Laue Schenkelklopferkomödie, die so viel mehr hätte sein können, wäre sie nur bissiger inszeniert worden. Stattdessen kloppen sich Jack Black und Michael Cera plump durch diverse historische Epochen, ausschließlich auf der Suche nach dem Verlust der Jungfräulichkeit. Deutliche Parallelen zu Das Leben des Brian fügen dem Film mehr Schaden zu als dass sie ihm nutzen, da die Fans, zu einer Entscheidung gezwungen, garantiert den Klassiker favorisieren werden.
Zed ist ein erbärmlicher Jäger im Steinzeitstamm, und sein Freund Oh ein erbärmlicher Sammler. Maja und Eema, die Frauen, auf die die beiden stehen, zeigen keinerlei Interesse an den armseligen Verlierern. Nachdem Zed auch noch eine Grundregel des Stammes bricht und eine verbotene Frucht isst, wird er kurzerhand rausgeworfen. Oh folgt ihm, da auch er keine Zukunft für sich beim Stamm sieht.
Nach kurzer Wanderung stellt sich heraus, dass die Welt doch nicht hinter den nahgelegenen Bergen endet, und schon bald treffen die beiden auf zwei Kerle namens Kain und Abel. Wie man sich schon denken kann, geht das Treffen schlecht für Abel aus, und Kain schiebt die Schuld kurzerhand auf Zed und Oh. Die Flucht führt schließlich nach Sodom, wohin mittlerweile Maja und Eema von Sklavenhändlern verschleppt wurden. Um sie befreien zu können, müssen die beiden mal ernsthaft Rückgrat zeigen und zu echten Männern werden.
Dass Year One eine Komödie werden würde, ist sonnenklar, sobald man Jack Black als Steinzeitmensch zu Gesicht bekommt. Doch allzu deutlich persifliert dieser Film Roland Emmerichs 10.000 B.C., der seinerseits ebenfalls auch nicht gerade durch stringente Handlung und logische Entwicklungen auffiel. Dass zwischen jungsteinzeitlichen Jägern und Sammlern und der Stadt Sodom selbst bei gutmütigster Interpretation immer noch rund 10.000 Jahre liegen, mag man ja um der lieben Unterhaltung willen geflissentlich übersehen, doch als der Film ernsthafte Anstalten macht, es mit Das Leben des Brian aufnehmen zu wollen, ist es natürlich vorbei mit der Toleranz des Zuschauers. So ein Herausforderer muss liefern, und zwar mächtig. Da reicht es nicht nur bei weitem nicht, sondern ist auch noch massiv kontraproduktiv, dass Zed in ein Häufchen Kot beißt, um ihn als Spur zu analysieren und sich sein Kumpel ins eigene Gesicht zu pinkeln gezwungen ist. Solche Geschmacksverirrungen disqualifizieren unter Cineasten ganze Filme.
Auch in Year One finden sich nicht wenige bekannte Gesichter. Der herrliche Oliver Platt als Hohepriester kann seine Fähigkeiten jedoch genausowenig ausspielen wie der unvergleichliche Hank Azaria als Adam, David Cross als Kain und Christopher Mintz-Plasse, wieder mal weinerlich, als Isaak. Olivia Wilde, hier bekannt aus den jüngeren Folgen von Dr. House, becirct zwar gekonnt das Publikum wie auch Zed auf der Leinwand mit ihrem Charme. Doch das reicht nicht: Unter dem Strich erinnert der Film zu sehr an Germanikus. Gut gemeint, aber leider zu erzwungen lustig inszeniert. Beim Drehen hatten die Macher sicher eine Menge Spaß, doch litt leider das Endergebnis darunter. Wie bei einer sich selbst überlassenen Schultheatergruppe galoppieren die (bisweilen hysterischen) Gags und Handlungsstränge hier derart wild durcheinander, dass man sich fragen muss, was auf der Leinwand noch alles um eines weiteren Schenkelklopfers willen passieren wird.
Leider nutzt der Film nicht die Möglichkeiten, die er gehabt hätte, nämlich eine aufwändig produzierte Steinzeitkomödie mit einer Menge Witz und religiös-historischen Anspielungen werden zu können. Stattdessen verzichtet er auf jegliche Ironie, Doppelbödigkeit, sanfte Anspielung und jegliches Augenzwinkern, um sich stattdessen direkt auf die plumpesten Gags seit Dumm und Dümmer zu stürzen wie ein ausgehungerter Vielfraß ans All you can Eat-Buffet.