verbitterter Pedant. Sein Haus ist stets militärisch-makellos gepflegt, seine schon lang erwachsenen Kinder mit schärfstem Drill erzogen und daher entfremdet. Als seine Frau beerdigt wird, verhält sich auf der Trauerfeier vom Priester bis zum letzten Gast auch niemand respektvoll genug für seine Vorstellungen.

Ganz klar: Walter Kowalski will man nicht als Nachbarn haben. Im leerstehenden Nachbarhaus, dessen Besitzer ebenfalls verstorben ist, zieht ausgerechnet eine koreanische Familie ein. Genaugenommen handelt es sich um Angehörige der Hmong, was Kowalski aber nicht weiß, und was dem verhärmten alten Mann aber auch ziemlich schnuppe wäre. Unaussprechliche Namen, exotisches Essen und skurrile Gebräuche kann Kowalski gar nicht brauchen, und so blafft er die Nachbarn bereits an, wenn sie ihn auch nur anschauen.

Alles geht halbwegs gut, bis Taoh, der junge Sohn der neuen Nachbarn, von einer lokalen Gang dazu genötigt wird, als Aufnahmeritual für diese Gang (in die er eigentlich gar nicht will) Kowalskis schönen alten Ford Gran Torino von 1972 zu stehlen. Taoh stellt sich natürlich dumm an, wird von Kowalski erwischt und fängt sich fast eine Kugel in den Schädel ein. Das ohnehin schon gespannte Nachbarschaftsverhältnis droht in Hass umzuschlagen.

Doch als Kowalski mitbekommt, wie die fünf Gangmitglieder Taoh wegen seines verpatzten Aufnahmerituals schikanieren, schreitet er erstmals für die koreanischen Nachbarn ein. Die Gang lässt sich von seiner alten Flinte vertreiben, doch wird Rache geschworen. Tatsächlich dauert es nicht lang, bis aus den Muskelspielen ein ausgewachsener Konflikt geworden ist, dessen Komplexität einem gordischen Knoten gleichkommt.

Clint Eastwoods Lust, Filme zu machen, ist nicht totzukriegen. Zum Glück, denn auch mit bald 79 Jahren hat der Mann mehr Biss als viele Newcomer, die den Zuschauern das Blaue vom Himmel versprechen, dies aber meist nicht halten können. Sein geradezu kammerspielartiges Drama verknüpft die aktuellen sozialen Probleme von Amerikas Ballungsräumen gekonnt mit den Dämonen, die ein alter Veteran (aber in geringerem Maße auch jeder andere alte Mensch) mit sich herumschleppt. Dass dadurch Walters Entfremdung von der erbgeilen Familie vorangetrieben wird, zeigt umso deutlicher, dass die Abschiebepolitik der westlichen Gesellschaft, die ihre Alten lieber in Heime verbannt, als sie bis zum Tode im Mittelpunkt der ursprünglich von ihnen geschaffenen Familie zu ehren, bis ins Mark fehlgeleitet ist.

Besonderes Augenmerk legt Eastwood auf die späte Annäherung der Kulturen über die Generationen zwischen seiner Figur, dem verbissenen Veteranen, und dem pickeligen, jungfräulichen, augenscheinlich nichtsnutzigen Sohn der Fremdlinge, die offenbar gekommen sind, um sein geliebtes Amerika zu überfremden.

Eastwood inszeniert mit nur wenig Aufwand das Wesentliche einer jeden Szene, sein Film wirkt wie das handwerklich unnötig arbeitsaufwendige, aber dafür 100% handgemachte Endprodukt von einem Liebhaber, dessen Werkstatt seit Jahrzehnten nicht mehr modernisiert wurde: Old School, aber absolut solide. Sogar singen tut der Mann am Ende selbst, und das gar nicht mal so schlecht. Nur wenn er auf der Leinwand knurrend den Mundwinkel verzieht, um seinen Unmut auszudrücken, erinnert Eastwood eher an einen zornigen Hund als einen verbitterten Veteran. Doch dieses Detail spielt im großen und ganzen keine Rolle.

Die Aussage, nämlich dass Erlösung von den eigenen Sünden immer möglich ist, schlägt beim Kinobesuch tiefe Krater in die eigene Laune. Nichtsdestotrotz muss man dem alten Haudegen Eastwood Respekt zollen, dass er sich nicht dem Diktat des gefälligen Massengeschmacks unterwirft und stattdessen zeigt, dass gute Filme eben von innen heraus kommen. Ganz großes Kino.

Keine weitere Wertung


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