Ein schlagkräftiger Taxifahrer, zwei außerweltliche Teenager, ein Haufen schwarzgekleideter Agenten und ein hässlicher Alien, der in einem Hi-Tech-Kampfanzug steckt. Erstere sind auf der Flucht, die anderen hinter ihnen her, und irgendwann treffen sich alle zur Big-Party. Bis dahin gibt es eine Menge Action, Humor und etwas CGI-Getrickse. Fertig ist ein solide gemachtes Sci-Fi-Abenteuer. Disney legt einen eigenen, mehr als drei Jahrzehnte alten, Film neu auf und liefert Entertainment für die ganze Familie. Das ist cineastisch nicht gerade herausragend, kann man sich mit den Kids aber mal gönnen.
Manche Geschichten haben das Potenzial wieder und wieder aufgelegt zu werden. 1975 wurde die Story um ein mit übersinnlichen Kräften gesegnetes und auf der Flucht befindliches Geschwisterpärchen zum ersten Mal verfilmt. Es folgte sogar eine Fortsetzung und ein TV-Remake. Man kann dieser Geschichte also nicht ohne weiteres ihre Daseinsberechtigung absprechen. Nun, 34 Jahre nach der Erstauflage, wagt sich Disney wieder an den eigenen Filmstoff und will dieses Abenteuer einer neuen Generation von Kindern und jungen Teenagern schmackhaft machen.
Waren die Herkunft der Kräfte der Geschwister im Original eher nebulöser Natur, wird es diesmal sehr schnell konkret. Anders als beim Vorgänger Die Flucht zum Hexenberg ist die Story weniger Fantasy-haft. Von der ersten Sekunde an ist klar: Hier ist Sci-Fi angesagt. Allerdings mit einem, in den gegenwärtigen Zeitgeist gut hineinpassenden, "Öko-Weltrettungs-Touch". Bei ihrer Flucht vor irdischen Alienjägern und außerirdischen Killern landen die, auf unserem Planeten gestrandeten, Geschwister Sara und Seth (AnnaSophia Robb und Alexander Ludwig) in Jacks (Dwayne "The Rock" Johnson) Taxi. Dieser ist genau wie die beiden Kinder ebenfalls gestrandet: Früher Rennfahrer, kutschiert er heute nervende Zeitgenossen durch Las Vegas.
Für einen extra langen Trip raus aus Vegas bieten ihm seine jungen Fahrgäste einen Haufen Kohle. Doch kaum aus der Stadt raus, ist ihnen eine Regierungssondereinheit auf den Versen. Jack hält die Typen in den großen schwarzen SUV-Limous aber für die Muskelmänner eines Ganoven, mit dem er noch eine Rechung offen hat. Nach einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd mit reichlich demoliertem Blech und der Gelegenheit für die Geschwister ein wenig ihre Wunderkräfte wirken zu lassen - wovon Jack aber, der mit anderen Dingen beschäftigt ist, nichts mitbekommt - gelangen die drei zu einer verlassenen Hütte mitten in der Wüste Nevadas. In einer unterirdischen Höhle gibt es etwas, was Sara und Seth brauchen, um wieder nach Hause zu kommen. Eine Kreatur, die in einem nahezu unzerstörbaren Körperpanzer steckt, hat es aber auf die Geschwister abgesehen und erwartet sie schon. Ihre Überlebenschancen stehen nicht gerade zum Besten. Das Schicksal der Kids könnte auch zu dem der Erde werden. Ein Babysitter-Bodygard-Job für Jack, dessen Schutz die beiden bitter nötig haben.
Der Spagat zwischen Actionfilm und familientauglicher Unterhaltung ist nicht immer leicht. Disney hat sich mit diesem Anliegen schon mal Übergrätscht. Diesmal scheint es besser gelungen zu sein. Daran, dass die Story in sich betrachtet völliger Unfug ist, ändert sich aber nichts. Das liegt nicht einmal daran, dass es sich um eine Geschichte über außerirdische Besucher handelt, die nun mal so aussehen wie zwei niedliche Teens. Es kann nur niemand auch nur im Ansatz glaubhaft erklären, warum zwei mit Superkräften ausgestattete Kids unbedingt die Hilfe eines raubeinigen Taxifahrers nötig haben. "The Rock" hin, "The Rock" her; gegen einen Super-Cylonen from outer Space sieht auch er keine Sonne.
Davon und den recht voraussehbaren Wendungen mal abgesehen, liefert der Film aber das was man von ihm erwarten kann: eine satte Portion prinzipiell unblutiger Action, ein gehöriges Maß an Witz und Humor, handwerklich solide Spezialeffekte (allerdings ohne nennenswerte Magie) und eine volle Breitseite Sidekicks in Richtung UFO-Believer und SF-Convention-Freaks. Allerdings niemals boshaft, sondern immer in freundlicher Ironie verpackt und mit einer kleinen Verbeugung vor der Fan-Community.
Herausgehoben werden sollten die beiden Jungdarsteller, vor allem die aus Brücke nach Terabithia bekannte Anna Sophia Robb, die streckenweise den Film beinahe alleine trägt und dafür sorgt, dass die hanebüchene Story noch irgendwie charmant rüberkommt. Johnson spielt seinen Part routiniert und hält sich sonst eher zurück, um den beiden Teens mehr Raum für ihr Spiel einzuräumen. Die beiden wurden für die Rolle scheinbar handverlesen. Ihre zerbrechliche Grazilität bringt durchaus etwas Außerweltliches mit sich, was richtig gut in die Geschichte passt. Die Jagd zum Magischen Berg ist solide Familienunterhaltung oder für Teens um die Zwölf gut geeignet. Nett mal so für zwischendurch. An Klassiker wie Der Flug des Navigators kommt der Streifen aber nicht heran.