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Zweiter und letzter Teil der Biographie des französischen Nationalheiligtums Jacques Mesrine, ein skrupelloser Schwerstverbrecher und Mörder, dessen Taten und dessen Autobiographie ihn zu einer Art modernem Robin Hood hochstilisierten. Absolut beeindruckende, intensive Verfilmung, die die volle Wirkung jedoch nur im Double Feature mit Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt entfalten kann.
Nach Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt setzt sich Jacques Mesrines kriminelle Karriere in diesem, direkt daran anschließenden zweiten Teil fort.
Die Zeit scheint für Jacques Mesrine gekommen, wieder nach Frankreich zurückzukehren. Seit Start seiner kriminellen Karriere sind nun fast fünfzehn Jahre vergangen, doch Jacques Mesrine ist mittlerweile ein Superstar in den Augen der Bevölkerung: Zum einen liegt das daran, dass er bei einer Gerichtsverhandlung entkommen kann, indem er den Richter als Geisel nimmt, zum anderen steigt sein Ansehen durch die Autobiografie, die er 1977 veröffentlicht. In ihr gesteht er nicht weniger als 39 Verbrechen (darunter einige Morde). Wegen eben dieser Autobiografie erlässt das Parlament sogar ein Gesetz, das verbietet, Gewinn mit den Verbrechen Mesrines zu machen.
Nach nur einem von ursprünglich zwanzig Jahren Zuchthaus kann Jacques Mesrine mit dem Mitgefangenen Besse ausbrechen. Er verübt weitere Verbrechen, mordet, überfällt Banken (manchmal zwei direkt nacheinander), gibt Interviews und lässt seine Wut an einem kritischen Journalisten aus. Dass diese Exzesse nicht gut gehen können und Mesrines Imagedurst einen gewaltigen Umfang erreicht hat, beweist bereits der Anfang von Public Enemy No. 1 - Todestrieb: Mesrines kriminelle Karriere findet im November 1979 ein abruptes, aber nicht unerwartetes Ende.
Wie zuletzt Quentin Tarantino mit Kill Bill - Volume 1 und Kill Bill - Volume 2 und später zusammen mit Robert Rodriguez mit Death Proof - Todsicher und Planet Terror gezeigt hat, ist es durchaus sinnvoll, längere Filmhandlungen auf mehrere Teile aufzuteilen. Wo beim Herrn der Ringe bereits von Seiten des Autors die Geschichte schon auf sechs Teile in drei Büchern aufgeteilt war, können bei freien Stoffen diese Grenzen natürlich willkürlich gezogen werden.
Regisseur Jean-François Richet zeigt in Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt und Public Enemy No. 1 - Todestrieb eindrucksvoll, dass er nicht nur ganz großes Kino machen kann, sondern auch mit Stoffen von nationalem Bekanntheitsgrad kompetent und feinfühlig umzugehen vermag. Bei diesen beiden Filmen handelt es sich um ein absolutes Meisterwerk europäischer Filmkunst, nicht eine Minute Langeweile kann sich bei dieser Fülle von knisternder krimineller Energie entwickeln. Falls die Möglichkeit besteht, sollte ein Double-Feature dem getrennten Genuss der beiden Teile vorgezogen werden. |