Bottoms Up Poster

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Bottoms Up

(Bottoms Up, 2006)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 09. Januar 2009
Premiere: 12. September 2006 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Komödie
Länge: 85 min Land: USA
Darsteller: Jason Mewes (Owen Peadman), David Keith (Uncle Earl Peadman), Paris Hilton (Lisa Mancini), Brian Hallisay (Hayden Field), Jon Abrahams (Jimmy DeSnappio), Phil Morris (Pip Wingo), Nicholle Tom (Penny Dhue), Raymond O'Connor (Frank Peadman), Nic Nac (Nick), Lindsay Gareth (Dorothy), Tim Thomerson (A.J. Mancini), Dominic Daniel (Boots), Benjamin Anderson (Erik)
Regie: Erik MacArthur
Drehbuch: Nick Ballo, Erik MacArthur


Inhalt

Der aus Minnesota stammende Barkeeper Owen reist nach L.A., um dort seinen Vater Frank bei der Geldbeschaffung zu unterstützen, damit dessen kleines Restaurant weiter bestehen kann. In wilder Ehe mit seinem schwulen Onkel Earl lebend, versucht Owen sich in die High Society Hollywoods zu integrieren, wo er die wohlständige Prominente Lisa Mancini und ihren verklemmten Freund, den Schauspieler Hayden Field, kennen lernt. Durch ein wenig Einfluss und Erpressung bekommt er einen Geschmack des skandalösen Lebens der Oberschicht von Hollywood, während er mehr und mehr Gefühle für Lisa entwickelt.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Bottoms Up hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 55%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Kurt Meinicke
Bottoms Up hat eine Wertung von 55%
Vielleicht liegt es ja an der Tatsache, dass Bottoms Up nicht hält, was das Filmposter verspricht, dass man als Zuschauer durchaus positiv überrascht wird. Jedenfalls ist Paris Hilton in dieser Direct-to-DVD-Produktion nicht blond, und Jason Mewes spielt die eigentliche Hauptrolle. Die Geschichte braucht zwar etwas länger, um in die Gänge zu kommen - und die Inszenierung hätte im Allgemeinen besser sein können - aber je länger es geht, umso mehr sympathisiert man mit den verschiedenen Figuren und wird auf lockere Weise unterhalten.

Bild aus Bottoms Up Gleich nach ihrem Auftritt in House of Wax - und noch bevor Die Party Animals sind zurück und The Hottie and the Nottie gedreht wurden - erschien Bottoms Up in den U.S.A. auf DVD. Knapp zweieinhalb Jahre später kommen nun auch wir Europäer in den Genuss, uns diesen Silberling kaufen zu können. Doch wer ist hier denn die Zielgruppe? Auf dem Cover sieht man eine blonde Paris Hilton, welche wie eh und je mit halb geöffneten Augen die potentiellen Käufer leicht herablassend ansieht. Liest man sich aber die Handlungsbeschreibung durch, merkt man bald, dass scheinbar doch ein gewisser Jason Mewes (R.S.V.P., Clerks 2 - Die Abhänger) hier die Hauptrolle spielt. Genau der Jason Mewes, welcher als Jay schon in diversen Kevin Smith-Filmen aufgetreten ist, und bei Bottoms Up auf dem Filmplakat eben mal den Kopf von links ins Bild strecken darf. Ob diese Marketing-Taktik aufgehen wird, darf bezweifelt werden, schließlich sollten hier wirklich eher Jason Mewes- als Paris Hilton-Fans zugreifen.

