Wer Feast II: Sloppy Seconds gesehen hat, kommt fast nicht umher, sich auch den letzten (?) Teil dieser Splatter-Trilogie anzusehen. Mit dem vielversprechenden Titel Feast 3: The Happy Finish ist dieser nun erschienen, und knüpft in allen Belangen nahtlos an den Vorgänger an. Humor wird beim absurden und hin und wieder pubertär anmutenden Abschluss der Saga um die ekelerregenden und Menschen nicht nur zerfleischenden Monster sehr groß geschrieben, und wer sich inzwischen an den Stil der Reihe gewöhnt hat, wird bei diesem "Film mit der Mutter aller Filmenden" sicherlich gut unterhalten werden.
Gerade mal knapp viereinhalb Monate nach dem DVD-Release von Feast II: Sloppy Seconds, ist der Abschluss der Trilogie in den U.S.A. - wieder als Unrated-Version - veröffentlicht worden. Mit dem vielsagenden Titel Feast 3: The Happy Finish und einer wieder kürzeren Laufzeit ausgestattet, wird abermals mit Unmengen an Blut, Körperflüssigkeiten und Extremitäten um sich geworfen. Hier darf das Herz eines jeden Splatterfans höher schlagen und die vielen vorkommenden Absurditäten lassen den Humor-Level merklich in die Höhe steigen. Dass die beiden Fortsetzungen Back-to-Back produziert wurden, erkennt man an allen Ecken und Enden, und genau dies trägt maßgeblich dazu bei, dass sich die Fans der vorherigen Filme auf Anhieb wie zu Hause fühlen können.
Gleich zu Beginn erleben wir die letzten Minuten des Vorgängers noch einmal, wobei die Geschehnisse teilweise aus einer anderen Perspektive dargestellt werden. Getreu dem Motto "Totgeglaubte leben länger" haben sich die Macher ein paar zwar vollkommen unrealistische - wobei man anmerken muss, dass es bei Feast noch nie sehr realistisch zu und her ging - aber dafür umso lustigere Wendungen einfallen lassen, wobei an dieser Stelle aber nicht mehr verraten werden soll. Nachdem unsere Helden also den am Ende von Feast II: Sloppy Seconds beginnenden Kampf mehr oder weniger erfolgreich hinter sich bringen konnten, geht es nun mit neu gewonnenen Freunden darum, irgendwie an einen sicheren Ort zu kommen. Schnell wird man sich einig, dass die große Stadt das einzige anstrebenswerte Ziel darstellt, und so macht sich die Gruppe auf in die Kanalisation, um auf diesem Wege den hoffentlich sicheren Hafen erreichen zu können. Natürlich sind sie aber auch unter der Erde nicht vor Monstern und sogenannten Pukern (= Menschen, welche von den Monstern mit einem ekligen Schleim überbedeckt wurden und dadurch mutiert sind) sicher, und so kommt es immer wieder zu extrem spritzigen Auseinandersetzungen, und zwar bis zum vollkommen absurden aber dennoch (oder vielleicht gerade deswegen?) perfekt passenden Ende.
John Gulager zieht hier ganz klar sein Ding bis zum bitteren, beziehungsweise plötzlichen, Ende durch. Abgesehen vom bemerkbaren Führungswechsel auf Produzentenebene zwischen dem Original und den Fortsetzungen (wir erinnern uns: Feast enstand im Rahmen des Project Greenlight - die folgenden beiden Teile nicht), bleibt seine Handschrift immer klar erkennbar. Zwar streut er immer wieder mal einen vielleicht zu pubertären Moment ein, doch sei ihm dies dank des sehr unterhaltsamen Gesamteindruckes verziehen.
Alle Überlebenden aus Feast II: Sloppy Seconds sind, mehr oder weniger lange, wieder mit an Bord und hatten weiterhin großen Spaß bei den Dreharbeiten. Das klingt inzwischen eventuell etwas abgedroschen, aber man kann es einfach nicht anders sagen, denn die ganze Trilogie strotzt nur so davon. Neu mit dabei sind Kampfsportler Craig Henningsen als furchtloser Jean Claude Seagal, Neuling Josh Blue als Prophet Short Bus Gus und Serienveteran John Allen Nelson als Shitkicker. Auch sie fügen sich nahtlos in das Ensemble ein und spielen genau so, wie es für diese Art von Film passend ist: leicht übertrieben und mit viel Ironie.
Feast 3: The Happy Finish ist ein im Grunde ziemlich bescheuerter Film mit vielen ekelerregenden Bildern. Durchzogen von Humor, welcher mehr als nur unter die Gürtellinie zielt, brechen die Macher dabei aber auf solch schwungvolle Weise mit allen erdenklichen Klischees, dass es für Fans von gut produziertem Trash eine wahre Freude ist! Wer hier nach Erklärungen, Nachvollziehbarkeit oder Logik in auch nur irgendeiner Form sucht, befindet sich buchstäblich im falschen Film. Allen bisherigen - positiv eingestellten - Weggefährten kann man jedoch nur viel Spaß bei dieser sehr speziellen und absurden Unterhaltung wünschen, welche zwar nicht an den Ursprung Feast herankommt, aber doch wieder eine Spur besser als ihr Vorgänger ist. In diesem Sinne: You can't leave the table without having dessert!