Ein Mann muss zwölf schier unlösbare Aufgaben bewältigen, um das Leben seiner Frau zu retten. Klingt bekannt? Ist es auch, denn wie einst John McLane in Stirb Langsam muss auch Danny Fisher sich mit den diabolischen Spielen eines Psychopathen herumschlagen. Dabei setzt der Film von der ersten bis zur letzten Minute auf die Actionelemente, kann jedoch die Schwachpunkte der teilweise 1:1 kopierten Story, sowie des unglaublich untalentierten Hauptdarstellers nicht verbergen.
In den letzten Jahren hat sich die Produktionsfirma der Wrestling-Organisation WWE einen Namen für sinnfreie, unterhaltsame Genreware gemacht. Obwohl die Filme durch die Bank eher Gift an den Kinokassen sind, liefern sie auf DVD durchaus solide Ergebnisse. Daher wundert es umso mehr, dass WWE Films seine Filme weiterhin zuerst im Kino auswertet, aber immerhin wurde für ihr neuestes Werk der erfahrene finnische Regisseur Renny Harlin ins Boot geholt, der uns unter anderem schon mit Stirb Langsam 2 sein Händchen für gut inszenierte Actionfilme bewiesen hat.
Es scheint der große Tag des Polizisten Danny Fisher zu sein, so bringt er mit seinem Partner den schon lange gesuchten Schwerverbrecher Miles Jackson hinter Gitter. Während der Verhaftung kommt jedoch dessen Freundin ums Leben, so dass Jackson Rache an Fisher schwört. Ein Jahr später führt Fisher ein ruhiges Leben; das ändert sich jedoch schlagartig mit einen Anruf von Jackson, der aus dem Gefängnis ausbrechen konnte und inzwischen die Freundin von Jackson entführt hat. Seine Forderung: Fisher muss 12 Aufgaben seiner Wahl bestehen, sonst wird er seine Freundin nie wieder lebend zu Gesicht bekommen.
Sind wir mal ehrlich: Die Geschichte ist alles andere als neu und erinnert teilweise schon frappierend an Stirb Langsam: Jetzt erst recht. Dort wurde noch Bruce Willis von Jeremy Irons mit schier unlösbaren Aufgaben durch die halbe Stadt gejagt; dieses Mal muss John Cena daran glauben. Doch nicht nur das Grundszenario muss sich dem Plagiat stellen, denn sogar die einzelnen Runden (beispielsweise eine Bombe, die in einer Straßenbahn angebracht wurde) wurden teilweise übernommen und spätestens beim Ende dürfte man sich fragen, ob die WWE Films nicht nur vergessen hat, sich die Remake-Rechte an dem dritten Teil der Stirb Langsam-Reihe zu sichern. Aber das reine Kopieren genügt leider nicht für eine gelungene Geschichte, denn die Drehbuchautoren verzetteln sich gerade in einigen unnötigen und klischeebeladenen Momenten, die eher eine peinliche als eine emotionale Wirkung erzielen.
Interessanterweise wird das Ganze auch von einem Regisseur der genannten Filmreihe inszeniert. Dieser macht seine Aufgabe auch sehr solide, liefert von der ersten Minute an Action und lässt den Zuschauer bis zum Ende kaum zur Ruhe kommen. Harlin gibt sicherlich sein Bestes, aus dem sichtlich eingeschränkten Budget einen guten Actionfilm zu machen und kann auch einige wirklich starke Momente bieten, wie beispielsweise eine Verfolgung durch die Hinterhöfe, die schon fast als Hommage an Gefährliche Brandung durchgehen könnte.
Schon in The Marine bewies John Cena, dass er wohl eher beim Wrestling bleiben sollte, denn außer seinem Körper hat der Hüne von Mann nicht das geringste Schauspieltalent zu bieten. Der Wechsel vom sinnlosen Actiontrash zum ernsten Actionfilm hat ihm zudem nicht gut getan, denn während in seinem Debütfilm das zur Schau stellen seiner Muskeln noch genügte, muss er hier Emotionen zeigen und ist in diesen Momenten gelinde gesagt komplett überfordert. Zum Glück kann sein Gegenüber Aiden Gillen als charismatischer Bösewicht umso mehr überzeugen, während das restliche Cast durch die Bank relativ blass bleibt.
Was die WWE Filme bislang ausgemacht hat war die Tatsache, dass sich ihre Filme nicht ernst nehmen und mit einer gewissen Selbstironie in Szene gesetzt wurden. Davon ist 12 Runden leider meilenweit entfernt und liefert typische Direct to DVD Actionkost, die sich nur von ihrer guten, wenngleich auch geklauten Story, vom Genreeinheitsbrei etwas abheben kann. Genrefans können sicherlich einen Blick riskieren, aber es bleibt zu hoffen, dass die Produktionsfirma wieder zu alter selbstironischer Stärke zurückfindet, denn sonst vergraulen sie auch noch ihr letztes Stammpublikum.