Owen Peadman (Jason Mewes) fährt zu einem Barkeeper-Contest in Los Angeles, um dort das hohe Preisgeld abzuräumen. Dieses benötigt er, um das Restaurant seines Vaters zu retten. Von seinem homosexuellen Onkel Earl (David Keith) - welcher denkt, dass sein Neffe nichts von seinen Neigungen weiß...und das obwohl er sich sehr auffällig verhält - unterstützt, muss er leider schon bald am eigenen Leib erfahren, wie sehr die Reichen und Schönen zusammenhalten: er gewinnt den Wettbewerb aufgrund eines fragwürdigen Jury-Entscheides nicht, und wird später von Lisa Mancini (Paris Hilton), der Tochter eines Studiobosses, für einen Unfall verantwortlich gemacht, weswegen er und sein Onkel ihre Jobs verlieren. Jetzt haben Onkel und Neffe allerdings die Nase voll und beschließen einen perfiden Racheplan: Mittels einer kleinen Erpressung verschaffen sich die beiden Zugang zum Leben der High-Society, wo sie die dreckigen Geheimnisse der Stars erfahren und danach verkaufen wollen. Allerdings hat Owen nicht damit gerechnet, dass Lisas berühmter Schauspieler-Freund ein sympathischer Kerl ist, und er sich in dessen Freundin verlieben würde.

Ganz neu ist die Geschichte natürlich nicht, aber trotzdem hat sie einige Überraschungen zu bieten. Eine davon wäre schon einmal das wiederholte Auftreten von Kevin Smith (Clerks, Dogma, Jay and Silent Bob schlagen zurück) als - wie könnte es auch anders sein? - Owens bester Freund in der Heimat. Jason Mewes selbst ist nach seiner Entziehungskur offenbar wieder ganz der Alte, und genau so wollen ihn seine Fans auch sehen. B-Movie-Dauergast David Keith (Die Indianer von Cleveland II, Daredevil) überzeugt voll und ganz als Schwuler, dem seine Homosexualität gegenüber seinem Neffen peinlich ist. Immer wieder sorgt dies für den einen oder anderen Lacher, bis hin zu dem Moment, wo er Owen seine Vorliebe gesteht. Zu guter Letzt kommen wir noch zu der Frau, welche hier überraschenderweise mit braunen Haaren zu sehen ist: Paris Hilton. Es ist schwer nachzuvollziehen, dass dieser Film nicht der Neueste von ihr ist, denn so muss man nun von einem Rückschritt in jüngerer Zeit reden. Man mag es kaum glauben, aber sie spielt nicht nur eine sympathische Person (zumindest nachdem man sie etwas besser kennt), sondern sie bringt diese sympathische Art mit verstreichender Laufzeit auch immer glaubwürdiger auf den heimischen Bildschirm. Dabei scheint es so, als müsste das eigentlich auch sonst kein Problem darstellen: sie müsste einfach öfter mal die Augen auf machen und Lächeln! Zwar möchte man noch immer nicht von einer über alle Zweifel erhabenen Glanzleistung sprechen, aber in Sachen Paris Hilton lässt Bottoms Up doch ein wenig Hoffnung aufkeimen.

Leider kann man nicht derart positiv über die Regiearbeit von Neuling Erik MacArthur (Life makes sense if you're famous) sprechen: Viel zu abrupte Schnitte und Szenenwechsel, eine suboptimale Erzählstruktur und eine allgemein sehr holperige Inszenierung fordern viel Toleranz und Geduld vom Zuschauer. Mit der Zeit gewöhnt man sich zwar auf gewisse Weise daran, aber wenn die Dialoge plötzlich lauter oder leiser werden, ist das dennoch immer wieder sehr irritierend. Auf Independent-Niveau mag dies noch funktionieren, aber wenn er weiterkommen will, gibt es sicherlich noch Einiges zu Lernen.

Wer gerne Independent- oder Kevin Smith-Filme sieht, sollte auch Bottoms Up mal eine Chance geben und sich nicht von Paris Hilton oder der beinahe amateurhaften Inszenierung abschrecken lassen. Im Gegensatz zu The Hottie and the Nottie zerstört Frau Hilton hier nämlich überhaupt nichts, und über die Regie kann man dank Jason Mewes gewohnt sympathischer Art problemlos Hinwegsehen. Kein unbedingter Must-see-Film, aber zumindest für Vielseher mit etwas Goodwill eine willkommene, positive Überraschung.



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