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Tideland

(Tideland, 2005)

Durchschnittliche Redaktionswertung

64%



Inhalt

Jeliza-Rose durchlebt Schreckliches: Ihre Mutter stirbt an übermäßigem Drogenkonsum. Daraufhin zieht sie mit ihrem Vater Noah auf eine Farm, wo auch er an einer Überdosis Heroin stirbt. Die kleine Jeliza, die sich schon vorher in Tagträumereien geflüchtet hat, entgleitet nun, völlig auf sich allein gestellt, komplett der Realität. Gemeinsam mit der Leiche ihres Vaters lebt sie weiterhin auf der Farm. In der Umgebung begegnet sie der etwas unheimlichen Dell und ihrem geistig zurückgebliebenen Bruder Dickens, die für sie den einzig menschlichen Rückhalt bilden.

Kritik

von Markus Mller

Wertung Kritik

64%

Terry Gilliams Tideland lebt von seiner interessanten Grundidee, der starken Hauptdarstellerin und seinen Bildern, die bunt und gewaltig daher kommen und die technisch fantastisch umgesetzt wurden. So ist es vor allem die Optik, die überzeugen kann und Tideland allein schon sehenswert werden lässt. Die Story reduziert sich auf die Grundidee, die Fantasien eines kleinen Mädchens zu zeigen und darauf Ereignisse aufzubauen. Eine Dramaturgie oder großartige Charakterentwicklungen gibt es nicht. So krankt der Film an einigen Längen und überflüssigen Szenen, ist aber dennoch besonders für Gilliamfans einen Blick wert, auch wenn er von den Meisterwerken des Kultregisseur Meilenweit entfernt ist.

Bild aus Tideland Selten fiel es mir so schwer ein Urteil über einen Film zu fällen. Nüchtern betrachtet, bietet er eine interessante Idee, teilweise geniale Bilder und eine strake Hauptdarstellerin, ist aber auch streckenweise recht langatmig, unangenehm absurd und selbst für jemanden der auf Körperhorror im Stile Cronenbergs (eXistenZ) steht, teilweise einfach nur widerlich eklig. Irgendwie will die Gesamtkomposition, die deutliche Anleihen bei Hitchcocks Psycho und bei Alice im Wunderland macht, nicht so wirklich überzeugen.

Zunächst ist da die Idee, in die Fantasiewelt eines kleinen Mädchens, das in unmenschlichen, kinderfeindlichen und übersp(r)itzt heruntergekommenen Verhältnissen aufwächst, einzutauchen. Zwar ist es durchaus faszinierend aber irgendwie wird man als Zuschauer auf Abstand gehalten und kann sich nicht endgültig in der gezeigten Traumwelt verlieren. Genau das ist das Problem von Tideland. Im Grunde genommen kann ein Film, der die Frage stellt, was Fiktion und was Wirklichkeit ist, nur dann funktionieren, wenn er den Zuschauer komplett in seinen Bann zieht und ihn miträtseln lässt. Leider ist Tideland streckenweise zu langweilig und zu unzugänglich, um dies zu schaffen. Man fühlt sich, wie vor einem großen Gitter hinter dem man eine wunderschöne aber auch unheimliche und düstere, bizarre Traumwelt sehen kann, aber nicht durch das Tor gelassen wird, um an ihr teilhaben zu können. So richtig will der Funke darum nicht überspringen und so ist Gilliams Film einfach nicht so intensiv, wie er eigentlich sein sollte.

Tideland bietet einige wunderschöne Szenen aber auch einige, die ekelhaft und schon beinahe ein wenig geschmacklos anmuten. Streckenweise wird der Film des Meisterregisseurs richtig widerlich. Leider kann er gerade in diesen Szenen, besonders seien dabei die vielen nach dem Ableben von Jeliza-Roses Vater erwähnt, nicht wirklich überzeugen. Während es noch durchaus faszinierend ist, wie das kleine Mädchen mit ihrem verwesenden Vater agiert, als wäre er noch am Leben, wird es schnell geschmacklos und krank, wenn dies auch noch geschieht nachdem die Leiche von der hexenhaften irren Nachbarin bearbeitet wurde. Ein weiteres Problem ist dabei, dass die Kostüme und auch die Maske nicht so ganz zum opulenten Optikfetischismus, den Gilliams Kamera einfängt, passen wollen. Nicht dass diese schlecht wären, aber irgendwie sehen die Figuren nicht wirklich so stylish aus, wie sie es könnten.

Besonders überzeugen kann die Hauptdarstellerin. Die beim Dreh erst 10 jährige Jodelle Ferland macht ihre Sache ausgesprochen gut und spielt wirklich erstaunlich überzeugend. Sie hatte später auch noch weitere Rollen in Silent Hill und war zuletzt unter anderem auch in Uwe Bolls Seed (armes Mädchen) zu sehen. Man darf ihr die Daumen drücken, dass sie in Zukunft bessere Rollen abbekommt, um an ihre Leistung in Tideland anknüpfen zu können. Jeff Bridges sah seit The Big Lebowski nicht mehr so schön scheiße aus, passt perfekt auf seine Rolle und gibt einen herrlichen Junkyvater ab. Letztlich bleibt dennoch die Erkenntnis, dass Tideland eine herbe Enttäuschung ist. Gilliam hätte die Geschichte einfach ein wenig spektakulärer und ein Stück kürzer erzählen müssen. So bleibt ein Film, mit dem man einfach nicht so richtig glücklich wird. Wer Terry Gilliams Filme mag, kann sich auch Tideland ansehen, aber nicht damit rechnen ein Werk in der Klasse von Fear and Loathing in Las Vegas, Brazil oder 12 Monkeys zu sehen. Die spielen in einer ganz anderen Liga.

Keine weitere Wertung


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