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Shopaholic

(Confessions of a Shopaholic, 2009)

Dt.Start: 12. März 2009 Premiere: 13. Februar 2009 (USA)
FSK: o.A. Genre: Komödie
Länge: 104 min Land: USA
Darsteller: Isla Fisher (Rebecca Bloomwood), Hugh Dancy (Luke Brandon), Krysten Ritter (Suze), John Goodman (Graham Bloomwood), Stephen Guarino (Allon), Joan Cusack (Jane Bloomwood), Steve Greenstein (Gyro Vendor)
Regie: P. J. Hogan
Drehbuch: Tim Firth, Tracey Jackson


Inhalt

Rebecca Bloomwood ist eine junge Frau, die gerne einkaufen geht und von einem Job bei ihrem Lieblings Fashion-Magazin träumt. Ersteres tut sie bereits ausgiebig, an letzterem beißt sie sich noch die Zähne aus. Doch wie es der Zufall will, ergattert Rebecca einen Job bei einem Finanzmagazin, das vom selben Verlag wie das Mode-Magazin herausgegeben wird. So nah an ihrem Ziel muss sie allerdings höllisch aufpassen, denn zu Hause häufen sich die Rechnungen ihrer ausgiebigen und zahlreichen Einkaufstouren und bei der Bewerbung hat sie auch nicht ganz die Wahrheit gesagt.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Shopaholic hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 70%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Shopaholic hat eine Wertung von 70%
Klischeefrei ist anders. Shopaholic führt in die Welt, in der Dazugehören, der schöne Schein und die glamouröse Fassade mehr wert sind, als alles andere. Die Frauen in dieser Welt können keinem Schaufenster widerstehen. Ganz typisch für großstädtisch-amerikanische Verhältnisse, zaubern sie aus den unergründlichen Tiefen ihrer Luis-Vuitton-Täschchen gleich ein halbes Dutzend Kreditkarten hervor, um dem Einkaufswahn zu frönen. Kurzweilige Unterhaltung, die wie ein süffiger Cocktail den Hals herunter rinnt und sogar eine Spur Gesellschaftskritik enthält.

Bild aus Shopaholic Rebecca Blomwood ist eine attraktive, modebewusste, junge und aufstrebende Journalistin. Ihr größter Traum, für eines der New Yorker Top-Modemagazine als Redakteurin zu arbeiten. Bei Ihrem Klamottenfimmel scheint sie eigentlich wie geboren dafür. Eben dieser bringt sie aber kurz vor einem Vorstellungsgespräch ins Stolpern: Ein verführerischer grüner Schaal, den sie unbedingt besitzen muss, obwohl nahezu jede ihrer Kreditkarten am Limit ist, winkt ihr von einer Kleiderpuppe; er würde so perfekt zu ihrem Look passen... Wenig später, mit blitzeblanken Kreditkarten, dafür aber um einen grünen Schaal reicher, steht sie beim Verlagshaus auf der Matte. Der Job beim Modemagazin ist aber schon weg. Doch unter dem Dach des Mediengiganten werden noch mehr Magazine verlegt und Rebecca landet zu einem Vorstellungsgespräch beim Chefredakteur (Hugh Dancy) einer Finanzzeitschrift.

Eigentlich will sie diesen Job gar nicht, und wahrscheinlich ist sogar ein Kanarienvogel in Wirtschaftsangelegenheiten besser bewandert; doch der Chef des Blattes möchte ihr eine Chance geben. Die Verkaufszahlen des Magazins sind nicht die besten und etwas frischer Wind und juveniler Schwung sind möglicherweise genau das, was dem Magazin fehlt. Es ist ein wenig so, als würde man Verona Poth zur gehobenen Polittalkerin befördern. Irgendwie gelingt es Rebecca aber tatsächlich mit einem Artikel den Nerv der Leserschaft zu treffen und dem Magazin wieder Leben einzuhauchen. Prompt avanciert sie zur festen Kolumnistin. Und es könnte alles fortan gut laufen, wenn sie sich nicht in Ihren Boss vergucken würde, den eine andere bereits fest im Visier hat und ihre Kaufsucht zügeln könnte, die inzwischen nicht nur ihre Existenz, sondern auch die Freundschaft zu ihrer besten Freundin Sue (Krysten Ritter) gefährdet.

