Charmante, kurzweilige Komödie, die mutig ausspricht, was in den meisten anderen Filmen gerne umschifft wird: Die Fixierung der Männer auf das Äußere der Frauen. Kein Plädoyer für Schlampigkeit, sondern ein wohldosiertes Betrachten der anderen Seite der Medaille. Der Wermutstropfen folgt auf dem Fuße, denn natürlich sind es die oberflächlichen Männer, die dazulernen müssen.
Abby ist eine absolut erfolgsorientierte TV-Produzentin. Sie ist integer, knallhart, scharf auf Karriere, stets qualitätsbewusst - und genau deswegen ein ziemlich vertrockneter Single. Kein Kerl will mit einer Frau zu tun haben, die potentielle Liebhaber ganz schamlos nach einer Liste von "must have"-Kriterien filtert. Abby selbst empfindet dies lediglich als Pech in der Liebe und erkennt nicht, dass sie niemals einen Mann finden wird, solange sie nicht bereit ist, die Sicherheit ihres Schneckenhauses zu verlassen und sich in die große weite Welt zu wagen.
Das genaue Gegenteil zu Abby (und hiermit ist schon klar, wie diese Geschichte ausgehen wird) ist Mike, der eine kleine Sendung auf einem Konkurrenzkanal moderiert: In "The Ugly Truth" macht er Frauen klar, dass das heutige Flirtverständnis mit den inneren Werten und der wahren Liebe und so nichts als ein weichgespülter Emo-Quatsch ist. In Wirklichkeit geht es um ordentlich Holz vor der Hütt'n und einen knackigen Hintern in der Hose, so und nicht anders kriegt man die Männer.
Abby, die in einer emotionalen Phase bei Mike in der Sendung angerufen hat und von ihm gnadenlos runtergeputzt wurde, bekommt den Schock ihres Lebens, als sich am nächsten Tag herausstellt, dass Mikes Show von ihrem Sender gekauft wurde und Abby nun ebendiese chauvinistische Show produzieren soll. Sie will schon einen Kleinkrieg gegen Mike anzetteln, als sich die beiden Erzkontrahenten dann doch auf einen Deal einigen: Schafft Mike es mit seinen Macho-Tipps, Abby mit ihrem schnuckeligen Nachbarn, dem Arzt Colin, zusammenzubringen, akzeptiert sie seine Show. Schafft er es nicht, muss er den Sender wieder verlassen. Auf dem Weg zu ihrem Traummann erhält Abby nun von Mike eine exklusive Tour durch das Denk- und Flirtverhalten von Männern. Eine Erfahrung, die sie sicherlich nie vergessen wird.
Die romantische Komödie beginnt, im Gegensatz zu anderen Filmen dieses Genres, einmal nicht in einer fraulich-emotionalen Weltschmerz-und-Schokolade-Situation, sondern in einer eher männertypischen, frustrierten Single-Verzweiflung: Abby, die trotz ihres fantastischen Aussehens ein hoffnungsloser Fall in der Liebe zu sein scheint, verspürt tief in sich schon den kalten Hauch der Alterseinsamkeit und erkennt, dass sie wohl auf dem besten Weg ist, eine schrullige alte Jungfer zu werden. Doch auch Mike hat beziehungstechnisch so einige Leichen im Keller, was sein Machogehabe auch erklärt, und hier liegt das Problem des Films begraben.
Es ist natürlich klar, dass Mike und Abby im Laufe der Handlung selbst ein Paar werden. Ein klassischer Fall von "need and desire", ein dramaturgischer Kunstgriff, der bereits 1969 von den Stones besungen wurde: Jemand will das eine erreichen und erkennt nicht, dass das andere, das ihm oder ihr schon die ganze Zeit über in erreichbarer Nähe ist, eigentlich das Richtige wäre. So weit, so gut.
Doch der Film spricht natürlich durch die Figur des Mike auch ein paar schmerzliche Wahrheiten schamlos aus, was überaus erfrischend ist. Dass er sich dann, je näher Abby und Mike sich kommen, leider selbst in weichgespülten Emo-Quatsch verwandelt, dürfte gerade den männlichen Zuschauern übel aufstoßen. Hatten die sich doch den halben Film gefreut wie die Kinder, dass endlich mal jemand den Mut hat, auszusprechen, wie Männer in der Liebe eben wirklich sind. Zumindest, wenn man den emotionalen Unterbau betrachtet. Diesen Zuschauern friert nach etwa zwei Dritteln das breite Grinsen im Gesicht ein (also besser nicht zu laut "Hab ich's nicht immer gesagt?" zur Partnerin raunen).
Eine spaßige Unterhaltung für Pärchen und insbesondere all diejenigen, die gerade dabei sind, eines zu werden. Die Besetzung mit Gerard Butler als charmantem Raubein Mike und Katherine Heigl als zugeknöpfter Abby ist so gelungen wie selten.