Der Kampf zweier Kandidaten um einen Job steht im Vordergrund von Topjob - Showdown im Supermarkt. Das Witzige am Film sind jedoch nicht die kleinen und großen Geschütze, die jeder gegen den anderen aufzufahren beginnt, sondern die immer tieferen moralischen Niveaus, auf die die beiden Bewerber sich stets aufs neue herablassen, um einen Vorteil zu erheischen. Die immer erbärmlicheren Verhaltensweisen der Kontrahenten zeigen auf, wie viel Tier doch noch in jedem Menschen steckt.
Doug arbeitet in Chicago im Supermarkt, und hat es immerhin zum Assistant Manager gebracht. Ein toller Jobtitel, doch de facto nur eine Glorifizierung des klassischen Regaleinräumers. Nur der echte Manager muss keine Regale einräumen, und das ist genau der Job, den Doug will: Denn in der Nähe seiner Wohnung soll eine neue Filiale der Supermarktkette gebaut werden. Doch die Ankunft von Richard aus Kanada gefährdet Dougs Plan gewaltig: War er bis jetzt, quasi als Einäugiger unter den Blinden, der einzige Angestellte mit ernsthaften Karriereambitionen, erfährt er jetzt im Familienvater Richard ernste Konkurrenz um den neuen Posten.
Zunächst solidarisieren sich die beiden Assistant Manager, freunden sich sogar ein wenig an. Doch als der erste der beiden in die Versuchung kommt, auf Kosten des anderen einen kleinen Vorteil im Rennen um die neue Stelle zu ergattern, wird nicht lange gefackelt. Schon bald ist alle Ethik und Moral beiseite gestellt, Doug und Richard kämpfen wie Hund und Katz um die neue Stelle. Sabotageakte, übertriebene Empfindlichkeiten und alles andere, was die Trickkiste der Hinterfotzigkeit so bereithält, wird hervorgekramt.
Schmerzlich oft kommt man während dieses Films in die Lage, sich selbst oder ehemalige Kollegen (nun Vorgesetzte) wiederzuerkennen, Situationen aus der eigenen Vergangenheit oder der von Freunden und Bekannten nacherleben zu müssen. Während manche Psychologen das umstrittene Verfahren des "Rebirthing" anwenden, um jemanden seine Geburt nacherleben zu lassen, führt dieser Film einen, oft gänzlich unerwartet, an die Abgründe der menschlichen Seele - zumindest im Alltagsleben.
Das absurde, beschämende Verhalten zweier erwachsener, eigentlich vernunftbegabter Männer, die um eine Führungsposition im Unternehmen streiten, ist für ein Kinopublikum natürlich belustigend. Doch in zweiter Ebene hält dieser Film jedem einzelnen Zuschauer einen Spiegel vor und fragt: "Ist Dein Gewissen wirklich rein?"
Aus dem flauen Gefühl im Magen, das jeder bekommen wird, der schon einmal seinen Vorteil auf Kosten anderer gesucht hat, erwächst die moralische Komponente dieser doch nicht so oberflächlichen Komödie. Ein schlauer Schachzug, denn wäre genau dieser Bezug zum Zuschauer nicht gegeben, hätte Topjob - Showdown im Supermarkt wohl eher geringe Chance beim Publikum. Doch gerade durch die Verwobenheit des Doug oder des Richard mit den Erfahrungen von jedermann erlangt dieser Film eine neue Qualität. Schlimm nur, dass sicher viele Zuschauer schon solche Erfahrungen machen mussten. Wer selbst von den Ellenbogen anderer noch weitgehend unberührt ist, kann sich an den dokumentarischen Qualitäten des Films erfreuen, der zusätzlich mit nicht wenigen kleinen, aber faszinierenden Skurrilitäten aufzuwarten weiß. Nur eine Gruppe von potentiellen Zuschauern wird der Film nicht erreichen: Diejenigen, die selbst ihre Ellenbogen skrupellos einsetzen, um voranzukommen. Schade, denn genau die hätten doch ein wenig Erhellung am ehesten gebrauchen können.