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Planet 51

(Planet 51, 2009)

Dt.Start: 03. Dezember 2009
DVD: 01. April 2010
Premiere: 20. November 2009 (UK)
FSK: ab 6 Genre: Animation
Länge: 91 min Land: UK, Spanien
Darsteller: Dwayne "The Rock" Johnson (Capt. Charles 'Chuck' Baker), Jessica Biel (Neera), Justin Long (Lem), Seann William Scott (Skiff), Gary Oldman (General Grawl), John Cleese (Professor Kipple)
Regie: Jorge Blanco, Javier Abad, Marcos Martínez
Drehbuch: Joe Stillman


Inhalt

Auf dem beschaulichen Planeten 51 ist die Welt noch in Ordnung. Wenn man's nicht besser wüsste, könnte man meinen, man sei in einer amerikanischen Kleinstadt in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gelandet. Doch dann bringt ein unvorhersehbares Ereignis den unverdorbenen Alltag der kleinen grünen Lebewesen gehörig durcheinander: die Landung eines Raumschiffs, aus dem ein ganz in weiß gekleidetes Männchen steigt: es ist ein Mensch - und er hat eine Flagge mit "Stars and Stripes" in der Hand. Nun heißt es Ruhe bewahren und den Fremdling so schnell wie möglich wieder loswerden.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Planet 51 hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 60%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Planet 51 hat eine Wertung von 60%
Beinahe ein Invasionsfilm, nur sind die Vorzeichen diesmal etwas verdreht: Ein einzelner irdischer Astronaut landet auf einem vermeintlich unbewohnten Planeten und stürzt die Bewohner in Panik und Hysterie. Deutlich erinnert das Flair an die goldenen 50er in den USA und mit liebevoll-süffisanter Note wird das Genre der Invasionsfilme parodiert. Planet 51 ist kein Glanzstück des Animationskinos und auch keine bissige Satire wie Mars Attacks; viel eher eine nette spaßige Hommage und Zeitreise, zwar ohne absolute Highlight-Momente, aber angenehm anzusehen.

Bild aus Planet 51 Invasionsfilme laufen meist nach dem üblichen Schema ab: Eine technologisch unterentwickelte Zivilisation (meist also die Menschheit) wird von bösartigen Aliens aus den Weiten des Weltraums überfallen. Ziel ist es, entweder die Ressourcen des Planeten bis auf das letzte verwertbare Molekül auszubeuten und dann weiterzuziehen oder die Menschheit gleich zu beseitigen und den Planeten für sich zu beanspruchen. Diesem Schema folgen dutzende Filme vergangener Jahrzehnte und in jüngerer Zeit stehen beispielhaft Filme wie Independence Day oder Krieg der Welten (wobei dieser Remake einer Vorlage aus den 1950ern ist; für den wiederum H.G. Wells Roman Ende des 19. Jahrhunderts Pate stand).

In letzter Zeit, passend in den Umweltschutz- und Klimakatastrophe-Gedanken, tauchen auch immer mehr Filme auf, bei denen die Außerirdischen vorbeischauen, um die Erde vor der Menschheit zu retten oder zumindest die deutliche Mahnung auszusprechen, unser Verhalten schnellstmöglich zu ändern. Knowing war von diesem transzendenten Gedanken regelrecht durchsetzt und auch Der Tag, an dem die Erde stillstand folgt dieser Intention (auch dieser Streifen ist Neuauflage eines Klassikers der 50er-Ära; damals saß allerdings der drohende nukleare Holocaust auf der Anklagebank). Ganz neue Wege ging dieses Jahr District 9, der das Genre inhaltlich auf eine andere Ebene katapultierte: Noch nie zuvor waren, in nur leichter Verfremdung, solch explosive Themen wie Apartheid, Rassismus und Genozid behandelt worden.

