Horrorremakes gibt es wie Sand am Meer und am häufigsten scheinen asiatische Filme die Inspiration amerikanischer Filmemacher zu fördern. Während die meisten dieser Neuinterpretationen ziemlicher Murks sind, erweist sich dieses Werk zumindest als eine halbwegs ordentliche Überraschung, auch wenn im Vergleich zum großartigen Original noch Welten liegen.
Obwohl es bislang gerade mal eine Handvoll gelungener Remakes von asiatischen Horrorfilmen gibt (dazu zählen wohl die bislang besten GenrevertreterRing, Mirrors und Der Fluch - The Grudge) und der Zuschauer meist mit unterster Genreware konfrontiert wird, können es die Produzenten aus Hollywood einfach nicht lassen und versuchen sich nun an einem Remake des großartigen A Tale of Two Sisters des koreanischen Regisseurs Ji-Woon Kim. Da zumindest der Trailer eindrucksvoll geschnitten war und die ersten Meinungen aus den Vereinigten Staaten recht positiv ausfielen, konnte man als Zuschauer zumindest hoffen, dieses mal keinen Supergau erleben zu müssen.
Die pflegebedürftige Mutter der beiden Teenager Anna und Alex kam vor einiger Zeit bei einem Feuer in ihrem Bootshaus ums Leben. Die jüngere der beiden Schwestern Anna konnte das Ganze nicht verarbeiten und wurde daraufhin in die Psychiatrie eingewiesen. Nach einer Zeit der Besserung darf sie nun wieder zurück zu ihrer Familie, um entsetzt fest zu stellen, dass ihr Vater nun mit der Pflegerin ihrer Mutter zusammen ist. Des Weiteren scheint ihre Heilung in Gefahr als ihr der Geist ihrer toten Mutter erscheint.
Zu Beginn wird gerade der Kenner des Originals laut aufschreien, denn Hollywood hat das ruhige Original zu einem Teenievehikel umfunktioniert. Schon zu Beginn wird dem Szenario eine unnötige Romanze hinzugefügt, dazu werden die Charaktere von jungen attraktiven Darstellern gespielt, deren Bekleidung selten über einen knappen Rock oder ein bauchfreies Top hinaus geht. Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, wird man jedoch positiv überrascht, dass sich der Film scheinbar nah an die Story des Originales hält, auch wenn einer der Plottwists dem Zuschauer etwas arg offensichtlich unter die Nase gerieben wird.
Inszeniert wird das Ganze von den Guard Brothers, die für die PG-13-Zielgruppe sicher auch den ein oder anderen Schocker bringen können. Für den geneigten Genrefan wirkt das Ganze eher wie ein bemühter Versuch so etwas wie Spannung zu erzeugen. Lobenswert immerhin die Intention der Regisseure, den Film ebenso ruhig wie A Tale of Two Sisters in Szene zu setzen, jedoch scheitert das Ganze daran, dass dem Film die inszenatorischen Einfälle eines Ji-Woon Kim fehlen und sich statt Begeisterung nicht mehr als gepflegte Langeweile einstellen konnte.
Die große Stärke des Filmes ist jedoch, dass es den Drehbuchautoren gelang, auch den Zuschauer des Originals an der Nase herum zu führen. Denn während man sich im Glauben wähnt, das mit dem Holzhammer dargebrachte Ende zu kennen, wird man komplett auf dem falschen Fuß erwischt. Diese Änderung an sich hält zwar keinen Vergleich zu seinem Vorbild stand, jedoch rechtfertigt gerade eine andere Interpretation wie diese die Produktion eines Remakes und hebt den Film damit alleine schon von der üblichen Masse ab.
Obwohl man mit David Straithairn und Elizabeth Banks zwei gute Darsteller an Bord hat, werden diese leider vollkommen verheizt. Während Straithairn sichtlich unterfordert ist und nur in der finalen Szene ansatzweise sein Talent zeigen kann, ist Banks schlicht und ergreifend fehlbesetzt und überschreitet klar die Grenze zum Overacting. Die Jungdarstellerin Emily Browning hingegen ist sichtlich bemüht, kann jedoch den Film im Alleingang nicht tragen, während ihre Filmschwester Arielle Kebbel sowieso nur als Teenielockfang gecastet wurde.
Bleibt festzuhalten, dass Der Fluch der 2 Schwestern einen großen Trumpf in der Hand hat, so vermag er den Kenner des Originals durchaus zu überraschen. Dennoch genügt dies aufgrund der zahmen Regie auch nicht, um den Film aus dem Mittelmaß zu hieven und den Zuschauer auch nur ansatzweise zu schocken. Aus diesem Grunde sollte man es vielleicht bei dem wirklich gruseligen Trailer belassen oder den um Längen besseren A Tale of Two Sisters aus der Videothek ausleihen.