Mit seinem Film Rock Star bietet uns Regisseur Stephen Herek einen Einblick in die Rockszene der 80er Jahre. Zusammen mit Hauptdarsteller Mark Wahlberg erleben wir die positiven und die negativen Seiten des Business und werden zwischendurch mit satten Gitarrenriffs richtiggehend gerockt. Der Film stütz sich auf die wahre Geschichte von Tim "Ripper" Owens, der zunächst in einer "Judas Priest" Tribute-Band sang und schließlich sein Idol Rob Halford ersetzte. Obwohl der Film eine recht simpel gestickte Story hat und oftmals zu sehr auf Mark Wahlberg setzt, macht er vor allem im ersten Teil richtig Spaß und reißt das Publikum mit. Gegen Ende wird es dann immer fader, da mehr und mehr die altbekannte Message: "Rockstar sein ist eigentlich gar nicht so toll" in den Vordergrund gedrückt wird.
Mark Wahlberg spielt den fanatischen "Steel Dragon" Fan Chris Cole. Er kleidet sich wie deren Frontmann Bobby Bears und ist bei jedem Konzert in vorderster Front mit dabei. Mit seiner eigenen Band "Blood Pollution" tourt er in der Gegend herum und singt die Lieder von "Steel Dragon" nach. Er hält die Gruppe für eine Tribute-Band, wogegen seine Kollegen sich einfach nur als Cover-Band verstehen. Seine Bandmitglieder wollen musikalisch eigene Wege gehen, doch Chris stäubt sich mit seinem "Steel Dragon" Fanatismus dagegen und fliegt schließlich aus der Band. Nur seine Freundin Emily, gespielt von Jennifer Aniston, hält in dieser schweren Zeit zu ihm und macht ihm Mut.
Kurz darauf kommt der entscheidende Anruf und Chris Cole fliegt nach LA und wird zu Izzy, dem neuen Frontman von "Steel Dragon". Nach und nach taucht er immer tiefer in die Welt von Sex & Drugs ein und treibt dadurch einen Keil zwischen sich und seine Freundin Emily. Daraufhin beginnt er die Welt, in der er lebt, zu hinterfragen: Will ich in Zukunft wieder wissen in welcher Stadt ich mich befinde? Will ich am Dialysegerät hängen, da meine Leber kaputt ist? Will ich jeden Abend ein Hotelzimmer kurz und klein schlagen? Will ich jeden Abend eine Horde weiblicher Fans beglücken? Will ich weiterhin ein Rock Star sein?
Die Inszenierung der 80er Jahre funktioniert bestens und wird nicht nur alte Rocker begeistern. Sei es die enge Lederkluft, sowohl der männlichen als auch der weiblichen Vertreter der Zunft, das lange wallende Haar oder einfach nur die Musik, alles passt und vermittelt ein wenig das Lebensgefühl der 80er Jahre. Mark Wahlberg gefällt als junger Rocker und erfüllt die in ihn gesetzten Erwartungen. Seine ungewöhnlich langen Haare werden wohl dem ein oder anderem zu Beginn des Films ein kleines Lächeln abringen. Auch der "Steel Dragon" Manager Mats wurde mit Timothy Spall perfekt besetzt und gefiel vor allem in der Rolle des ekligen Pussy-Passes-Verteilers (äh tschuldigung ich meine natürlich Bachstage-Passes).
Wer sich von Rock Star ein Almost Famous - Fast berühmt der 80er Jahre erwartet, der wird wohl oder übel enttäuscht sein. Mit Cameron Crowe's autobiographischer Geschichte kann Rock Star einfach nicht mithalten, seien es die Schauspieler, der brillante Musikeinsatz oder die teilweise poetischen Filmszenen, Almost Famous - Fast berühmt ist meist um einiges besser. Cameron Crowe gelang es, das Lebensgefühl dieser Zeit perfekt auf Zelluloid zu bannen, wogegen Rock Star nur ansatzweise 80's Feeling aufkommen lässt. Trotzdem kann man Rock Star nicht als schlechten Film bezeichnen, er ist einfach kurzweilige, aber dafür witzige und rockige Unterhaltung.