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Weißer Oleander

(Dragonwyck, 1946)

Durchschnittliche Redaktionswertung

65%



Inhalt

Als die junge Miranda auf der Farm von ihren Eltern die Möglichkeit erhält, einen Sommer bei ihrem entfernten und reichen Cousin Nicholas als Kindermädchen zu verbringen, nimmt sie die Chance wahr. Doch auf Nicholas Anwesen "Dragonwyck" sind die Zeichen nicht zum Besten bestellt.

Kritik

von Florian Lieb

Wertung Kritik

65%

Mit Weißer Oleander wagte sich Oscarpreisträger und Regiegröße Joseph L. Mankiewicz zum ersten Mal an einen Kinofilm. In seiner Literaturverfilmung präsentiert der Amerikaner eine dramatische Liebesgeschichte, eingebettet in soziale Konflikte der Neuniederlande Anfang des 19. Jahrhunderts in den USA. Vincent Price glänzt in einer Nebenrolle.

Bild aus Weißer Oleander Achtmal war er für einen Oscar nominiert, viermal konnte Joseph L. Mankiewicz die begehrte Trophäe mit nach Hause nehmen. Der Ausnahmeregisseur, der sich für Meisterwerke wie Julius Cäsar, Alles über Eva oder Cleopatra verantwortlich zeichnete, stammte aus der sehr erfolgreichen Mankiewicz-Familie. Ähnlich wie sein Bruder Herman J. Mankiewicz, hatte Joseph Mankiewicz als Drehbuchautor seine Karriere begonnen. Nach 16 Jahren wechselte er mit der Literaturadaption von Anya Setons Geschichtsdrama Weißer Oleander ins Regiefach. Sechs Jahre später sollte er der begehrteste Regisseur in Hollywood werden, nachdem er zwei Jahre hintereinander in den Kategorien "Regie" und "Drehbuch" Oscars gewonnen hatte.

In seinem Debütfilm erzählt Mankiewicz von dem Zusammenprall zweier vollkommen unterschiedlicher Welten und einer Liebesgeschichte, die sich innerhalb dieses Konfliktes abspielt. Auf der einen Seite steht Nicholas Van Ryn, ein Landpatron, der es seinen Bauern und Farmern untersagt, ihr Land von ihm abkaufen zu lassen. Seit mehreren Generationen befindet sich jenes Land am Hudson River in der ehemaligen Kolonie Neuniederlande im Besitz der Van Ryns. Allerdings rückt der Regisseur jene gesellschaftspolitischen Aspekt nicht wirklich ins Zentrum seiner Handlung, sondern spult diese vielmehr nebenbei ab.

Zuvorderst dreht sich in Weißer Oleander alles um das Liebesleben der jungen Miranda Wells. Diese wächst in einem gottesfürchtigen Elternhaus auf und zieht schließlich in eine gottlose und kapitalistische Welt um. "Alles ist etwas, das kein Mann besitzen sollte", erklärt Mirandas Vater ihr zu einem Zeitpunkt im Film, als diese von Nicholas' grenzenlosem Reichtum schwärmt. Dieser ist derartig groß, dass Nicholas nicht einmal weiß, wie viele Zimmer sein Anwesen hat oder wie groß die Anzahl der Bediensteten ist. Es wird deutlich, dass dies Nichtigkeiten sind, die sein Interesse nur peripher streifen, wenn überhaupt.

Ist der Film von technischer Seite her mehr als solide inszeniert, so hapert es doch heftig an der Ausarbeitung der einzelnen Figuren. Speziell über die Hauptfigur, Miranda, erfährt man kaum etwas. Wieso ist sie so wild darauf, aus Connecticut weg zu kommen und am gewichtigsten: warum verliebt sie sich in Nicholas, wo dieser doch genau das personifiziert, was sie an der übrigen Gesellschaft des Hudson-Gebietes so verabscheut? Das Innenleben seiner Figur beleuchtet Mankiewicz nicht ausreichend und auch andere Nebenhandlungen werden im Laufe des Filmes sträflich vernachlässigt.

So hat das Ehepaar Van Ryn bereits eine Tochter namens Katrine. Diese wird von ihren Eltern jedoch nicht wirklich geliebt und liebt auch diese im Gegenzug nicht sonderlich. Die Ursache ist schnell gefunden: Nicholas sehnte es nach einem Sohn für sein Erbe. In der ersten Hälfte stakst dann eine teils apathische Katrine durch das Bild, die von Gesängen heimgesucht wird und Miranda Warnungen zukommen lässt. Seltsamerweise verschwindet das Mädchen dann in der zweiten Hälfte des Filmes, ohne dass deutlich wird, wo sie nun hin ist und aus welchen Gründen. Später arbeitet Mankiewicz dann auch noch mit unerklärten Zeitsprüngen zwischen einzelnen Szenen, sodass dem Zuschauer mitunter nicht klar wird, wann genau nun die einzelnen Sequenzen sich abspielen und was in der Zwischenzeit vorgefallen ist.

Die Schauspieler bemühen sich und speziell Tierney versucht das Beste aus ihrer teilweise recht eindimensionalen Figur herauszuholen, wie auch Price durchaus zu gefallen weiß. Beginnt Weißer Oleander recht vielversprechend, so verliert er sich in seiner schwachen zweiten Hälfte ein ums andere Mal in seinen narrativen Hängern und seinen löchrigen Charakteren. Als Debütfilm des berühmten Joseph L. Mankiewicz und hierbei besonders für Anhänger seiner Filme sollte dieses Erstlingswerk aber allemal eine Sichtung wert sein.

Keine weitere Wertung


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