Natürlich haftet dem Science-Fiction-Genre aber auch mitunter eine satte Portion Naivität oder sogar Infantilität an. Obskure Phantasiewelten zu entwerfen und immer den Fokus auf Ernst zu stellen, entbehrt einer unfreiwilligen Komik manchmal nicht. Und dieser Umstand ruft dementsprechend auch Persiflagen auf den Plan. Mars Attacks beispielsweise nahm sich das ganze Genre tüchtig vor und lies damit kein Auge trocken. Und auch der Animationsfilm Planet 51 steuert in diese Richtung, wenn auch wesentlich zahmer und familienfreundlicher. Ort der Handlung ist eben genannter Planet 51; selbstredend eine Anspielung auf den legendenumrankten Testbereich der US-Air-Force Area 51, in dessen unterirdischen Hallen angeblich die Überreste eines 1947 über der USA abgestürzten UFO's gelagert und vor der Öffentlichkeit versteckt werden.

Der 16-jährige Lem, dessen Phantasie häufig in die Sphären des Weltraums abdriftet, lebt in einem Kleinstadtkaff, auf einem Millionen von Meilen von unserer Welt entfernten Planeten, der das unschuldige Flair amerikanischer Vorstädte der 1950er Jahre ausstrahlt. Die Technologie dieser außerirdischen Welt ist aber der irdenen deutlich überlegen: Die Fahrzuge schweben beispielsweise durch die Straßen, anstatt zu fahren. Dennoch ist man dort überzeugt, dass das Universum lediglich 500 Meilen im Durchmesser misst. Und die Idee, dass es Leben auf anderen Welten im All geben könnte, wird in Comics und Kinofilme verbannt. Eines Tages landet dort der amerikanische Astronaut Charles "Chuck" Baker im Glauben es wäre eine unbewohnte Welt.

Natürlich bringt der ungebetene Besucher reichlich Aufregung in das sonst ruhige Städtchen. Das Militär tritt sofort auf den Plan, und Panik macht sich in der Bevölkerung breit, die jetzt plötzlich doch an eine Invasion zu glauben beginnt. Während nun alle Jagd auf den Invasor machen, sind es Lem und seine Freunde, die Chuck Unterschlupf gewähren und bemüht sind, ihn zurück zu seinem Raumschiff zu befördern, damit er den Planeten wieder verlassen kann.

Die Geschichte ist gewissermaßen auch Zeitreise und erinnert von der Atmosphäre an Filme wie Zurück in die Zukunft: Urplötzlich glaubt man sich in ein friedliches Städtchen in den USA vor fünf Jahrzehnten zurückversetzt. In dieser Hinsicht ist der Film Nostalgie pur, gereicht aber auch vielen großen SF-Filmen der Vergangenheit zur Hommage. Treffend wird sowohl die Atomwaffen-Hysterie, als auch die Euphorie, die in Verbindung mit dieser "unerschöpflichen Energiequelle" aufkam, auf die Schippe genommen; und natürlich auch die Angst von einer außerirdischen Invasion.

Leider aber plätschert die Handlung oft eher belanglos dahin. Die wenigen richtigen Höhepunkte reichen zwar immerhin, um immer wieder ein genussvolles Schmunzeln zu bescheren, richtig möchte der Humor in dem Streifen aber nicht zünden. Die heimlichen Stars des Films, ohne die Planet 51 sogar deutlich unter den Durchschnitt abgefallen wäre, sind ohnehin zwei Nebencharaktere: ein Roboter-Rover, der allzu deutlich an Wall-E erinnert und das hundeähnliche Haustier Ripley, welches denselben Namen trägt, wie Sigurney Weavers Filmfigur in vier Alien-Sequels.

Die reine Animationsästhetik hingegen kann sich zwar durchaus sehen lassen - die Macher haben diesbezüglich nicht plump irgendwelche Vorlagen kopiert - doch viel Neureiz bietet die Optik des Films dauerhaft nicht und somit nutzt sich der Unterhaltungswert mit der Zeit deutlich ab. Planet 51 entpuppt sich damit als gefällige Durchschnittsware ohne ausgesprochene Highlights, mit der Ambition jung und alt gleichermaßen an Bord zu holen, was nicht immer ohne weiteres leicht ist. Insgesamt sollte es aber dennoch für einen angenehmen Kinoabend -oder Nachmittag mit der Familie und den lieben Kleinen reichen.



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