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Die wilden Hühner und das Leben

(Die wilden Hühner und das Leben, 2009)

Dt.Start: 29. Januar 2009
DVD: 13. August 2009
Premiere: 29. Januar 2009 (Deutschland)
FSK: o.A. Genre: Komödie
Länge: 112 min Land: Deutschland
Darsteller: Michelle von Treuberg (Sprotte), Lucie Hollmann (Frieda), Sonja Gerhardt (Melanie), Zsa Zsa Inci Bürkle (Trude), Jette Hering (Wilma), Jeremy Mockridge (Fred), Vincent Radetzki (Willy), Philip Wiegratz (Steve), Martin Kurz (Torte), Paula Schramm (Sabrina), Nicole Mercedes Müller (Lilli), Milena Tscharntke (Verena), Paulina Rümmelein (Bob), Veronica Ferres (Sybille), Doris Schade (Oma Slättberg), Jessica Schwarz (Frau Rose), Benno Fürmann (Lehrer Grünbaum), Kostja Ullmann (Max)
Regie: Vivian Naefe
Drehbuch: Thomas Schmid, Uschi Reich, Vivian Naefe


Inhalt

Sprotte, Frieda, Wilma, Melanie und Trude sind wieder da. Diesmal heißt es Erwachsen werden, doch das ist gar nicht so einfach. Sprotte versteht nicht ganz, warum ihr Freund Fred es auf einmal mit dem ersten Mal so eilig hat. Melanie verbirgt etwas, was sie nicht mal ihren besten Freundinnen mitteilen will. Als es dann auf Klassenfahrt geht, haben auch Frieda, Wilma und Trude so ihre eigenen Gefühlseskapaden, die für mächtig viel Chaos sorgen. Dass auch noch Sprottes Mutter Sybille als Aufsicht dabei ist und ihrerseits eine Überraschung hat, macht das ganze ebenfalls nicht einfacher.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Die wilden Hühner und das Leben hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 55%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Harald Witz
Die wilden Hühner und das Leben hat eine Wertung von 55%
Das dritte Abenteuer der Wilden Hühner ist ein Abschied von Sprotte, Frieda, Trude und Wilma, die diesmal ins Landschulheim gehen. Dort haben sie mehr Probleme miteinander, mit den Pygmäen, mit der Liebe und mit einer Nachwuchsbande, als ihnen lieb ist. Vivian Naefe kann zwar fast das ganze Hühner-Team aufbieten, doch weder Handlung noch Inszenierung erweisen sich als glücklich. Für Fans der Cornelia Funke-Bestseller-Adaptionen.

Bild aus Die wilden Hühner und das Leben Es ist nicht nur ein Abschied von der unbeschwerten Kindheit oder der aufregenden ersten Liebe. Es ist auch ein Abschied von den Wilden Hühnern selbst, denn nicht nur Sprotte, Frieda, Trude und Wilma fahren als erfahrene Teenager mit ihrer Klasse ins Landschulheim, auch ihre Darstellerinnen sind reifer geworden. Aus Neulingen sind junge Stars geworden, die mehr als nur einer Sache verpflichtet sind. Deshalb muss Sonja Gerhardt auch Paula Riemann in der Melanie-Rolle ersetzen. Dafür stürzen sich Michelle von Treuberg (Sprotte), Lucie Hollmann (Frieda), Zsa Zsa Inci Bürkle (Trude) und Jette Hering (Wilma) umso vehementer in die jugendlichen Verstrickungen des Funke-Franchises von Vivian Naefe.

In ein Landschulheim in der Voreifel geht die Busreise der Klasse von Frau Rose (Jessica Schwarz) und Herr Grünbaum (Benno Fürmann). Doch die Vorfreude der Hühner und der Pygmäen wird durch verschiedene Ereignisse getrübt. Vor allem Sprotte hat so ihre Sorgen. Zunächst war ein Happy-End der Eltern buchstäblich in weite Ferne gerückt. Dann fährt Mama (Veronika Ferres) mit ins Landschulheim - als Busfahrerin! Und schließlich kriselt es zwischen ihr und Fred (Jeremy Mockridge), denn sie fühlt sich noch nicht bereit für Sex. Schon macht ein Mädchen (Paula Schramm) aus einer anderen Landschulheim-Klasse ihrem Fred schöne Augen. Auch zwischen Melanie und Willi (Vincent Radetzki) knarzt es gewaltig, denn Melanie glaubt schwanger zu sein. Auch Torte (Martin Kurz) von den Pygmäen benimmt sich geradezu unberechenbar...

Zu allem Überfluss haben sich ein paar Mädels aus der vierten Klasse zu den "Wilden Küken" zusammengeschlossen und sorgen mit rotzfrechen Streichen für Aufregung bei den "Hühnern". Das ist aber nur der Anfang der turbulenten Ereignisse, bei denen nicht einmal die Lehrkräfte den Durchblick haben. Nun, warum sollten die Rose und Grünbaum von all dem Beziehungschaos verschont werden?

Noch einmal gelingt Vivian Naefe eine ambitionierte Umsetzung der bekannten Cornelia Funke-Bücher. Doch diesmal sorgt die versammelte Kinder- und Jugendfilm-Kompetenz um Thomas Schmid, Uschi und Marie Reich, Vivian Naefe und Cornelia Funke höchst selbst für keine runde Erzählung. Umständlich und kompliziert wie die Probleme der Wilden Hühner ist die Handlung geraten, was der Sympathie für die erfolgreiche Reihe zwar keinen Abbruch tut, aber den Genuss der Kinounterhaltung einschränkt. Vieles wirkt plötzlich gekünstelt, wo früher heitere Gruppendynamik alles übertünchte. Übergroße Vorsicht und die Angst vor Fehlern lähmt die Macher. Viele Szenen, für die sie in den beiden vorherigen Werken so erfrischend leichte Lösungen gefunden hatten, entgleiten ihnen diesmal.

Aber nicht nur hinter der Kamera ist nicht mehr alles so wie früher sondern auch davor. Mittlerweile haben die jungen Darstellerinnen ihre Frische und Leichtigkeit verloren, sind nicht unsicher und sympathisch wie Teenager, sondern sie spielen diese Unsicherheit und mimen das Teenager-Dasein. Sie folgen lieber den Lehransätzen aus den zwischenzeitlich belegten Schauspielkursen anstatt wie früher aufs simple Bauchgefühl zu achten. Oft genug wirken viele Momente unnatürlich und so manche Emotion vermittelt einen aufgesetzten Eindruck.

Ob das Werk als Staffelstab-Übergabe gedacht ist, lässt sich schwer sagen. Zwar erhalten die Wilden Küken Lilli (Nicole Mercedes Müller), Verena (Milena Tscharntke) und Bob (Paulina Rümmelein) einigen Platz in der filmischen Erzählung und am Ende auch den Ritterschlag der dem Banden-Dasein entwachsenen Hühner. Doch aufgrund der vielen Unwuchten dürften neue Hühner kaum schwierigere Startbedingungen vorfinden können. Eine weitere Fortsetzung darf deshalb als eher unwahrscheinlich gelten.



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