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Edge of Love

(The Edge of Love, 2008)

Dt.Start: 23. Juli 2009 Premiere: 15. Mai 2008 (Cannes Film Festival, Frankreich)
FSK: nicht bekannt Genre: Romanze
Länge: 110 min Land: UK
Darsteller: Keira Knightley (Vera Phillips), Sienna Miller (Caitlin MacNamara), Cillian Murphy (William Killick), Matthew Rhys (Dylan Thomas)
Regie: John Maybury
Drehbuch: Sharman Macdonald


Inhalt

Zehn Jahre sind vergangen, als Vera Phillips ihre Jugendliebe, den Dichter Dylan Thomas, wiedertrifft. Beide fühlen sich sofort voneinander angezogen. Obwohl Thomas mit Caitlin verheiratet ist, unterhalten beide Frauen bald eine enge Freundschaft zueinander. Kompliziert wird es erst, als Vera William kennenlernt, einen Mann der sie liebt und heiratet. Doch dadurch, dass die beiden Frauen Thomas lieben und William zunehmend eifersüchtig wird, muss sich Vera bald endgültig entscheiden: entweder für den Mann in ihrem Leben oder den geliebten Freund.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Edge of Love hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 37%
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Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Edge of Love hat eine Wertung von 37%
Vor seinem Tod galt Dylan Thomas als einer der größten lebenden Dichter. Der Waliser, der unvergleichliche lyrische Meisterwerke hinterließ, war zeitlebens für seinen exzessiven Lebensstil bekannt. Sein persönliches Credo: Ich bin Waliser, Trinker und Liebhaber von Frauen. Das Liebesmelodram Edge of Love widmet sich dem Dichter, noch mehr aber seinen Frauen und zeichnet in sehr subtilen Halbtönen eine Geschichte zwischen Liebe und Freundschaft, Verrat und Vertrauen sowie dem Verlust der Unschuld. Bei soviel Subtilität geht allerdings schon mal alles in fader Eintönigkeit unter.

Bild aus Edge of Love London im II. Weltkrieg: Unablässig prasseln deutsche Bomben und Raketen auf die Englische Hauptstadt hernieder. Während jedermann zu überleben versucht, wird in den Kellern und Bunkern der bedrängten Metropole lasziv gefeiert. An einem der unsinnlichsten Orte der 1940er Jahre wird gesungen, getanzt, getrunken und manch amouröses Stelldichein bleibt nicht aus. In einer Bar begegnen sich wie zufällig der Dichter Dylan Thomas (Matthew Rhys) und seine Jugendliebe Vera Phillips (Keira Knightley) wieder. Seit der Zeit, als sie sich als halbe Kinder ausgelassen am Strand liebten, ist viel passiert: Dylan ist inzwischen mit der abenteuerlustigen Tänzerin Caitlin (Sienna Miller) verheiratet, hat sogar ein Kind mit ihr. Kein Grund aber seine anderweitigen erotischen Ambitionen zurückzustellen. Insbesondere, da das Künstler-Paar gerade keine eigene Bleibe hat: als Dylan im Vollsuff den Flur mit der Toilette verwechselte, sind sie aus der Wohnung von Caitlins Schwester geflogen.

Vera nimmt beide in ihrer kleinen Wohnung auf. Es braucht nicht lange, bis sich eine merkwürdig-züchtige Menage a Trois entwickelt: Dylan und Vera kreisen mit enormer Anziehungskraft umeinander, aber noch ist die Fliehkraft zu groß. Obendrein wacht Caitlin mit Argusaugen über Dylan, ist aber wiederum nicht Eifersüchtig; es ist mehr die Angst ihn zu verlieren. Mit anderen Frauen vergnügt sich Dylan hingegen ungeniert und Caitlin hat offenbar nicht einmal etwas dagegen. Sie kennt Dylans Sexeskapaden und weiß, dass die nicht besonders tief gehen. Außerdem ist sie ebenfalls kein Kind von Traurigkeit: Wenn es mich juckt, muss ich mich kratzen, lautet ihre Devise.

