Tödliches Kommando - The Hurt Locker Poster

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Tödliches Kommando - The Hurt Locker

(The Hurt Locker, 2008)

Durchschnittliche Redaktionswertung

66%



Inhalt

Eine Gruppe von Elitekämpfern der US-Armee, ein Munitionsräumdienst, befindet sich mitten im Krisengebiet des Irak. Als ihr Vorgesetzter bei einer Entschärfungsaktion ums Leben kommt, erhalten die verbliebenen Gruppenmitglieder Sergeant Sanborn und Spezialist Eldridge mit dem risikofreudigen Staff Sergeant James einen neuen Teamleiter. Dieser bringt schon bald nicht nur sich, sondern auch seine Männer in Gefahr.

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Tödliches Kommando - The Hurt Locker

Kritik

von Florian Lieb

Wertung Kritik

48%

Seit dem 11. September 2001 führen die USA nun bereits ihren Krieg gegen den Terror und auch die Lage im Irak hat sich obschon des sechsten Jahrestags des Golfkriegsendes noch lange nicht beruhigt. Während einige Projekte wie Brian De Palmas Redacted das US-Militär sehr kritisch beäugten, kommt nun unter der Regie von Kathryn Bigelow ein Kriegsfilm in die Kinos, bei dem Rumsfeld, Bush und die US-Armee vor Freude in die Hände klatschen werden. Denn selbst wenn Bigelows neues Werk durchaus spannend und mitreißend inszeniert ist, will die unwahrscheinlich pro-amerikanistische Sicht so gar nicht gefallen.

Bild aus Tödliches Kommando - The Hurt Locker Durch die HD-Kameras und gelegentliches Gewackel fühlt sich der Zuschauer, als wäre er selbst Bestandteil jenes Munitionsräumdienstes, dem sich Drehbuchautor Mark Boal in Tödliches Kommando - The Hurt Locker zwei Stunden lang widmet. Immer mitten drin im Geschehen und oftmals genauso verwirrt. Ein Mann stünde mit Videokamera auf sechs Uhr, warnt Spezialist Eldridge seinen Vorgesetzten Sergeant Sanborn während einer Mission. Dieser tut sich zuerst sichtlich schwer, den Verdächtigen auszumachen. Die Kamera ist dabei, wenn zu Beginn mit Sergeant Thompson der Teamleiter des Munitionsräumdienstes bei einer Entschärfung stirbt (etwas ausreizend in Slow Motion eingefangen) oder wenn die Männer nach einem gelungenen Tag in der Kaserne unter Alkoholeinfluss beginnen einen privaten Fight Club zu starten.

Dabei arbeitet Thriller-Expertin Kathryn Bigelow sehr geschickt mit ihrem dramaturgischen Aufbau. Die Opferung von Thompson zu Beginn macht früh deutlich, dass die Entschärfungsaktionen der drei Hauptfiguren in den kommenden zwei Stunden nicht unbedingt glimpflich ausgehen müssen - auch wenn es (schließlich handelt es sich um die Hauptfiguren) zu erwarten wäre. Die Überreizung der Spannung ist jedoch ein generelles Problem von Tödliches Kommando - The Hurt Locker. Bigelow hält zu lange auf manche Szenen drauf, sodass nach einigen Minuten die Spannung einer einsetzenden Langeweile zu weichen droht. Dass der Film der Amerikanerin jedoch über weite Strecken tatsächlich ungemein packend ist, lässt sich jedoch nicht verleugnen.

Im Mittelpunkt steht dabei stets Jeremy Renner, der ebenso wie Anthony Mackie und Brian Geraghty nun nicht zu den großen Namen Hollywoods zählt, aber sich seine Sporen bereits verdient hat. In Gastrollen - und sie nehmen wirklich nur diese Funktion ein - tauchen dann kurz bekanntere Darsteller wie Guy Pearce, Ralph Fiennes, David Morse und Evangeline Lilly auf. Im Nachhinein nicht die dümmste Entscheidung von Bigelow, da Renner, Mackie und Geraghty perfekt in ihren Rollen aufgehen - selbst wenn sie charakterlich nicht immer besonders gut ausgeleuchtet sind. Da wäre es fast von Vorteil gewesen, wenn man auf Fiennes und Co. verzichtet hätte, bedenkt man, dass ihre Einbindung in die Handlung meist nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Selbst wenn es natürlich ein Bonus ist, bekannte Gesichter zu entdecken.

