Josie and the Pussycats Poster

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Josie and the Pussycats

(Josie and the Pussycats, 2001)

Dt.Start: 23. August 2001
DVD: 07. Februar 2002
Premiere: 09. April 2001 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Komödie
Länge: 98 min Land: USA
Darsteller: Rachael Leigh Cook (Josie McCoy), Tara Reid (Melody Valentine), Rosario Dawson (Valerie Brown), Alan Cumming (Wyatt Frame), Parker Posey (Fiona), Gabriel Mann (Alan M.), Paulo Costanzo (Alexander Cabot), Missi Pyle (Alexandra Cabot), Tom Butler (Agent Kelly), Alexander Martin (Les), Kimberly Rimer (Mädchen im Hochzeitskleid), Corinne Reilly (Aquarium Tour Guide), Faedragh Carpenter (Teenage Fan), Justin Chatwin (Teenage Fan)
Regie: Harry Elfont, Deborah Kaplan
Drehbuch: Richard H. Goldwater, Dan DeCarlo


Inhalt

Josie, Valerie und Melody fristen ein ödes Leben in ihrer Heimatstadt Riverdale und träumen von einer Karriere als Rock Stars. Gratiskonzerte auf der Bowling-Bahn und Unplugged-Performances auf dem Bürgersteig sind bisher die größten Auftritte die sie als Pussycats hatten, doch eines Tages läuft ihnen Wyatt Frame, der Manager eines großen Labels über den Weg und bietet ihnen einen Vertrag an. Was die drei Mädchen jedoch nicht wissen: Die Produktionsfirma versteckt unterschwellige Botschaften in ihren Songs, um Teenager einer Art Gehirnwäsche zu unterziehen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Josie and the Pussycats hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 80%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Thomas Brendel
Josie and the Pussycats hat eine Wertung von 80%

I'm a Punk Rock Prom Queeeeen, brown paper magaziiiine, hotter than you've ever seeeen, everywhere and in betweeeeeen... YEAH! Ich habe eine neue Lieblingsband und die heißt Josie and the Pussycats. An den Drums die verplante Melody Valentine, links außen die schöne Bassistin Valerie Brown und dort drüben... hach... schaut sie Euch an, wie süß sie mit ihren Plüschohren aussieht... Josie McCoy, die Gitarristin und Leadsängerin. Im vollen Bewußtsein, daß diese Band in der Realität nicht existiert und nur ein Produkt dieses Films ist, klebe ich mit meiner Nase am Bildschirm und träume von einem gemeinsamen Abend mit Josie. Ich will sie kennenlernen, ich will sie heiraten und tausend kleine Babys mit ihr haben. Also wenn Deborah und Harry eines gelungen ist, dann die Zusammenstellung einer wirklich glaubhaften Band. Hat sich doch wirklich gelohnt die drei Mädels ins Band Camp zu schicken und den berühmten Kenneth "Babyface" Edmonds als Co-Producer zu engagieren. Dann haben sie auch noch die perfekte Wahl für die Stimme der Leadsängerin getroffen. Nein, Rachel Leigh Cook singt nicht wirklich, obwohl die drei Pussycats gemeinsam die Background Vocals eingesungen haben und das ist ja auch schon mal was. Die Frau die wir da hören ist Kay Hanley die ehemalige Frontrau von Letters to Cleo, die sich ja leider vor kurzem aufgelöst haben. Damn the World. Aber vergessen wir doch einfach die Wirklichkeit und geben uns dem Charme der Pussycats hin, die ich im Moment jeder real existierenden Popgruppe vorziehen würde.

Wie ihr seht hat es mir der neue Film von Deborah Kaplan und Harry Elfont angetan. Ist ja auch kein Wunder, schließlich mußten wir ganze drei Jahre darauf warten, etwas neues von den beiden zu sehen. Wie auch schon bei Ich kann's kaum erwarten! hat man bei diesem Film in jeder einzelnen Szene den Eindruck, daß sich die Schauspieler und Crewmitgleider beim Dreh prächtig amüsiert haben und dieser Spaß überträgt sich auch auf den Zuschauer. Korregiere mich: Der Spaß überträgt sich auf mich und das jedesmal aufs neue, für andere Zuschauer möchte ich jetzt mal nicht meine Hand ins Feuer legen. Josie and the Pussycats als Satire zu bezeichnen wäre vielleicht ein wenig geschmeichelt, denn auch wenn er das gern wäre, ist der Film dafür nicht bissig genug. Durch seinen extremen Grad an Albernheit wirkt der Streifen fast schon trashig, aber genau diese Albernheit ist es, die den Film so lustig macht. Allein Parker Posey als verspulter Bösewicht ist schon goldwert. Ihre Auftritte erinnerten mich ein wenig an Dr.Evil aus den Austin Powers Filmen und eine Szene könnte sogar als direkte Referenz an eben jenen gemeint sein. Die übertriebene Albernheit der Handlung und der Figuren macht erst recht Sinn, wenn man sich vor Augen hält, daß es sich bei Josie and the Pussycats um eine Comic-Verfilmung handelt. Die drei Musikkätzchen entstammen übrigens der selben Feder wie Archie und Sabrina, the Teenage Witch.

