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Eine Familie in Nöten: Krisengeplagt und von schwerer Krankheit heimgesucht, ziehen die Campbells in ein altes Haus in Krankenhausnähe, damit Matt, der krebskranke Sohn, nur möglichst kurze Wege zu seinen Behandlungen zurücklegen muss. Doch die Familie kommt nicht zur Ruhe. Das Haus birgt eine fürchterliche Vergangenheit, die sich übersinnlich manifestiert und die Lebenden heimsucht. Allerweltshorror, der kaum Gänsehautstimmung aufkommen lässt und mit seinen Melodramambitionen sucht, mehr als ein plumper Genrestreifen zu sein. Wer das glaubt, hält aber auch den Osterhasen für ein eierlegendes Säugetier.
Der Vater (Martin Donovan) Alkoholiker, der Sohn (Kyle Gallner) plagt sich wenig hoffnungsvoll mit einem Krebsleiden herum, und die Mutter (Virginia Madsen) ist psychisch angeschlagen. Idealer Stoff für die Inszenierung eines Familiendramas für die Mattscheibe und eine weibliche Zielgruppe über 40. Was keiner vermuten würde: Man befindet sich mitten in einem Horrorfilm für die große Leinwand. Natürlich muss solch Grusel auf einer "wahren Begebenheit" beruhen; allein schon der "Glaubwürdigkeit" wegen. Doch Das Haus der Dämonen liefert leider nur mittelprächtigen Horror, der, überwiegend voraussehbar, kaum originelle Momente erhält, dafür mit fortgeschrittenem Melodram-Terror aufwartet.
Die Campbells ziehen mit Sack und Pack samt allen Problemen und der Lebenskrise im Gepäck in ein altes Haus in Krankenhausnähe. Für den ältesten Sohn Matt, schwer Krebskrank, ist es von dort nur ein Katzensprung zur Behandlung. Obwohl aber das Haus voller leerstehender Zimmer ist, quartiert sich der Kranke mit dem geschwächten Immunsystem im ungemütlichen Keller ein, der auf die Schnelle halbwegs behaglich gemacht wurde. Warum? Die Antwort ist ebenso simpel wie schematisch: Nur so kann die Spannung in "unerträgliche Höhen" getrieben werden; im Keller befindet sich eine Tür zu einem unerforschten Raum. Dumm nur, dass diese Tür sich (noch) nicht öffnen lässt.
Kaum sind die Campbells in der neuen Behausung, beginnt Matt grusselige Dinge wahrzunehmen: Wasser verwandelt sich in Blut, aus den Wänden brechen Ekel erregende Ungeziefer-Schwärme hervor (nichts, was nicht so ähnlich schon zigmal zu sehen gewesen wäre). Zunächst nur Albträume, steigert sich die Horror-Show bald zu Visionen im Wachzustand und außerweltlichen Attacken. Außer für Matt aber für alle anderen unsichtbar. Und allzu schnell wird alles auf Matts Medikation geschoben: Die Ärzte hatten ohnehin gewarnt, dass so etwas passieren könnte.
Aber es wird nicht bei, Matt vorbehaltenen, außersinnlichen Wahrnehmungen bleiben. Nach und nach enthüllt sich die furchtbare Vergangenheit des Hauses: Im früheren Bestattungsinstitut wurden grauenvolle Schnippelleien an Leichen begangen und Rituale schwarzer Magie zelebriert. Die Seelen der Verstorbenen sollten in dieser Welt gehalten werden. Jahrzehnte später trafen sich Okkultisten, um Seancen abzuhalten und außerweltliche Mächte zu beschwören. Im Mittelpunkt dieser Seancen, ein kindliches Medium mit gewaltigen Kräften. Und nun scheint es, dass die Seelen, die in diesem Haus gequält wurden, ihr Recht fordern und die Lebenden bedrohen. Die Campbells sind aber nicht alleine: Glücklicherweise steht ihnen ein Priester (Elias Koteas) bei, den Matt bei der Krebstherapie kennen gelernt hat.
Dass eine sorgengeplagte Familie in eine schäbige Bruchbude zieht und plötzlich von allerlei Gespenstischem heimgesucht wird, ist als Motiv nicht besonders neu. Und der tönerne Melodramschmalz-Unterbau, welcher der Geschichte inhaltliche Stütze verleihen soll, fügt hier weder Intensität noch wichtige dramaturgische Elemente hinzu. Matts Krankheit ist nicht mehr als Mittel zum Zweck, gewisse Wendungen erklären zu können: sterbenskrank können sowohl Matt, als auch der Priester Dinge der anderen Seite wahrnehmen, die für die Gesunden nicht sichtbar sind. Warum? Nicht wichtig; Mit dieser Erklärung muss man sich einfach zufrieden geben.
Und solche Fragen wie, warum sich geplagte Familien immer solche Gruselgemäuer aussuchen und nicht sofort wieder ausziehen und die vermaledeite Bude abreißen, sollte man sich ganz ersparen. Mit ausgeprägter Logik haben solche Genre-Streifen noch nie geglänzt. Das Haus der Dämonen bewegt sich im Niemandsland zwischen zahmem, halbklassichem Gruselfilm, weitab vom in Mode gekommenen Folterhorror und Slashermovie (zum Glück), und abgedroschenem Familiendrama (weniger glücklich). Anleihen bei Klassikern wie Der Exorzist und Poltergeist sind ebenfalls nicht völlig von der Hand zu weisen. Besonders anzukreiden aber, der Mangel an atmosphärischer Dichte und einer intelligent aufgebauten Story. Letztendlich liefert der Streifen nicht mehr als brauchbaren Genre-Misch-Masch mit der Ambition sich abheben zu wollen, aber ohne die Kraft, sich der Gravitation der üblichen Klischees erwehren zu können. |