Von technischer Seite aus kann man Tödliches Kommando - The Hurt Locker wirklich keinen Vorwurf machen. Nicht nur das Ensemble überzeugt, sondern auch die Inszenierung und die technischen Effekte. Der Look des Filmes ist ansprechend und dieser selbst wie bereits angesprochen bisweilen recht spannend. Und wäre der Inhalt der Geschichte bzw. dessen politische Reflektion nicht, so wäre Bigelows Film sicherlich ein Höhepunkt des Jahres, der sich all seine Lobeshymnen verdient gehabt hätte. Doch was man hier im Kern zu sehen bekommt, ist von einer derart propagandistischen Tiefe, dass man den Boden schon gar nicht mehr erkennen kann. Es sollte einen nicht wundern, wenn das Budget vom US-Militär ein Sponsoring erhalten hätte - oder im Nachhinein noch einen Dankenschön-Bonus überweist.

Da hätten wir zum einen die irakische Bevölkerung. Denen ist ja sowieso nicht zu trauen, weil jeder von ihnen ein/e potentielle/r BombenlegerIn ist. Egal ob Familienväter oder Senioren, die mit einer Kutsche ein paar Steine aufladen wollen. Ganz übles Pack ist das, welches nicht einmal davor zurückschreckt, seine eigenen Kinder umzubringen, damit sie zu Körperbomben umfunktioniert werden können. Ihren amerikanischen Befreiern danken sie es dann dadurch, dass man ihnen abgefilmte Blockbuster als DVD verkauft. Auch noch in schlechter Qualität versteht sich. Und nach einem harten Arbeitstag wird der Humvee mit Steinen beworfen. Alles Gesindel, alles nur Pack. Deshalb sind die Bombenentschärfungsaktionen auch immer so heikel. Weil hier Metzger und jeder, der am Fenster steht, nur Übles im Schilde führt.

Komplettiert wird dieses Bild dann von der Gegenzeichnung des US-Militär bzw. in diesem Fall fast ausschließlich des Munitionsräumdienstes. Das sind herzensgute Jungs, die durch den Krieg, wie Spezialist Eldridge, psychisch fertig gemacht werden. Männer, die sich wie Staff Sergeant James auch mal die Zeit nehmen, eine persönliche Beziehung zu einem irakischen Jungen aufzubauen, um mit ihm Fußball zu spielen. Macht dessen Vater ja nicht. Und als James dann den unschuldigen Jungen findet, der zur Körperbombe umfunktioniert wurde, beginnt er natürlich eine eigene Vendetta, um das Unrecht zu sühnen. Tragisch wird es dann, wenn diese amerikanischen Helden nicht einmal Wertschätzung erfahren. Niemand liebt ihn, jammert Sanborn. Aber seine Truppe, die kümmert sich um ihn. Hier passt man noch auf sich auf, während James in der Heimat von der Naivität der Gesellschaft in Form dutzender Frühstücksflocken überfordert ist.

Es soll an dieser Stelle nicht abgestritten werden, dass es US-Militärs gibt, die mit Idealen im Irak kämpfen. Nur verpasst es Tödliches Kommando - The Hurt Locker auch nur im Ansatz so etwas wie Objektivität zu erzeugen. Bigelows Sicht der Dinge bleibt stets Schwarzweiß, eine (berechtigte) Kritik an den eigenen Truppen, wie sie Brian De Palma in Redacted beispielsweise geübt hat, bleibt hier aus. Stattdessen wird der Antagonist überzeichnet, als Kollektiv verurteilt. Nur sieht die Realität eben anders aus. Da gibt es gute wie schlechte US-Soldaten. Sowie gute und schlechte Iraker. Doch Bigelow verwehrt den Blick auf die jeweils andere Seite der Medaille und wirkt durch ihre sture Subjektivität mitunter ziemlich chauvinistisch. Während sie einerseits einen packenden Thriller abliefert, ist die dunkle Seite ihrer Medaille, die Überhöhung der eigenen Truppen und xenophobe Einstellung gegenüber dem irakischen Volk, mit Vorsicht zu genießen. Dabei wäre dem Film mit etwas Objektivität bereits geholfen gewesen.

Kurzkritik

von Benjamin Schieler

Wertung Kurzkritik

83%

Staff Sergeant William James ist ein Adrenalinjunkie. Ein Soldat vom ganzen Herzen. Seine Rolle als Teamleiter eines Munitionsräumdienst im Irak ist ihm auf den Leib geschneidert. Denn Angst scheint dieser Kerl nicht zu kennen. Das aber birgt Gefahren für den Rest seiner Mannschaft. Kathryn Bigelows Film war der große Gewinner der Oscar-Verleihung 2010 und stach gleich mehrfach James Camerons Avatar aus. Ob sich die Academy mit dieser Entscheidung vor den Soldaten vorbeugen wollte, die im Irak und in Afghanistan ihren Kopf für die (vordergründig) freiheitsstiftenden Ziele ihres Landes hinhalten oder tatsächlich die Qualität des Films ausschlaggebend war, ist reine Spekulation. Tödliches Kommando aber wirkt sehr authentisch und in gewisser Weise tragisch. Denn wie kann eine Gesellschaft auf Dauer mit Menschen umgehen, die sich nur im Krieg zurechtfinden?



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