Vera und Caitlin verstehen sich zusehends besser, kommen sich freundschaftlich näher und entdecken ihre Seelenverwandtschaft. Beide haben eine besondere Beziehung zu Dylan: Caitlin, als Mutter seines Kindes, ist seine "irdene Geliebte"; wohingegen Vera als seine Muße seine "unerreichbare Sonne" symbolisiert. In dieser dichterischen Umschreibung zeigt sich, welchen Geistes Kind dieser Dylan Thomas ist: getrieben von allerlei irdischen Gelüsten, aber voller unerreichbarer himmlischer Sehnsüchte. Es bedarf aber schon reichlich kreativer Interpretationslust, das aus der Handlung zu extrahieren. Offenbar war aber den Machern diese Dreiecksgeschichte nicht genug: Bald gesellt sich, fast schleicht er sich, der junge Offizier William Killick (Cillian Murphy) hinzu, der einen Narren an der attraktiven Vera gefressen hat. Doch die ist zunächst alles andere als daran interessiert, jemanden zu ehelichen, der vielleicht schon am nächsten Tag ins Gefecht zieht.

Ob Stolz & Vorurteil oder Die Herzogin, Keira Knightley avanciert zur Idealbesetzung für Figuren mit historischem Flair. Bei Edge of Love wundert es zudem nicht, da Sharman Macdonald, Knightleys Mutter, zum Drehbuchautoren-Team gehört. Dass mit dieser Rollenwahl die Gefahr besteht, sich künstlerisch stark festzulegen, kümmert die Schauspielerin offensichtlich wenig. Zugegeben: Sie macht ihre Sache gut und leistet das, was sie am besten kann: unschuldig und verführerisch aussehen und aus ihren, nicht unlimitierten, Mitteln herauszuholen, was eben möglich ist. An die Leistung in Die Herzogin kommt sie indes nicht ran.

Das mag durchaus daran liegen, dass es Edge of Love, vorsichtig ausgedrückt, durchgängig an elementaren Höhepunkten mangelt. Die dargebotene lasziv-boheme Stimmung im Londoner Untergrund und die Dreiecks- oder Vierecks-Amoureske sind derart zahm, züchtig und hölzern-prüde inszeniert, dass der Steifen soviel Flair entwickelt, wie eine nasskalte Nacht zu einem Spaziergang im Mondlicht einlädt. Sollte diese lebensbejahende Philosophie mehr als symbolischer Akt, als Aufbegehren gegen den allgegenwärtigen Tod im kriegsterrorisierten London verstanden werden, hat diese fahle Show die Chance dafür verfehlt.

Zu keiner Zeit wird ebenfalls halbwegs ersichtlich, was Dylan Thomas Anziehungskraft aufs andere Geschlecht ausmacht oder warum sich diese Menschen gegenseitig verführen, betrügen und nicht voneinander lassen können. Welche wahren Sehnsüchte die Figuren in sich tragen und welche Ängste sie plagen, darf man sich wie zähen Sirup mit dem Schaber vom Boden kratzen. Der Film verschwendet Zeit wie Möglichkeiten und dehnt eine fast triviale Handlung auf beachtliche Längen, ohne diese Menschen scharf abzubilden. Eine Geschichte um Dylan Thomas herum zu entwickeln, auch wenn dieser Figur lediglich Katalysatorfunktion zukommt, ohne Mut zu einer kraftvollen Inszenierung, ist schlichtweg unsinnig. Zu zeigen, dass Dylan Thomas dem Alkohol zuneigte, reicht nicht aus; schließlich wurde der Dichter lediglich 39 Jahre alt, da er sich regelrecht zu Tode soff.

Wäre diese Unschärfe aber der einzige Makel, könnte glatt noch darüber hinweg gesehen werden. Aber neben der grundsätzlich faden Handlung und zahmen Skizzierung der Charaktere, gelingt Edge of Love zu keiner Zeit eine dichte Atmosphäre zu entwickeln, geschweige den interessante Psychogramme zu zeichnen. Selbst die Verlagerung der Handlung an die walisische Küste, bringt keinerlei Magie. Hauptverdächtiger für diesen Mangel ist eindeutig der sehr krude Einsatz visueller Mittel: Nervten zu Beginn der alberne Einsatz von Halbbilden, Doppelbildern und grotesk wirkenden Überblendungen, überwiegt für die restliche Zeit perspektivische Langeweile, wenig eleganter Schnitt und unharmonisch wirkende Bildmontage. Wem das alles egal ist, da ausgesprochener Keira Knightley-Fan und sehr subtil erzählte Beziehungsdramen bevorzugend, der könnte dennoch etwas mit Edge of Love anzufangen wissen; Zweifel erlaubt.



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Dt. Start: 08. Nov 2007
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