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Die junge Julie wird in die faszinierende Welt der hohen Kochkunst gezogen, als sie aus einem Impuls heraus beschließt, einen US-Klassiker der französischen Küche für Jedermann innerhalb eines Jahres komplett nachzukochen. In ihrem Blog berichtet sie über jedes Kocherlebnis und sichert sich damit eine große Leserschaft. Basierend auf der wahren Geschichte der Julie Powell nähert sich Regisseurin Nora Ephron der ebenso wahren Geschichte der Julia Child, die das Kochbuch dereinst für Amerika geschrieben hat. Ein warmherziger Film, der sich ganz um gutes Essen dreht.
Die Kochkünste der Amerikaner beschränken sich, zumindest aus der Sicht oberflächlicher Europäischer Voreingenommenheit, auf verschiedene Varianten geschredderten Fleisches, das, gebraten oder gesotten, in verschieden geformtes, aber immer gleich labbriges Brot gelegt und dann großzügig mit Ketchup und Mayonnaise getränkt wird. Dass dem bei weitem nicht so is(s)t, zeigte Julia Child, die bereits 1961 ein englischsprachiges Kochbuch für "Koch-lose" Amerikaner herausbrachte. Das Werk enthielt 524 französische Rezepte, die Julia Child während ihres Aufenthalts in Paris erlernte: Ihr Mann Paul arbeitet für die Amerikanische Botschaft, Julia war mit den typischen Hausfrauenhobbies nicht zufrieden und begann so, sich fürs Kochen zu interessieren. An der berühmten Kochschule "Cordon Bleu" lernte sie es richtig, und brachte schließlich die französische Küche an die heimischen Herde Amerikas.
Über 40 Jahre später beschließt die junge Sachbearbeiterin Julie Powell inmitten einer Sinnkrise alle Rezepte dieses Buchklassikers innerhalb eines Jahres nachzukochen, und über ihre Erfahrungen in einem Blog zu berichten. Aus dieser Erfahrung entstand wiederum ein eigenes Buch, welches hier verfilmt wurde.
Nora Ephron, Regisseurin von Sleepless in Seattle und You've got Mail, beginnt die Erzählung von Julies Geschichte mit der Aussage "basierend auf zwei wahren Geschichten". Der Film springt zwischen dem Leben von Julia Child in den 50ern und dem von Julie Powell im neuen Jahrtausend hin und her. Während Julia Child sich noch Vorurteilen gegenüber weiblichen Spitzenköchen konfrontiert sah, hat Julie Powell eher Probleme, sich mit der Kochkunst selbst herumzuschlagen. Dass sie es gemeistert hat, beweist nicht nur dieser Film sowie das Buch, auf dem er basiert, sondern die Tatsache, dass auch das Originalblog noch online steht und sich unheimlich amüsant liest, sofern man gerne kocht und gutes Essen genießt.
Also, ein Gourmet-Film aus Amerika? Ja, das geht. Natürlich gab es schon Ratatouille, doch zum einen machen einen auch noch so gut gerenderte, aber letztendlich doch animierte Speisen nicht so an wie echte, und zum anderen spielt der ja in Paris. Es gab natürlich schon andere Filme rund ums Essen und Genießen, doch gerade durch die Wahrheit der Geschichte, die Dekaden zwischen den beiden Handlungssträngen und die Blog-Erlebnisse von Julie Powell in einer modernen, vernetzten Welt, schmeckt dieser Film wie ein gelungener Coq au Vin. Wenn es doch wenigstens nur guten Wein im Kino gäbe! |