Nahezu harmloser Kinospaß für die ganze Familie mit bunten Effekten und überraschenden, ja skurrilen Wendungen und Entwicklungen. Will Ferrell macht sich mal wieder zum Affen für das Publikum, doch diese Rolle ist seiner Leinwandpräsenz einfach auf den Leib geschrieben. Dass der Film die Neuauflage einer TV-Serie aus den 70ern ist, ist nicht so wichtig, da er auch für sich alleine gut funktioniert.
Schon lang ist der sozial eher tollpatschige Physiker Dr. Rick Marshall für seine wahnwitzigen Theorien zur Krümmung der Raumzeit für seine Kollegen nur noch ein Witz. Er muss sich seine Brötchen mit dem Unterrichten an einer Schule verdienen, wo ebenfalls niemand seine Theorien ernst nimmt. Kein Wunder, denn Dr. Marshall behauptet, dass Zeitreisen möglich sind.
Tatsächlich gelingt es Dr. Marshall mit Hilfe der Studentin Holly, die von seinen Theorien fasziniert ist, ein tragbares Gerät zu bauen, das so eine Reise ermöglichen soll. Die Suche nach einem der natürlich vorkommenden Orte für so einen Sprung führt die beiden in die Wüste, wo sie durch eine Serie von ungeschickten Zufällen zusammen mit dem Hinterwäldler Will tatsächlich durch die Zeit reisen. Oder in eine parallele Dimension, denn die Welt, in der sie sich wiederfinden, könnte skurriler kaum sein.
Schon bald treffen die drei Weltenwanderer auf Cha-Ka, einen schon recht weit entwickelten Primaten, der sich ihnen anschließt. Etwas Hilfe in der unbekannten neuen Welt ist nie falsch, so der allgemeine Konsens. Dennoch schafft es Rick Marshall alsbald, sich einen Tyrannosaurus zum persönlichen Feind zu machen, indem er sich lautstark über die angeblich mindere Intelligenz der Theropoden auslässt. Doch dies soll sich bald als das geringste seiner Probleme herausstellen.
Zunächst einmal: Es handelt sich um die Neuverfilmung der gleichnamigen TV-Serie (im Original "Land of the Lost") von 1974, in der eine Familie auf einer Bootsfahrt in eine von Sauriern beherrschte Zeit katapultiert wird. Es gibt große Ähnlichkeiten, zum Beispiel die Namen der Personen, aber der Film kann natürlich nicht die Geschichten von drei Serienjahrgängen verlustfrei in sich vereinen. Weiterhin ist klar, dass die Tricks von heute denen von vor 35 Jahren weit überlegen sind.
So sollte man Die fast vergessene Welt am besten ohne Zusammenhang mit der Fernsehserie genießen. Denn genießen kann man den Film sehr wohl. Will Ferrell ist sich - einmal mehr - wirklich für keinen noch so erniedrigenden Gag zu schade und reißt - mal wieder - praktisch den ganzen Film an sich. Soll er doch. Die seltsame Realität, in der das Trio auf Cha-Ka und auch auf deren Gegner trifft, erinnert entfernt an die Landschaften Salvador Dalis. Das Maß der Skurrilität machen Ferrell und seine Begleiter schon von selbst voll, kleiner Drogenrausch inklusive.
Ein wirklich gelungener Kinospaß, der allein deshalb funktioniert, weil er sich die eigenen Ziele nicht zu hoch steckt. Mehr wäre hier weniger gewesen, und so kann das Publikum sich bequem von Gag zu Gag lachen, und eine Fortsetzung ist auch schon angelegt. Die Ähnlichkeit zu Reise zum Mittelpunkt der Erde mit Brendan Fraser ist natürlich nicht zu übersehen, doch ist Die fast vergessene Welt etwas sympathischer und stringenter umgesetzt.