Shopaholic beinhaltet die typischen Zutaten, welche solch Comedy-Kochrezepte benötigen, damit sich der kommerzielle Erfolg einstellt: die richtige Portion Herzschmerz, viele schöne und erfolgreiche Menschen, die gar nicht so anders scheinen als die Normalsterblichen, flotte, gut getimte Gags, etwas überschäumende Slapstick und kuriose Plotwendungen, sowie eine fein dosierte Portion Selbstironie, Softsatire und Sozialkritik. Das ganze ist nicht einmal unintelligent verpackt: Wie sich Rebecca aus der Affäre zieht, als sie dem Nokia-Chef aus Finnland vorgestellt wird (sie hatte im Lebenslauf tatsächlich angegeben fließend Finnisch zu sprechen, obwohl sie davon noch weniger versteht, als von Investment-Banking), hat beinahe schon einen Woody-Allen-Touch.

Die erzählerischen Wendungen sind aber nicht immer wirklich originell: beispielsweise, dass Rebecca früher oder später zur Therapie zu den "Anonymen Shopaholicern" muss. Doch den Machern gelingt es immer wieder, diese Vorhersehbarkeit einzusetzen und der Story noch eine zweite Pointe abzuringen. Das sorgt tatsächlich dafür, dass Komik und ein gewisser Mutterwitz nicht völlig versanden. Der Streifen entwickelt damit tatsächlich Charme und Herz. Anleihen bei Der Teufel trägt Prada sind nicht von der Hand zu weisen. Allerdings muss die Besetzung von Shopaholic ohne eine Leinwandlegende vom Format einer Meryl Streep auskommen. Das kann nicht kompensiert werden. Und glücklicherweise versucht der Film das auch gar nicht.

Interessant der Auftritt John Goodmans als Vater der Protagonistin. Sichtlich gealtert aber immer noch Figuren verkörpernd, die regelrecht wie aus Roseanne herausgeschnitten scheinen. Das kleine aber besondere Fragezeichen im Kopf mag vor allem der Produzentenriege gehören: Jerry Bruckheimer hätte man nicht sofort für solch ein Werk auf dem Plan. Bei ihm denkt man doch eher an Bombast-Kino, Fantasy-Spektakel und Action-Feuerwerke im Stile der Fluch der Karibik-Trilogie. Letzen Endes stimmt aber die Mischung. Shopaholic ist temporeich inszeniert, das Timing der Gags ist gut und die Situationskomik ist recht abwechslungsreich.

Vorlage für den Film bilden die ersten beiden Bücher aus der Bestsellerreihe Die Schnäppchenjägerin Sophie Kinsellas, die weltweit schon etliche Millionen Male über die Ladentheke gingen. Natürlich werden alle die besonderen Marotten des schönen Geschlechts parodiert und liebevoll persifliert. Ultrafeministinen mag das sogar leicht sauer aufstoßen. Statements wie: So sind wir halt, da habt ihr was worüber ihr euch amüsieren könnt., sind da nicht aus der Luft gegriffen. Bedenken sollte man aber, dass der Film einfach zu harmlos ist, um sich darüber ernstlich den Kopf zu zerbrechen. Konsumwahn und Kaufsucht kommen letzen Endes nicht wirklich gut weg. Und sogar ein feiner aber deutlicher Seitenhieb auf die Chefetage der Bankenwelt, die sich in Zeiten einer weltweiten Finanzkrise selber noch mit Boni-Zahlungen überhäuft, bleibt nicht aus. Man stelle sich vor, Mario Barth wäre eine Frau (auch wenn das so manche Schwierigkeit bereiten mag) und würde dann einen Film drehen, bei dem sich Frauen selber auf die Schippe nehmen: So in etwa ist Shopaholic.



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