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Dieses verhältnismäßig frühe Werk David Cronenbergs weiß leider nur sehr bedingt zu gefallen. Dafür sorgen besonders die Inkonsequenz in der Festlegung des Genres und die wenig spektakuläre, größtenteils unspannende Inszenierung. Fans des kanadischen Kultregisseurs können sich Scanners der Vollständigkeit halber guten Gewissens ansehen, überwältigen wird er jedoch auch diese nicht. Für alle anderen ist Scanners ein mittelmäßiger Fantasyhorror mit einer wirklich guten Idee und einer Umsetzung, aus der man einfach mehr hätte rausholen müssen.
Scanners ist definitiv einer der schwächsten Filme Cronenbergs, gleichzeitig aber auch einer seiner wichtigsten. Denn Scanners bedeutete für den kanadischen Regisseur einen großen kommerziellen Erfolg und so ebnete ihm dieses relativ frühe Werk den Weg für seine späteren Produktionen. Nach dem Erfolg des Films bekam der Kanadier einige Angebote von großen Hollywoodstudios, lehnte jedoch ab, um seinem Stil weiterhin treu bleiben zu können. Seine späteren Erfolge gaben ihm dabei Recht.
Zwar ist Scanners deutlich die Handschrift des Bodyhorrorregisseurs anzumerken, dennoch ist er in seinem Stil und der Umsetzung längst noch nicht so ausgereift wie seine späteren Werke dieser Art, wie etwa Videodrome oder Naked Lunch. Die Horrorelemente sind dabei auf wenige Szenen begrenzt, im Rest des Films findet sich ein bunt zusammengepuzzelter Mix aus Action, Mysterie und Agententhriller. Leider wurde dabei aber keines der Elemente wirklich konsequent ausgearbeitet, sodass der Film halbgar und unvollkommen wirkt. Wirkliche Spannung kommt leider nicht auf. Stattdessen verliert Scanners immer wieder an Tempo und dazu kommt eine unpassend lückenhafte Erzählweise, die zwar stets nachvollziehbar, aber eben einfach unvollkommen und unfertig wirkt.
Dieses Gefühl bestätigt sich, wenn man die Entsehungsgeschichte des Films betrachtet. Auf Druck der Investoren sollten die Hauptdreharbeiten so schnell wie möglich abgeschlossen sein. So sparte man vor allem Zeit in der Vorbereitung und so war noch nicht einmal das Drehbuch fertig als die Dreharbeiten bereits begannen. Cronenberg arbeitete an den Drehtagen in den frühen Morgenstunden bis Drehbeginn am Drehbuch, sodass die neuen Szenen noch am selben Tag gedreht werden konnten. Zwar wurde der Film nach zwei Monatiger Drehzeit rechtzeitig fertig, doch konnte mit dem gedrehten Material kein logisch funktionierender Film entstehen, sodass einzelne Szenen zum Teil erst Monate später nachgedreht wurden. Um das Gefilmte zu einem fehlerfreien Ganzen zusammenzusetzen, verbrachte Cronenberg Neun Monate mit dem Schnitt.
Leider merkt man dem Film genau diese Schwierigkeiten in der Produktion noch deutlich an. Fairerweise muss man zwar zugeben, dass wahrscheinlich noch das Beste aus dem Projekt geholt wurde, als wirklich geglückt kann man das Endprodukt aber eben nicht bezeichnen. Interessant hingegen sind natürlich, wie in den meisten Filmen Cronenbergs, die Spezialeffekte. Diese wirken zwar heute deutlich überholt und entsetzen in der heutigen Zeit niemanden mehr, sind aber besonders am Ende relativ gut gelungen und wussten 1981 noch die Massen zu begeistern. Für diese Effekte engagierte Cronenberg den Speziallisten Chris Walas. Dieser arbeitete bei einigen späteren Produktionen wieder für Cronenberg. So war er verantwortlich für die Spezialeffekte im Remake von Die Fliege im Jahre 1986 und für die Verfilmung des Skandalromans von William S. Burroughs Naked Lunch. Für seine Arbeit in Die Fliege wurde er mit einem Oscar für die besten Special-Effects ausgezeichnet.
Insgesamt bietet Scanners eine gute Grundidee in einer mäßigen Umsetzung. Schauspielerisch überzeugt dieser relativ frühe Cronenbergstreifen und auch die Spezialeffekte sind sicherlich einmal mehr interessant anzusehen. Alles in allem rettet dies den Film aber auch nicht davor bestenfalls solides Mittelmaß an der Grenze zum B-Movie-Trash zu sein. |