Nachdem er mit seinem Erstling Freeze Frame unter Genre-Liebhabern große Anerkennung ernten konnte, legt Regisseur John Simpson fünf Jahre später mit Amusement einen Hybriden aus Slasher und Folterhorror nach. Die (noch) eher unbekannten Darsteller geben sich zudem sichtlich Mühe, weswegen die vorhandenen Logikfehler in der Handlung auch nicht weiter tragisch sind. Zwar ist in diesem direkt auf DVD veröffentlichten Film nur Weniges wirklich neu, doch eine überraschende Erzählstruktur, sowie eine sichere Hand in Sachen Schnitt und Kamera, heben diese gemeine, kleine Geschichte ein wenig von der Masse ab.
Fünf Jahre sind zwischen John Simpsons erstem, abendfüllendem Film bis zum nächsten Projekt vergangen. Das klingt nach einer langen Zeit, aber wenn man bedenkt, dass der nun endlich vorliegende Amusement bereits im Januar des Jahres 2008 hätte veröffentlicht werden sollen, und lediglich aufgrund des Untergangs der verantwortlichen Produktionsfirma Picturehouse mehrmals verschoben wurde, erscheint diese Schaffenspause in einem etwas anderen Licht. Es handelt sich bei diesem Film um einen Hybriden aus Slasher und Folterhorror mit Thriller-Elementen, und wer dabei unter anderem an Saw denkt, liegt damit zwar nicht ganz richtig, aber gewisse gemeinsame Elemente sind eindeutig nicht von der Hand zu weisen.
Shelby (Laura Breckenridge - Hit and Run), Tabitha (Katheryn Winnick - Satan's Little Helper, Road Party) und Lisa (Jessica Lucas - Der Pakt - The Covenant, Cloverfield) waren als Kinder bestens befreundet, haben sich aber später stark auseinandergelebt. Eines Tages müssen sie jedoch feststellen, dass sie durch einen psychopathischen Mörder noch immer stark miteinander verbunden sind. Dieser macht ihnen mit seinem diabolischen Lachen (weswegen er auch ganz einfach nur The Laugh genannt wird) fortan auf sehr abwechslungsreiche Weise das Leben schwer, bis es nach einer episodenhaften Erzählstruktur zum obligaten Showdown kommt.
Innovative Ideen sind nicht unbedingt die Stärke von Amusement, aber was schon bei Frontier(s) sehr gut funktioniert hat, ist hier auch Drehbuchautor Jake Wade Wall (welcher auch an den Drehbüchern der Remakes von Unbekannter Anrufer und The Hitcher beteiligt war) ganz gut gelungen: Das überraschende Durchmischen bekannter Zutaten. Allerdings muss man dazu sagen dass dies oft zu Lasten der Logik geschieht, weswegen man diesen Teil seines Gehirnes hin und wieder einfach mal überhören sollte. Den positiven Gegenpol zu diesem Manko bilden die selten benutzte Erzählstruktur, sowie die sehr ansprechende Kameraführung. Die episodenhafte Natur des blutig-roten Fadens, der sich durch den Film zieht, wirft den Zuschauer unmittelbar direkt ins Geschehen und lässt nur wenige Verschnaufpausen zu. Die Kamera zeigt uns mittels Close-Ups immer wieder nur eher kleine Bildausschnitte, wodurch die Spannung stets aufrecht erhalten oder sogar erhöht werden kann. Als gleichermaßen solide zeigt sich John Simpsons Inszenierung, womit er den diesbezüglich sehr guten Eindruck, welchen sein Erstling Freeze Frame hinterließ, unterstreicht.
Es war sicherlich nicht einfach, gewisse Vorgaben des Drehbuches auch glaubwürdig zu spielen. So gesehen darf man den Darstellern ganz klar ein gewisses Maß an Können attestieren, denn was zum Beispiel ein Til Schweiger nicht kann, dürfen die drei Hauptdarstellerinnen in Amusement eindrücklich unter Beweis stellen: sie sind fähig richtige Idioten zu spielen! So kommt es, dass man dank ihnen nicht von den teilweise richtiggehend hirnrissigen Handlungsweisen der Figuren aus dem Film geworfen wird. Katheryn Winnick erhielt am meisten Screentime und meistert ihre Aufgabe ohne größere Probleme. Schwer zu beurteilen ist daneben Keir O'Donnells (Die Hochzeits-Crasher, Der Kaufhaus Cop) Leistung als The Laugh, da er die meiste Zeit nur teilweise zu sehen ist und man nicht genau weiß, ob seine punktuell suboptimale Interpretation des Mörders nicht doch auch von den Männern hinter der Kamera so verlangt wurde. Ein großes Lob muss man auch den Verantwortlichen für das Design des benutzten Clownskostüms machen, denn schon allein der Anblick von diesem löst beim Zuschauer ein unbehagliches Gefühl aus!
Allzu große Erwartungen sollte man in einen Film dieser Art eher nicht stecken, denn so wie es in der Handlung lediglich um die Qual mehrerer zum Vergnügen eines einzelnen geht, so möchte der Film uns auch nicht mehr als gruselige Unterhaltung bieten. Wer also gerne mit angezogenen Beinen auf dem Sofa sitzt und dabei bevorzugt ein Kissen umklammert, dem wird mit Amusement ein interessanter Genrevertreter geboten, welcher zwar nicht über alle Zweifel erhaben ist, aber in den wichtigen Punkten zu überzeugen vermag. Schade ist nur die Tatsache, dass man mit einem solideren Drehbuch sicherlich eine neue Perle des Horrorfilms geschaffen hätte. Übrig bleibt aber trotz allem ein funktionierender und sehr unterhaltsamer Film für einen gemütlichen DVD-Abend. The Laugh würde sich jedenfalls bestimmt über viele Besucher in seinem lustigen Gruselkabinett freuen!