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Roland Emmerich zerstört wieder einmal die Welt. Wie schon routiniert in The Day After Tomorrow oder Independence Day lässt der deutsche Export auch diesmal keinen Stein auf dem Anderen und vernichtet alles mit verschiedensten Naturkatastrophen. Die zum Dauerthema gewordene Klimadiskussion spielt ihm dabei natürlich voll in die Karten und so wird der durchaus sehenswerte Mega-Budget-Streifen sicherlich die Kinokassen ordentlich klingeln lassen, obwohl man im Detail einiges hätte besser machen können!
Das Ende des Maya-Kalenders am 21.12.2012 ist ein Thema, welches seit vielen Jahren Wissenschaftler, Philosophen und Religionen beschäftigt. Was passiert, nachdem der Kalender sein Ende erreicht hat? Der Beginn einer neuen Zeitrechnung auf jeden Fall, aber bedingt dies die Apokalypse? Oder vielleicht "nur" einen schneidenden Einschnitt in unsere Zivilisation? Emmerich sieht in seinem Drehbuch die großflächige Zerstörung der Erde durch eine enorme Verschiebung der Erdplatten und daraus resultierende Vulkanausbrüche und Super-Tsunamis an diesem Datum vor und holt dabei alle Hollywood-Tricks aus der Schublade.
Neben Special-Effects nutzt er auch Visual Effects und verbindet diese nahtlos, sodass kaum erkennbar ist, wann etwas als Modell aufgebaut oder aus dem Computer generiert ist. Dass er diesen Teil eines Action-Blockbusters in Perfektion beherrscht, hat Emmerich ja bereits mehrfach bewiesen, setzt aber bei 2012 nochmal eine Schippe drauf. Dies wird vor allem SFX-Fans freuen, das normale Publikum wird von der Bilderflut zwar manchmal ein wenig überfordert sein, aber dass die 160 Minuten zu keinem Zeitpunkt langweilig werden, spricht auf jeden Fall für den Film!
Neben größer und lauter werden einem für das Kinoticket aber auch Charaktere geboten. So sehen wir auf der einen Seite den Wissenschaftler Adrian Helmsley und damit die Sichtweise derer, die in den großen Plan eingeweiht sind. Und auf der anderen Seite den Autor Jackson Curtis, der, wie die meisten Menschen auf der Erde, keine Ahnung von der bevorstehenden Katastrophe hat und dann mit seiner zerrütteten Familie plötzlich ums Überleben kämpfen muss. Diese duale Erzählstrategie sorgt an einigen Stellen für spannende und intelligente Möglichkeiten, die auch gekonnt genutzt werden.
Negativ hingegen schlägt leider mal wieder die Detailgenauigkeit zu Buche. Warum bei solchen Monster-Produktionen immer die einfachsten Dinge außer Acht gelassen oder "zum Wohle der Story" zu einem hanebüchenen Konstrukt verwurschtet werden, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Vor allem detailverliebte Zuschauer werden an der ein oder anderen Stelle den Würgreflex ordentlich unterdrücken oder das Gehirn am Kinoeingang abgeben müssen.
2012 ist ein Film, dessen subjektive Qualität von der Erwartungshaltung abhängt. Erwartet man einen typischen Emmerich-Katastrophenfilm und schert sich nicht um einzelne Ungereimtheiten, sondern will lautes, bildgewaltiges Special-Effects-Kino, wird man seine helle Freude haben. Anspruchsvolle Kinogänger mit Blick für Tiefe, genaue Detailtreue und Zusammenhänge werden an einigen Stellen ordentlich leiden, aber vermutlich über die 160 Minuten dennoch nicht schlecht unterhalten werden! |