In David Frankels neuestem Werk dreht sich alles um den Hund. Der Mann, der vor 3 Jahren mit Der Teufel trägt Prada eine großartige Komödie hinlegte, beschäftigt sich nun mit dem besten und zuverlässigsten Freund des Menschen. Dabei ist Marley & Ich kein reiner Hundefilm, auch wenn selbiger durch den ganzen Film führt. Orientiert hat sich Frankel an dem gleichnamigen Sachbuch von John Grogan, welches Paaren hilfreiche Tipps über das Zusammenleben und die Tücken der Ehe gibt.
Die Verfilmung eines Sachbuches führte jüngst bei Er steht einfach nicht auf Dich! schon nur zu mäßigem Erfolg. Diesmal geht es um das jungvermählte Paar John und Jenny Grogan, die in Florida ein neues Leben beginnen. Jenny gestaltet ihr Leben anhand eines Plans, dessen Etappen neben der Jobfindung auch irgendwann den Familienzuwachs vorsehen. Da sich John dafür noch nicht bereit fühlt, schafft er einen Hundewelpen an, Marley, um seiner Frau zumindest das Gefühl einer sorgenden Mutter zu geben. Das liebe Hundebaby entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem äußerst lebhaften Tier und hält die beiden ordentlich auf Trab. Zudem verläuft die Einhaltung des Lebensplans anders als vorgesehen, ist von Höhen und Tiefen, drei Kindern, Fehlschlägen und einem Umzug geprägt.
Marley und Ich kann sich nie entscheiden, zu welchem Genre es gehören will. Es ist weniger eine Geschichte über einen Hund, als vielmehr eine Mischung aus Beziehungsdrama, Melodram und Komödie. Das erste Viertel des Films lebt von der Bewältigung des Alltags mit dem jungen, quirligen Marley, der dem Paar das Leben schwer macht. Er zernagt Sofas und Wände, trinkt aus dem Klo und fliegt aus der Hundeschule. Daraus ergeben sich einige nette und durchaus humorvolle Szenen, insbesondere durch den Kurzauftritt von Kathleen Turner als Hundetrainerin. Zudem findet John in seinem Beruf als Kolumnist große Inspiration in Marleys Zerstörungstrieb.
Sobald die Grogans mit der Familienplanung beginnen, beginnt sich auch der Tenor des Films zu verändern. Von nun an scheint er sich nicht entscheiden zu können, ob er mehr Komödie oder mehr Drama sein möchte. Ein Schicksalsschlag nach dem anderen trifft das Paar, von der Fehlgeburt über den Kinderregen bis hin zur ständigen Gewissheit, dass John nie so erfolgreich in seinem Job sein wird, wie seine Frau. Und trotzdem wird er zum Haupternährer seiner stetig wachsenden Familie beordert, hängt seinen Reporterberuf zugunsten des Kolumnisten an den Nagel und verdient mit diesem Job plötzlich erstaunlich gut. Zu gut, um das als realistisch anzusehen.
Frankel findet spätestens ab der Hälfte des Films keinerlei Gleichgewicht in seiner Geschichte. Als Zuschauer wird man Zeuge eines Beziehungsdramas zwischen Owen Wilson und Jennifer Aniston, von dem man sicher ist, dass sie solcherlei dargestellte Probleme in ihrem realen Leben noch nie bewältigen mussten. Sie wirken stets zu zuckersüß und braun gebrannt, als dass sie ihren Figuren Glaubwürdigkeit verleihen könnten.
Am Ende des Films steht, wie sollte es auch anders sein, eine schwere Entscheidung über das Schicksal eines inzwischen gealterten Marley. Dieser rührselige Part hätte in einen echten Hundefilm wesentlich besser gepasst, in einer als Komödie angepriesenem Film wirkt er völlig fehl am Platz und sorgt für seine übertriebene Länge vielmehr für Ärger ob des vorhersehbaren und abstrusen Endes. So bleibt von der fröhlichen Einstimmung zu Beginn des Films am Ende nur ein schaler Hauch und überraschend viel Langeweile übrig. Und man ärgert sich ob der vergossenen Tränen, die das rührselige Ende mit sich bringt.