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Deutschland 09 - 13 kurze Filme zur Lage der Nation

(Deutschland 09 - 13 kurze Filme zur Lage der Nation, 2009)

Dt.Start: 26. März 2009 Premiere: 13. Februar 2009 (Deutschland)
FSK: ab 12 Genre: Drama
Länge: 151 min Land: Deutschland
Darsteller: Bernhard Baron Boneberg (Verlagsarbeiter), Cedric Eich (Ralf), Arne Fiedler (Medizinstudent), Benno Fürmann (Herr Feierlich), Christoph Glaubacker (Patient), Helene Hegemann (Helene Hegemann), Sandra Hüller (Ulrike Meinhoff), Senta Dorothea Kirschner (Patient), Karl Markovics (Rolf), Raoul Mewes (Patologiestudent), Anneke Kim Sarnau (Nadine), Hildegard Schroedter (Rita - Sekretärin), Jasmin Tabatabai (Susan Sontag), Frank Voß (Herr Lodex), Anne Werner (Schwester Karen), Susanne Wuest (Freundliche Krankenschwester)
Regie: Fatih Akin, Wolfgang Becker
Drehbuch: nicht bekannt


Inhalt

Wir schreiben das Jahr 2009, die Bundesrepublik Deutschland feiert ihren 60. Geburtstag, 60 Jahre in denen sich von der Trennung des Landes, über Studentenbewegungen, den Kalten Krieg, Wiedervereinigung bis hin zur Globalisierung viel getan hat. 13 deutsche Regisseure präsentieren daher mit Hilfe von Kurzfilmen ihren jeweils ganz persönlichen Blick auf ihr Deutschland
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Deutschland 09 - 13 kurze Filme zur Lage der Nation hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 70%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Julia Stache
Deutschland 09 - 13 kurze Filme zur Lage der Nation hat eine Wertung von 70%
Wer oder was ist Deutschland 2009? Diese Frage beantworten 13 Regisseure anhand ihrer persönlichen Wahrnehmung und eigenen filmischen Sichtweise. Der Kollektivfilm der Produktionsfirma Herbstfilm vereint namhafte Regisseure, wie Tom Tykwer, Fatih Akin oder Dominik Graf und lässt sie mittels eines etwa 10-minütigen Kurzfilms ihre Sicht des Heimatlandes darstellen.

Bild aus Deutschland 09 - 13 kurze Filme zur Lage der Nation Als ein gesamtes Werk lässt sich das Ergebnis deshalb schwer einschätzen. Zwar hat sich das Team regelmäßig einmal im Monat getroffen, um Gedanken und Fortschritte der Arbeit auszutauschen, jeder Film steht am Ende aber für eine eigenständige Meinung und spiegelt nicht die des das ganzen Teams wieder. Dabei reiht sich eine Dokumentation an einen Science-Fiction-Film oder an eine Komödie. Schon allein dadurch weckt jeder Beitrag neues Interesse.

Überraschend ist, wie ähnlich sich dabei die Stile und Themen am Ende doch sind. So behandelt Sylke Enders Beitrag die Armut und Verwahrlosung von Familien anhand dreier Menschen, zeigt Dominik Graf den Verfall von Gebäuden und den Wiederaufbau anhand einer Bilderstrecke quer durch das Land oder Christoph Hochhäusler den Versuch, irdische Erinnerungen nach der Evakuierung der Erde auf den Mond neu zu erfassen.

Natürlich kann ein Film im Jahre 2009 nicht ohne Terrorangst und Überwachung auskommen. Zu diesem Thema stellt Fatih Akin in Der Name Murat Kurnaz ein Interview mit Denis Moschitto nach, der den Ex-Guantanamo-Häftling nach seiner Freilassung darstellt. Aber auch Kritik an den Deutschen selbst, an ihrer oft gepriesenen Verschlossenheit und Unfreundlichkeit findet ihren Platz in Dany Levys Beitrag, in dem ihm sein eigener Sohn ständig zu entgleiten scheint. Erst durch die Einnahme eines Allheilmittels sieht Levy die Deutschen plötzlich in purer Fröhlichkeit und Herzlichkeit durch die Straßen wandeln.

Politisch und karikativ übertrieben geht es in Wolfgang Beckers Film Krankes Haus zu, in dem das Land zum einen als marodes Krankenhaus und zugleich als Patient dargestellt wird, welches in die Notaufnahme eingeliefert wird. Mittels Inflationshemmern und Kassenpatientenbehandlung soll es dort vom Sozialinfarkt genesen. Kurz vor dem Tod kann das Land wiederbelebt werden und kündigt seinen wieder einsetzenden Herzschlag mit dem bekannten T-Online-Ton an.

Kein Film gleicht dem anderen in diesen 2,5 Stunden. Kein Beitrag behauptet wirklich zu wissen, was Deutschland momentan eigentlich ist. Am Ende kristallisiert sich aus den 13 Filmen puzzleartig ein bleibendes Bild heraus: Auch wenn bei dem ein oder anderen Film gelacht wurde und sich aus jedem Teilchen eigene Schlüsse ziehen lassen, kommt Deutschland in keinem Beitrag wirklich positiv weg. Irgendetwas ist im Grundtenor immer falsch in diesem Land.



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