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Martin Scorseses Remake von John Lee Thompsons Ein Köder für die Bestie ist ein solider Thriller, der allein schon wegen der beeindruckenden Performance von Robert De Niro zu gefallen weiß. Leider gibt es jedoch auch ein paar störende Logikfehler und eine etwas nervige Juliette Lewis zu sehen. Auch wenn Kap der Angst einer von Scorseses schwächsten Filmen ist, bleibt er dennoch spannend und definitiv sehenswert.
Wie bei so vielen Filmen handelt es sich auch bei Kap der Angst um eine Romanverfilmung. Allerdings ist Scorseses (Hexenkessel) Verfilmung nicht die erste Adaption des Stoffes. Bereits 1962 verfilmte John Lee Thompson das Buch von John D. MacDonald unter dem Titel Ein Köder für die Bestie. Damals mit Robert Mitchum und Gregory Peck (Wer die Nachtigall stört) in den Hauptrollen. In Martin Scorseses Film sind beide in Nebenrollen zu sehen.
Die Geschichte ist durchaus spannend und packend inszeniert. Hinzu kommt ein fantastischer "Gänsehaut-Score", der längst Kult ist. Robert De Niro (Taxi Driver) spielt die Rolle des rachsüchtigen Ex-Knackis erwartungsgemäß ambitioniert und wirkt herrlich böse. Man nimmt ihm Max Cady einfach ab, sowie man ihm alle seine Rollen ab nimmt. Einmal mehr konnte er mit Kap der Angst unter Beweis stellen, dass er einer der größten Schauspieler überhaupt ist und dass aus der Kombination Scorsese/De Niro ein mindestens sehenswerter Film entstehen muss. Die Spannung kann beinahe über die komplette Spieldauer erhalten werden, nur ab und an schleichen sich ein paar kleine Längen ein, die aber den Filmgenuß nicht wesentlich stören. Das reißerische Ende mag nicht jedermanns Sache sein, zumal es hier auch einige auffällige Logikfehlern gibt. Alles in allem ist es jedoch ein angemessenes Finale welches der Zuschauer hier geboten bekommt.
Sowohl Robert De Niro als auch Juliette Lewis (Natural Born Killers) waren für ihre Darbietung in Kap der Angst für den Oscar und den Golden Globe nominiert. Allerdings wird es wohl ein Rätsel bleiben, wie Juliette Lewis zu dieser Ehre kam. Natürlich war sie bei beim Dreh noch jung und im Endeffekt ist auch schwer abzuschätzen, wie viel an ihrer Rolle und somit auch ihrem Schauspiel vom Drehbuch vorgegeben war, aber irgendwie will man mit ihrer Darbietung als nervig pubertierende Anwaltstochter nicht glücklich werden. So stört ihre Figur die ansonsten guten bis fantastischen schauspielerischen Leistungen des Filmes.
Wer Thriller mag, sollte sich Kap der Angst ansehen. Wer Robert de Niro mag, darf ihn sich auch nicht entgehen lassen und wer gern die Filme Martin Scorseses sieht, sollte dieses Werk allein der Vollständigkeit halber gesehen haben, auch wenn es natürlich in keiner Weise mit den Klassikern des Großmeisters mithalten kann. Kap der Angst ist sicherlich kein Meisterwerk, aber letztlich doch schlicht und ergreifend ein guter Film. |