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Nachts im Museum 2

(Night at the Museum 2: Battle of the Smithsonian, 2009)

Dt.Start: 21. Mai 2009 Premiere: 21. Mai 2009 (UK)
FSK: ab 6 Genre: Komödie, Fantasy
Länge: 105 min Land: USA
Darsteller: Amy Adams (Amelia Eahart), Owen Wilson (Jedediah), Ben Stiller (Larry Daley), Hank Azaria (Kah Mun Rah), Dick van Dyke (Cecil), Steve Coogan (Octavius), Ricky Gervais (Dr. McPhee)
Regie: Shawn Levy
Drehbuch: Robert Ben Garant, Simon Kinberg


Inhalt

Gerade erst hat sich Larry in seinem Job als Nachtwächter im Museum eingearbeitet, da muss er diesen auch schon wieder aufgeben. Alle Exponate werden durch Hologramme ersetzt und die Originale ins Smithsonial National Archiv in Washington gebracht. Als Larry einen Anruf von Cowboy Jedadiah, einem der nachts erwachenden Museumsstücke, erhält, in dem dieser ihm mitteilt, dass die Tafel von Ahkmenrah, die die Exponate nachts zum Leben erweckt, ebenfalls mit transportiert wurde, fährt Larry sofort los, um die Lage zu entschärfen.
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Kritik

Nachts im Museum 2 hat eine Wertung von 60%
Wie im realen Leben sind seit den Abenteuern Nachts im Museum drei Jahre vergangen. Nachtwächter Larry Daley ist ins Big Business gewechselt. Seine Freunde, die nachts so agilen Exponate des New Yorker Naturkunde-Museums, müssen einer neuen technisch interessanteren Museumskultur weichen. Die meisten von ihnen werden eingemottet und ins gigantische, unterirdische Archiv des Washingtoner Museumsareal "Smithsonians" gebracht. Mit ihnen verschwindet auch die Lebensspendende mystische Tafel von Akhmenrah.

Bild aus Nachts im Museum 2 Doch schon einen Tag später erhält Larry per Telefon einen Hilferuf von Cowboy Jedediah (Owen Wilson). Pharao Akhmenrahs fieser Bruder, Usurpator Kah Mun Rah (Hank Azaria), drangsaliert die New Yorker Ausstellungsstücke, um an die Tafel heranzukommen. Sie kann ihm nämlich Zugang zum Jenseits verschaffen, aus der er seine dämonische Armee befreien will. Gemeinsam mit so illustren Gestalten wie Al Capone (John Bernthal), Napoleon (Alain Chabet) und Iwan der Schreckliche (Christopher Guest) will er die Weltherrschaft erobern. Schnell ist Larry zur Stelle und findet dort Hilfe bei der Fliegerlegende Amelia Earhart (Amy Adams) und General Custer (Bill Hader). Doch es bedarf schon bedeutenderer Geistesgrößen (Einstein, Präsident Lincoln), um Larry den Weg zu ebnen, das Schlimmste zu verhindern. Bis dahin sind er und die anhängliche Amelia hauptsächlich auf der Flucht durch die illustre Museumslandschaft...

Nach dem Motto "Größeres Museum, noch mehr Abenteuer" kreierten Regisseur Shawn Lewy und sein Autorenteam um Robert Ben Garant und Simon Kinberg eine irrwitzige Slapstickkomödie, die stärker als das Original auf ein Kinderpublikum zugeschnitten ist. Das zeigt sich insbesondere in der Abschwächung der Grusel- und Spannungselemente. Kein Dinosaurier und keine Löwen erschrecken Larry, nicht einmal ein schlechtgelaunter Krake, der nur Lust auf ein Bad hat. Die Bösen zeichnen sich durchwegs als Trottel aus und die Bedrohung wirkt derart abstrakt, dass man sich davor nicht fürchten muss.

Lewy setzt auf Slapstick und Klamauk. Dialog- und Situationskomik unterstützen dabei die Episodenhaftigkeit der Handlung. Gag auf Gag reihen Lewy und seine imposante Clique an Komödianten aneinander. Die meisten funktionieren für sich genommen bestens, was dem Gesamtwerk einen guten Unterhaltungswert beschert. Besonders Duette wie jenes, als Stiller seinem Smithsonian-Kollegen Jonah Superbad Hill zeigt, wie man ein Museum bewacht (und ihm dabei die Zugangskarte mopst), demonstrieren das vorhandene Potenzial. Auch Hank Azaria darf als lispelnder, nicht besonders heller Schurke mehrfach in den Dialog-Clinch mit dem Star gehen. Vieles davon dürfte das schräge Resultat von Improvisationen sein, denn diese Dialoge und Situationen ignorieren die übliche Punchline (den überraschenden Schlussgag) zugunsten von sich bis ins Absurde steigernden Wiederholungen. Als weiteres Beispiel darf man die sinnfreie Ohrfeigenorgie zwischen Stiller und den beiden Affen heranziehen (ähnliches war schon im Original zu sehen). Bei aller Lust an Klamauk und Slapstick vergessen die Stars und ihr Regisseur, dass ihre Handlung löchrig ist wie ein Schweizer Käse. Es fehlt sowohl an innerer Logik als auch an zwingender Handlungsführung. Getrieben vom Spaß steuert das nächtliche Abenteuer in die Sinnlosigkeit, ohne dabei freilich anarchisch oder subversiv zu werden wie einst die Marx Brothers. Vielmehr stürzt man in Eiltempo zurück zu den Komödienstandards und ruiniert den unterhaltsamen Eindruck des Spektakels.

Und Spektakel bietet Nachts im Museum 2 ja genug. Dank einer monströsen CGI-Maschinerie zaubert Lewy alles auf die Leinwand, was nur irgendwie mit (amerikanischer) Geschichte assoziiert werden kann. Mitunter hat man das Gefühl, dass sich Lewy vor lauter Möglichkeiten nicht entscheiden kann. Dass dabei ein Menschenverächter und Massenmörder wie General Custer auf die Seite der Guten wechseln kann oder vom Präsident Teddy Roosevelt (Robin Williams) und Albert Einstein Übersetzungskünste bei Hieroglyphen abgefragt werden, sind nur einige der befremdlichen Konsequenzen.

Wie ein beeindruckter Museumsbesucher steht der Regisseur ehrfürchtig vor seiner Geschichte, ohne sie in den Griff zu kriegen. Immer wieder verstößt er gegen seine eigenen Regeln. So bleibt das Wirkungsfeld der magischen Tafel bestenfalls "selektiv". Andererseits schränkt er die märchenhafte Fantasy durch die Erfüllung von Genrekonventionen immer wieder ein, wenn er seinem Protagonisten das romantische Happyend verweigert und sich mit einer umständlichen Konstruktion doch ins Ziel rettet.

So kommt es auch vor, dass einige Figuren zwar umfangreich eingeführt werden, wie Jonahs Wärter oder Al Capone. Letztlich aber bleiben sie funktionslos. Wilson als Jedediah und Steve Coogan als Octavius versauern in schmalen Nebenhandlungen, deren Motivationen blass bleiben. Im Vergleich zu Stillers hintersinnigen und konsequenten Tropic Thunder fehlt dieser Komödie die notwendige Stringenz zu einer sehr guten Unterhaltung.

Trotzdem kann von Langeweile keine Rede sein. Nicht nur die Kinder dürften sich hemmungslos über diese rasante Gagparade amüsieren, auch weil niemand hier Tiefgang erwartet. Die Frage ist deshalb allenfalls, wie groß der Erfolg an den Kinokassen sein wird.

von Harald Witz


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