G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra Poster

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G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra

(G.I. Joe: Rise of Cobra, 2009)

Dt.Start: 13. August 2009 Premiere: 06. August 2009 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Action
Länge: 118 min Land: USA
Darsteller: Dennis Quaid (General Hawk), Channing Tatum (Duke), Marlon Wayans (Ripcord), Sienna Miller (Baroness), Joseph Gordon-Levitt (Cobra Commander), Said Taghmaoui (Breaker), Christopher Eccleston (Destro), Adewale Akinnuoye-Agbaje (Heavy Duty), Rachel Nichols (Shana 'Scarlett' O'Hara), Ray Park (Snake Eyes), Arnold Vosloo (Zartan)
Regie: Stephen Sommers
Drehbuch: Stuart Beattie, David Elliot


Inhalt

Die G.I. Joe sind eine Spezialeinheit der vereinten Nationen, deren Aufgabe es ist mit ihrem Einsatz und der Hilfe von High-Tech Equipment den Weltfrieden zu sichern. Die Drohungen eines schottischen Waffenhändlers, dem Anführer der teuflischen Organisation Cobra, lassen General Hawk keine andere Wahl als einzugreifen. Nach einem Anschlag gegen die Menschheit ziehen er und sein Team in den Kampf.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 73%
Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 86 für G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra

Stephen Sommers setzt seinen kurzweiligen Stil a la Die Mumie erneut durch: Sprich viel Action und Humor. Gerade die Action ist einfach nur als grandios zu bezeichnen. Im Gegensatz zu den Transformers sieht man hier jeden Cent und bekommt anständig choeografierte Actionszenen (als Highlight die Verfolgungsjagd in Paris) en masse zu sehen, die zudem noch mit tollen Effekten aufwarten können. Eine weitere Stärke des Filmes ist auch, dass Sommers nie auf eine reine Actionschlacht baut, sondern versucht, diese auch in einer akzeptablen Story unterzubringen. Dies gelingt hervorragend, denn auch wenn die Geschichte recht vorhersehbar wirkt, sind die Charaktere immerhin glaubwürdig gestaltet. Das Ganze ist zudem mit einer notwendigen Portion Ironie ausgestattet und hat gerade im Actionbereich einige einfallsreiche Szenen zu bieten. Dass der Film zudem mit vielen guten, wenngleich etwas unterforderten Darstellern besetzt ist, gefällt ebenso wie das überzeugende Ende, das schon jetzt neugierig auf die Fortsetzung macht. Unterm Strich einer der besten Actionfilme der letzten Jahre, der auch die Spielzeugverfilmungen von Michael Bay mühelos in die Tasche steckt.

Kritik

von Julian Reischl
G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra hat eine Wertung von 60%
Die Geheimorganisation Cobra bedroht die Welt, nur die Spezialtruppe der G.I. Joes kann deren Pläne vielleicht noch verhindern. Actionknaller mit Effekten ohne Ende, mit Witz und Eye Candy für Jungs, alles großartig. Doch gegen Ende erlaubt sich Regisseur Stephen Sommers leider einen Schnitzer, der den Film komplett disqualifiziert: Dem gezeigten Universum werden nachträglich andere Naturgesetze andichtet, was die Solidarität des Publikums mit den Protagonisten unterminiert.

Bild aus G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra Generationen von Jungs spielten nicht nur in Amerika mit den G.I. Joe-Actionfiguren des Hasbro-Konzerns. Was ursprünglich als Barbie-Puppe für Jungs heruntergeputzt worden war, schaffte es jedoch unter dem Begriff "action figure" zu landesweitem Ruhm. War G.I. Joe ursprünglich nur der Eigenname des Soldaten, bohrte der Hersteller die Puppe bald zur Truppe auf. Nun nannte man sie alle G.I. Joe, die individuellen Figuren bekamen zusätzliche Eigennamen. Nach nicht wenigen Auftritten im Fernsehen und Werbespots liegt nun der erste Kinofilm der G.I. Joes vor.

Die US-Soldaten Duke und Ripcord überleben als einzige einen Spezialauftrag, nämlich der Transport von vier neuartigen Gefechtsköpfen. Ihr Konvoi wird von übermächtigen Unbekannten überfallen, die es auf die neuen Waffen abgesehen haben. Rettung naht in Form der G.I. Joes, doch woher sollen Duke und Ripcord wissen, welche der plötzlich heiß miteinander kämpfenden Parteien auf wessen Seite spielt? Die Joes gewinnen, doch Duke und Ripcord sind gezwungen, mitzukommen. So stoßen die beiden Elitesoldaten zu den G.I. Joes und werden alsbald in die Truppe der harten Kämpfer aufgenommen.

