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Sympathische Komödie über das Auf und Ab in einer kleinen Fabrik, deren Belegschaft halbiert werden soll. Zudem knistert es heftig zwischen der eiskalten Management-Karrierefrau Lucy, die das Gemetzel abwickeln soll, und einem der Mitarbeiter. Natürlich wendet sich alles zum Guten, soviel darf erwartet werden, doch der Weg dorthin ist überraschend und bisweilen hochinnovativ. Ein netter Film für zwischendurch.
Lucy arbeitet für den Vorstand eines großen Lebensmittelproduzenten. Das Hauptquartier des Konzerns befindet sich im sonnigen Miami, und so genießt Lucy die lauen Sommerabende, das Meer und den Strand, wenn sie nicht gerade arbeiten darf. Denn Lucy ist karrierebesessen, nichts ist ihr so wichtig wie das Emporkommen im Unternehmen. Daher meldet sie sich auch für den unangenehmen Job, eine Fabrik im Norden effektiver zu machen.
Im fernen Minnesota, das an Kanada grenzt, ist der nahende Winter weit deutlicher zu spüren als im sonnigen Florida. Keine Frage, Lucy hat definitiv falsch gepackt für den Job. Auch erleichtert es den Job nicht gerade, dass die dörfliche Gemeinschaft der Fabrikarbeiter zusammenhält wie Pech und Schwefel. Immerhin soll Lucy die halbe Belegschaft feuern und den Betrieb deutlich stärker automatisieren.
Dass mit Lucy nichts Gutes in ihren Ort gekommen ist, ahnen auch die Bewohner von New Ulm. Ihr instinktiver Widerstand gegen das aufgetakelte Püppchen aus dem Süden regt sich automatisch. Für Lucy ist es nahezu unmöglich, in New Ulm überhaupt Essen zu gehen.
Schon nach wenigen Filmminuten hat Lucy es sich mit dem halben Ort gründlich verscherzt und sich aus einigen Leuten, mit denen sie eigentlich zusammenarbeiten sollte, bittere Feinde gemacht. Doch irgendwie fällt es Lucy auch nicht so leicht wie erwartet, einfach ein paar Kündigungen auszusprechen. Die Zwickmühle, in der sich die junge Managerin befindet, ist komplexer als befürchtet.
Natürlich ist das Thema Jobverlust in der Wirtschaftskrise ein sicheres Pferd, auf das man mit einer Filmproduktion setzen kann. Nichtsdestoweniger dreht sich der Film jedoch um allgemeingültige Themen, die überhaupt nichts mit der gegenwärtigen Krise zu tun haben. Die karrieregeile Businessfrau, die für ihr eigenes Wohl über Leichen zu gehen bereit ist, wandelt sich im Film natürlich zu einem besseren, sozialverträglicheren Menschen. Das ist - schon von Anfang an sonnenklar - der rote Faden, der sich durch den Film zieht.
Nun ist es jedoch so, dass der wirtschaftsmoralische Aspekt im Film leider recht wenig beleuchtet wird. Zwar versucht Lucy nach einer Weile, die halbe Belegschaft doch nicht kündigen zu müssen, doch das System selbst wird nicht hinterfragt. Wie es eben nur menschlich ist, wird mit dem Nachdenken aufgehört, kaum dass die eigenen Schäfchen (in diesem Falle eben die Leute von New Ulm) im Trockenen sind.
Dennoch ist der Film ein guter Anlass, um selbst einmal ein wenig ins Grübeln zu kommen über die Frage, wie Wirtschaft funktioniert und wo die systemimmanenten Ungerechtigkeiten liegen. Diese verhältnismäßig wenigen Denkansätze werden gekonnt verpackt in eine sympathische Komödie mit romantischer Note.
New in Town ist eine Wirtschaftskomödie im Stile von Gung Ho, spielt in der winterlichen Ödnis von Fargo - Blutiger Schnee und ist eine gute Vorbereitung auf Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte. Empfehlenswert zur Einstimmung auf ernsthafte Diskussionen. |