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It Might Get Loud

(It Might Get Loud, 2008)

Durchschnittliche Redaktionswertung

75%



Inhalt

Die E-Gitarre ist ein bedeutender Bestandteil von Rockmusik geworden. Zu diesem Anlass beschreiben drei bedeutende Musiker, darunter Jimmy Page, The Edge und Jack White ihre Ansicht und Erlbenisse von der Musik, die ihr Leben prägte. Auf einer Reise, unter anderem mit Jimmy Page, der die steinernen Hallen von Headley Grange besucht, wird die Entstehungsgeschichte der bedeutensten Rocksongs nachverfolgt.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

75%

Jimmy Page, The Edge und Jack White, drei der größten Gitarrenkönner und Vertreter ihrer Generation, treffen sich, um über ihre persönlichen Beweggründe die Gitarre als Musikinstrument gewählt zu haben, zu sprechen. Natürlich wird bei einer solchen Zusammenkunft auch ordentlich Gejamt. It Might Get Loud ist eine Musikdoku der besonderen Art, da sie sich Mühe gibt, intime Einblicke in die Motive der Künstler zu geben und diese teilweise bis zu ihren Wurzeln zurückführt. Für alle Liebhaber von Blues und Rock sehr zu empfehlen.

Bild aus It Might Get Loud Ein Hauch von Music-History liegt in der Luft: drei Rockguitar-Heros geben sich die Ehre, um über die Geschichte der Gitarre zu philosophieren und gemeinsam zu Jamen. Für It Might Get Loud fanden sich drei der größten Gitarrenvirtuosen ihrer Generation erstmalig gemeinsam vor der Kamera ein: Jimmy Page, Songwriter, Gitarrist und Mitglied der legendären Band Led Zeppelin; David Howell Evans alias The Edge, der für den unverwechselbaren Sound von U2 verantwortlich ist; und Jack White von den White Stripes, der, obwohl der jüngste im Bunde, sich dem ursprünglichen Deltablues verschrieben hat und diesen höchst individuell interpretiert und mit Elementen des Punk kombiniert.

Der Oscarprämierte Regisseur Davis Guggenheim (Eine Unbequeme Wahrheit) ist mit seiner Musikdokumentation einerseits der Geschichte und der Entwicklung der E-Gitarre und ihres unverwechselbaren Sounds auf der Spur, anderseits ist es sein Anliegen ein authentisches Bild dieser drei außergewöhnlichen Musiker zu zeichnen. Ohne persönliche Einblicke in die Vergangenheit der Gitarristen geht dies nicht. Und so gibt es zwischendurch Ausflüge zu den Wurzeln jedes einzelnen: Im Falle von Jimmy Page ist es Headley Grange, ein ehemaliges Armenhaus in East Hampshire, in dem er Stairway to Heaven komponierte; The Edge kehrt in seine Heimat Dublin zurück und kramt in einer, zum Tonstudio umfunktionierten, Lagerhalle eine Original-Vierspurprobeaufnahme von Where the Streets Have No Name hervor; und schlussendlich geht es in ein Farmhaus in Tennessee, dort erzählt Jack White voller Bewunderung vom Bluesman Son House, einem ganz frühen Vertreter des Deltablues (ursprünglich ohne Gitarre interpretiert), und wie dieser Mann und dessen Stil ihn nachhaltig prägten.

Bereits die Einstiegsszene, die Jack White gehört, zeigt, dass es sich hier nicht um einfache Musiker handelt: Das sind Maniacs. White hämmert zwei Nägel in ein Brett, spannt zwischen den beiden einen Draht, klemmt als Klangkörper einen kleine leere Colaflasche darunter und schließt alles an einen Verstärker an: fertig ist eine E-Gitarre. Und wenn er darauf spielt, erinnert es fast an Jimi Hendrix, da steckt wirklich Groove drin. The Edge verfolgt hingegen eine sehr puristische Philosophie: Seine Riffs hören sich gar nicht spektakulär an, aber er ist immens Technikaffin und die "Spezialeffekte", welche sein Equipment dem Sound hinzufügen, verleihen ihm die unverwechselbare Note. Und dann der Altmeister, das Genie an der Gitarre, Jimmy Page, mit schlohweißem Haar, dem der pure Rock aus dem Körper zu strömen scheint, auf die Gitarre wie flüssiges Feuer überschwappt und dann den ganzen Raum elektrisiert. Wenn der Meister in die Saiten greift und zu Whole Lotta Love ansetzt, lauschen die anderen beiden Cracks andächtig und haben ein verzücktes Grinsen auf dem Gesicht.

Insgesamt erscheint das Gipfeltreffen auf dem Olymp aber etwas unausgeglichen: Die musikalischen Ansätze aller drei sind recht verschieden. Am ehesten entsprechen sich noch Jimmy Page und Jack White. Insbesondere wenn frei gejamt wird, hinkt The Edge den beiden etwas nach. Damit könnte auch die grundsätzliche Frage gestellt werden, inwiefern die Auswahl der drei wirklich das Nonplusultra aus der jeweiligen Generation der Gitarrenkönner darstellt. Besonders könnte sich die Frage bei The Edge gestellt werden, aber das ist Geschmackssache und mag jeder für sich selbst beantworten. Tatsache ist, dass kein afroamerikanischer Musiker mit von der Partie ist. Jimi Hendrix ist natürlich schon lange tot; John Lee Hooker verstarb 2001 und B. B. King ist wahrlich nicht mehr der Jüngste, und offenbar kam nicht viel nach. Seltsam, dass der klassische Blues dort auszusterben scheint, wo er eigentlich seine Wurzeln hat.

In einer Musikdoku steht selbstverständlich die Musik im Vordergrund. Bei It Might Get Loud dreht sich aber vieles auch um das Instrument an sich. Und so erzählen alle drei auf was für Gitarren sie das spielen lernten - oder sich zum Teil selber welche zusammenbauten. Für den Zuschauer, der sich allein am Spiel der drei ergötzen möchte und vielleicht noch die eine oder andere kleine Anekdote aus dem Leben der Künstler hören will, nimmt das vielleicht sogar zuviel des Raumes ein. Wie der Rock selber, lebt letztlich auch eine Doku über diesen vom Tempo. Für Gitarrenfreunde anderseits könnten die Informationen über die Instrumente sogar zu flach sein. Insbesondere, da in der geschichtlichen Entwicklung chronologisch reichlich spät eingestiegen wird. Ganz Recht machen, kann man es an dieser Stelle kaum allen.

It Might Get Loud vermag durchaus zu verzaubern, insbesondere Musikfreunde, die mit dem Dargebotenen persönlich etwas anzufangen wissen. Letzten Endes wird sich jeder zu der einen oder anderen Richtung und Spielweise mehr hingezogen fühlen. Mit der Auswahl der Gitarristen wurde in der Dokumentation auch genau dem Rechnung getragen. Man hätte sich vielleicht aber insgesamt mehr Musikanteile gewünscht, besonders von Jimmy Page, da es nun nicht so besonders viele Gelegenheiten gibt, den Altmeister in Action zu erleben; zuletzt 2007 bei einem kleinen Revivalkonzert der noch lebenden Mitglieder von Led Zeppelin, für das es nur 20.000 Karten gab, aber eine Nachfrage von 20 Millionen. Wer also Jimmy Page an der Gitarre erleben will, sollte sich diese Doku nicht entgehen lassen: Let it Rock!

Keine weitere Wertung


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