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Die längst zum Kultfilm avancierte Actionkomödie des dänischen Stuntman Lasse Spang Olsen bietet einen herrlich schwarzen Humor, rasante Actionszenen, eine originelle Geschichte und einfach ein Gesamtpaket Spaß und Unterhaltung. Leider fehlt dem Film jedoch insgesamt das Tempo, um den Mix aus Action und leisem, bitterbösem Humor durchgehend spannend zu verknüpfen. Insgesamt ist In China essen sie Hunde sehr stark geschmacksabhängig und nichts für all die, die nicht darüber lachen können, wenn jemand erschossen wird.
Dänemark hat neben dem wohl bekanntesten Exportexemplar Lars von Trier (Dogville) noch einige weitere ambitionierte Filmemacher in Petto. Einer von ihnen ist der Stuntman und Regisseur Lasse Spang Olsen, der durch Filme wie In China essen sie Hunde im Jahre 1999, die Fortsetzung Old Men in New Cars 2002 und nicht zuletzt The Good Cop von 2004, mittlerweile auch international vielen Filmfreunden ein Begriff ist. Markant für Olsens Filme sind ein tiefschwarzer Humor, der so schwarz ist, dass er nicht immer auf den ersten Blick erkannt wird, und rasante Actionszenen, die sich auf das Wesentliche konzentrieren: Knallen, explodieren, brennen und schießen.
In China essen sie Hunde ist nun also ein ganz typischer und nebenbei auch der Bekannteste Film des Dänen. Inzwischen genießt die Actionkomödie trotz einiger Mankos einen sicherlich nicht ganz unberechtigten Kultstatus. Zu verdanken hat der Film dies neben seinem sehr eigenen Humor und einigen absolut genialen Sprüchen, die an dieser Stelle nicht vorweg genommen werden sollen, vor allem seiner originellen Story und nicht zuletzt zwei Figuren: Harald (Kim Bodnia) und Vuk (Brian Patterson).
Kim Bodnia (Bleeder) und Lasse Spang Olsen, das ist ein Team wie Robert De Niro und Scorsese. Zumindest im Bezug auf die Regelmäßigkeit ihrer Zusammenarbeit. Denn Bodnia, der hier neben Dejan Cukic (Böses Blut) als Arvid die zweite Hauptrolle des Harald spielt, fand bisher in fast allen Produktionen des dänischen Regisseurs Platz und das ist auch gut so, schließlich ist er in der Lage einen Film allein zu tragen und somit auch zu recht neben Mads Mikkelsen (Casino Royale) einer der Bekanntesten dänischen Schauspieler. Brian Patterson ist da schon weit weniger bekannt und im Grunde genommen ist, abgesehen von einer kleinen Nebenrolle in Three Kings, das In China essen sie Hunde-Prequel Old Men in New Cars der Einzige weitere bekannte Film, in dem er mitwirkte. Die Figur des Vuk, die er verkörpert, ist vergleichbar mit der des Kenny aus South Park und ist einfach zum schreien komisch.
Leider funktioniert in Olsens Film nicht alles so gut. Denn auch wenn die wirklich gute Story solide und durchaus ansprechend umgesetzt wurde, krankt das Gesamtwerk an einigen unverzeihlichen Filmfehlern, die selbst Laien ins Auge springen und den Gesamteindruck doch ein wenig schmälern. So fehlt es streckenweise am nötigen Tempo, um dem Film den letzten Schwung zu verleihen. Was wirklich schade ist. Einige Figuren wirken am Ende doch noch zu unbeleuchtet, dieses Manko wird zwar in der Kombination mit Old Men in New Cars wieder wett gemacht, für sich genommen hätte man sich aber auch bei In China essen sie Hunde etwas mehr Tiefgang gewünscht. Zudem wirken die Actionszenen etwas unkoordiniert und hauen einen auch nicht unbedingt vom Hocker. Auch störend ist die wirklich grauenvolle Musik, die den Film definitiv stört. Zu guter letzt scheiden sich auch am Ende die Geister. Was die Einen als cleveren Twist und vielleicht sogar als einen Happen Sozialkritik sehen, ist für die Anderen unpassender Blödsinn, der den gesamten Film zerstört. Ein bisschen Recht haben dabei beide.
Insgesamt wiegen die Kritikpunkte doch weit weniger als man annehmen könnte und so ist In China essen sie Hunde ein Muss für alle Freunde des oftmals doch sehr eigenen dänischen Kinos und alle, die auf derben Humor, kultige Sprüche und Action mit einer Prise brachialer Gewalt stehen. Welchen Bezug der Titel jedoch zum Film hat, bleibt wohl weiter ein Geheimnis der Macher, interessant klingt er jedoch allemal und in Dänemark trinken sie Carlsberg. |