Beeindruckender erster Teil der Biographie eines real existierenden französischen Schwerverbrechers, der in den 1960ern und 1970ern das Land in Atem hielt. Vincent Cassel brilliert als ruchloser Räuber, Ausbrecher, Mörder und Verführer, dem die Frauen reihenweise zu Füßen liegen. Der Film wird in zwei Teilen mit einigen Wochen Abstand in die Kinos gebracht.
Ein schlacksiger französischer Soldat wird im Algerienkrieg der 1950er von seinem Vorgesetzten zu einer Gewalttat gezwungen. Es ist offenbar, dass in diesem Moment etwas zerbricht in Jaques Mesrine. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich bekommt er über seine Eltern einen Job in einer Fabrik angeboten, den der junge, lebenslustige Mann aber ausschlägt. Stattdessen sieht Jacques sich beeindruckt vom Reichtum eines Kumpels, der im Bistro mit Geld nur noch um sich zu werfen vermag. Bei näherer Betrachtung stellt er fest, dass der Kumpel kriminell ist und sich einfach bei anderen bedient. Da klickt etwas in Jacques Mesrine, und seine Verachtung von Obrigkeit hat endlich das Ventil gefunden, das sie so lange gesucht hat.
Nur wenig später werden der Kumpel und Jacques beim nächsten Einbruch von den heimkehrenden Bewohnern des Hauses überrascht - doch Jacques gibt sich und seinen Kumpel kurzerhand als Polizisten aus, die den Einbruch angeblich schon gemeldet bekommen hätten, und kann so die Situation auf einzigartige Weise zu seinem Vorteil herumdrehen. Dies beeindruckt den Unterweltboss Guido, der Jacques schon bald darauf unter seine Fittiche nimmt.
Schnell entwickelt sich Jacques zu einem eiskalten und zugleich sympathischen Killer und Räuber, der neben seinem Job auch noch eine reguläre Ehe mit der Spanierin Sofia führt und mit ihr drei Kinder zeugt. Doch Sofia hält Jacques' triebhafte, konzentrierte Urgewalt nicht länger aus und verlässt ihn nach kurzer Zeit. Die nicht wirklich überraschende Trennung hat keinen besonderen Einfluss auf Jacques' Leben, der einfach mit dem nächsten Liebchen, Jeanne, um die Häuser zu ziehen beginnt. Seine Taten als Guidos rechte Hand werden immer heftiger, was auch die Bemühungen der Behörden, Jacques Mesrine zu fassen, intensiviert. Schon bald wird der Druck zu groß und das Paar setzt sich nach der Erpressung von Lösegeld mit einem entführten Millionär nach Kanada ab.
Doch auch dort soll es nicht lange gut gehen, und Jacques Mesrine wandert ins Gefängnis. Doch Mauern und Zäune sollen den verwegenen Franzosen nicht lange halten, Jacques vermag auszubrechen und auch noch ein paar anderen Gefangenen zur Freiheit zu verhelfen. Schon bald drückt ihn jedoch wieder das Heimweh nach Frankreich...
Über den französischen Gewaltverbrecher Jaques René Mesrine hörte man hierzulande bis zu diesem Film kaum etwas, doch dies soll sich nun ändern. Regisseur Jean-François Richet setzt dem "ennemi public numéro un", dem Staatsfeind Nummer Eins, ein deutliches, aber auch wenig geschöntes Denkmal. Da die Filmhandlung ganze zwei Jahrzehnte überspannt und definitiv nicht in einer Spielfilmlänge unterzubringen ist, entschied man sich für einen Zweiteiler: In Public Enemy No. 1 - Todestrieb findet dieser Film seine nahtlose Fortsetzung.
Vincent Cassell spielt den berühmt-berüchtigten Jacques Mesrine, der eine Nation in Atem hielt. Für die Presse war er ein gefundenes Fressen, und seine Taten wurden zu der einer Art modernen Robin Hoods hochstilisiert. Dieser Filmdoppelpack ist ein Denkmal an diese Zeiten, und dabei eher eines für die Figur, die Mesrine für die Öffentlichkeit repräsentierte, als für Mesrine selbst.
Rein technisch handelt es sich bei Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt um einen langen, nachträglich auf zwei Kinolängen aufgeteilten französischen Actionthriller, der in den 1960ern und 1970ern spielt. Die Inszenierung ist von höchster Qualität, die Schauspieler dermaßen intensiv, dass sich selbst Hollywood noch eine Scheibe davon abschneiden kann. Ganz klar einer der wichtigsten europäischen Filme des Jahres, absolutes Pflichtprogramm für Action- und Thrillerfans.