Keine Minute zu früh, denn es gelingt den Gegnern, unter Führung der Baroness, die Gefechtsköpfe aus der geheimen Wüstenbasis der Joes zu stehlen. Der Plan der Terrororganisation namens Cobra ist die Verbreitung von Angst und Schrecken mit Hilfe der Gefechtsköpfe, so dass die Bösewichte Gelegenheit finden, ihre eigenen Forderungen und Ziele durchzupauken. Dies können nur noch die Joes verhindern, und es wird extrem knapp.

Die Nanotechnologie ist der große Angstmacher in diesem Film: Die Gefechtsköpfe sind voll von kleinen Robotern, die Metall und andere Materialien pulverisieren, bis man ihnen per Funkbefehl den Saft abdreht. Ebenso sind diese kleinen Roboter in der Lage, in menschlichem Gewebe aktiv zu werden und so die körpereigenen Abwehrkräfte zu unterstützen bzw. selbst massiven Schaden anzurichten.

Natürlich ist zu erwarten, dass ein Film, der auf einer Soldaten-Actionpuppe basiert, ausschließlich heftigste Kampfeinsätze zeigt und dabei ein Effektfeuerwerk nach dem anderen abbrennt. Dieser Wunsch wird den Fans der Actionfigur garantiert erfüllt. Auch sind tiefgreifende Diskussionen, moralische Wertvorstellungen oder gar offensichtliches Nachdenken von vorneherein eher fehl am Platze in diesem Film. Alles kein Problem, denn G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra ist und bleibt ein bewusst völlig übertriebenes und überdrehtes Actionabenteuer für Jungs, die mittlerweile zu Männern herangereift sind.

Die Effekte sind absolut überzeugend, der Takt des Films so schnell, dass man den Platz keinesfalls verlassen sollte, die Kalauer genau an den richtigen Stellen, der Film macht einfach tierisch Spaß. Fans der Star Wars-Filme werden außerdem eine gewaltige Menge von Déjà-Vus erleben, die kein Zufall mehr sein können. Neben der Ähnlichkeit einzelner Figuren zu den bekannten Helden und Bösewichten des Lucas-Universums (oder auch nur zu einzelnen Merkmalen derselben) fällt dem Fan hierbei auf, dass teilweise sogar ganze Schlüsselszenen ganz oder teilweise nachgespielt wurden. Es fehlt eigentlich nur noch, dass am Schluss eine Horde Ewoks zum Feiern antritt. Doch all dies ist trotz allem Übermut G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra zuträglich und förderlich. Der Film nimmt sich selbst nicht ernst, alleiniges Programm ist Augenweide-Overkill.

Die im Grunde schwache Geschichte, das dümmliche Drehbuch, die flachen Kalauer, die übermenschliche Leistungsfähigkeit aller Joes und Cobras (trotz Exoskeletten und anderer Hilfsmittel), die allein durch ihre Lautstärke beeindruckenden Toneffekte und der ganze Rest lassen sich problemlos hinnehmen, sich verstehen als augenzwinkernde Anspielung auf die galoppierende Fantasie von spielenden Kindern, ja sogar genießen. Bis auf das absolute Totschlagargument, das diesem Film die Luft raubt. Den einen Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Das eine Naturgesetz, das auch im G.I. Joe-Universum nicht außer Kraft gesetzt werden darf: Eis schwimmt in Wasser oben. Immer.

Wegen genau dieses einen Fehlers disqualifiziert sich der Film bedauerlicherweise selbst, er beraubt sich im Showdown allen Potentials, das er je zum Kult hatte, da er offenbart, wie sehr das Publikum für dumm verkauft worden ist. Denn wenn plötzlich andere Naturgesetze gelten, von deren Existenz man als Zuschauer die ganze Zeit über nichts geahnt hatte, relativiert das die gesamte Filmerfahrung im Nachhinein. Was für andere Naturgesetze mögen noch außer Kraft sein? Vielleicht können die Menschen des Universums auf der Leinwand ja nicht sterben? Vielleicht war das Mitfiebern also ganz unnötig? Solange solche Fragen offen sind, spielen Filmemacher mit dem Feuer, denn ganz schnell verliert das Publikum die Lust an der emotionalen Investition, kennt es doch die Spielregeln auf der Leinwand nicht. Im Grunde verhält sich das Filmerlebnis G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra analog zum Besuch eines Baseballspiels im USA-Urlaub: Kaum ein Besucher aus Europa kennt die Spielregeln, und daher erscheint ihm auch die noch so spannende Konfliktsituation einfach nur langweilig. Wäre etwas Eis auch bereits zu Beginn des Filmes gesunken, hätte man sich damit anfreunden können.



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