Obwohl der Film als Satire auf die Musikindustrie nicht wirklich durchgeht, ist er auf seine eigene aberwitzige Art und Weise doch recht entlarvend. Wir leben nun mal in einer Welt in der Stars gemacht werden. Als der Manager Wyatt Frame auf die Pussycats trifft legt er ihnen gleich einen Vertrag auf den Tisch. Er braucht sich keinen einzigen Song von ihnen anzuhören, ein Blick auf die drei Mädchen genügt: Sie sind jung, hübsch und unschuldig. Perfekt für eine erfolgreiche Karriere im Showbiz. Der Filmmanager geht bei seiner Suche nach einer neuen Band sogar verhältnismäßig altmodisch vor, greift er doch auf eine bereits existierende Formation zurück die auch noch wirklich talentiert ist. In der grausamen Realität werden Popgruppen ja teilweise nur noch zusammen gecastet, während gleichzeitig irgendwelche Nichtskönner ohne jegliche musikalische Begabung nur Aufgrund eines dummen Zufalls zu Chartstürmern werden. Noch besser als die Pussycats bringen es Seth Green, Breckin Meyer, Donald Faison und Alexander Martin als fiktive Boygroup DuJour auf den Punkt. Die vier Jungs standen für ihren Cameo Auftritt zwei Tage lang vor der Kamera, haben den Großteil ihrer echt witzigen Szenen aus dem Stegreif improvisiert und ihre Rollen als Teeniestars sichtlich genossen. Im Anschluß an die regulären Szenen drehten sie sogar noch zwei Musikvideos aus Spaß an der Freude. Obwohl sie das ganze nur just for fun gemacht haben, stehen sie ihren Pendants aus dem wahren Leben wie den Backstreet Boys oder N'sync qualitativ in nichts nach. Liefe eines ihrer Videos regelmäßig auf MTV, Teenager aus aller Welt würden sofort ihr Album kaufen und sie über Nacht in den Pop-Olymp heben, davon bin ich überzeugt. Dadurch nimmt der Film auf seine eigene bizarre Art und Weise klar Stellung zur heutigen Musikindustrie.

Die Sache mit den unterschwelligen Botschaften, durch die Jugendliche zum Kauf teurer Markenwahre verleitet werden sollen, ist jedoch eines der trashigeren Elemente. Zu banal wirkt die Geschichte von der weltweiten Verschwörung durch die Teenager aus allen Herren Ländern einer Gehirnwäsche unterzogen werden. Ich fand jedoch die Idee, in fast jedem Bild ein Firmenlogo oder einen Markennamen einzubauen, recht gelungen. Dadurch bekommt man als Zuschauer irgendwann den totalen Markenoverkill und fühlt sich bald selbst als Opfer einer kontinuierlich vorgetragenen Kaufbotschaft, nur daß diese nicht ganz so gut versteckt ist wie bei den CDs von Megarecords. Den Vorwurf, daß extremste Product Placements der Kinogeschichte vollbracht zu haben, müssen sich Kaplan und Elfont allerdings nicht gefallen lassen, schließlich haben sie von keiner Firma auch nur einen Pfennig Geld bekommen. Bei einigen Konzernen mußten sie sogar enorme Überredungskunst anwenden, um deren Logo im Film verwenden zu dürfen, da der sinnlose Konsum überteurter Ware hier ja regelrecht durch den Kakao gezogen wird. Im großen und ganzen ist Josie and the Pussycats ein kleiner, unbedeutender und alberner Film, den man nicht unbedingt gesehen haben muß und den ich auch nicht uneingeschränkt jedem weiter empfehlen kann. Mir persönlich hat er jedoch extremst gut gefallen und ich konnte in ihm sogar eine gesellschaftskritische Botschaft entdecken. Aber vielleicht bin ich da der einzige. Irgendwie verspüre ich jetzt den Drang, mir den Film schnellstmöglich noch einmal anzusehen, dabei wäre das dann doch schon das fünfte mal in zwei Tagen. Vielleicht enthält die DVD ja auch eine unterschwellige Botschaft, wer wei... muß jetzt aufhören... muß Film gucken... orange ist das neue rot... Josie and the Pussycats sind die neuen Attomic Kitten... ich liebe Josie and the Pussycats... ich muß weg!



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