| Dt.Start: |
10. September 2009
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Premiere: |
10. September 2009 (Deutschland) |
| FSK: |
o.A.
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Genre: |
Drama |
| Länge: |
101 min
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Land: |
Deutschland |
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Darsteller:
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Karoline Herfurth (Gretel Bergmann), Sebastian Urzendowsky (Marie Ketteler), Axel Prahl (Hans Waldmann), August Zirner (Edwin Bergmann), Maria Happel (Paula Bergmann), Franz Dinda (Rudolph Bergmann), Leon Seidel (Walter Bergmann), Thomas Thieme (Hans von Tschammer und Osten), Johann von Bülow (Karl Ritter von Halt), Julie Engelbrecht (Elisabeth 'Lilly' Vogt), Klara Manzel (Thea Walden), Robert Gallinowski (Sigfrid Kulmbach), Elena Uhlig (Frau Vogel), Otto Tausig (Leo Löwenstein), John Keogh (Avery Brundage) |
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Regie:
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Kaspar Heidelbach |
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Drehbuch:
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Lothar Kurzawa, Eric Friedler |
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Berlin 36 basiert auf der wahren Geschichte der jüdischen Hochspringerin Gretel Bergmann, die bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin auf Wunsch der Amerikaner im Wettbewerb antreten sollte. Entgegen dem Ziel der Nazideutschen, der Welt die Überlegenheit der arischen Rasse bei den Wettbewerben zu präsentieren, forderte die USA eine Teilnahme der erfolgreichen Hochspringerin. Aufgrund des angedrohten Boykotts der Amerikaner wurde eine halbherzige Aufnahme jüdischer Sportler unvermeidlich. Ein eher unbekannter Teil deutscher Geschichte, der aber leider aufgrund dramaturgischer Schwächen nicht vollends zu überzeugen weiß.
Insbesondere im Fall Gretel Bergmanns, einer talentierten jungen Frau, die bereits den britischen Titel gewonnen hat, sieht sich die Parteiführung in einer prekären Lage. Sie übt Druck auf die Bergmanns aus, ihre inzwischen in England lebende Tochter zu einer Rückkehr nach Deutschland zu bewegen. Gegen ihren Willen kehrt Gretel zurück und nimmt an einem Trainingslager unter dem ideologiefreien Trainer Hans Waldmann teil. Dort zeigt sie wie gewohnt gute Leistungen, ahnt jedoch nicht, welche wahnwitzige Idee die Parteiführung und der Reichssportminister inzwischen ausgetüftelt haben.
Um eine Qualifikation Gretels unter keinen Umständen zuzulassen, suchen die Nazis nach einer Gegenkandidatin, die sie in der etwa gleichaltrigen Marie Ketteler finden. Was der Welt jedoch verschwiegen wird ist die Tatsache, dass es sich bei Marie um einen jungen Mann handelt, der zwar bessere Ergebnisse liefert als Gretel, sich letztendlich aber als falsche Wahl entpuppt.
Kaspar Heidelbach führte Regie bei dieser auf den ersten Blick haarsträubenden Geschichte, die erschreckenderweise tatsächlich der Wahrheit entspricht. Berlin '36 vermag es nicht nur, einen für die meisten Zuschauer bisher unbekannten Teil deutscher Geschichte anschaulich und interessant zu erzählen. Der Film lebt vor allem durch seine beiden Hauptdarsteller Karoline Herfurth und Sebastian Urzendowsky, die die jeweiligen Gefühle ihrer Figuren gut vermitteln können. Der Frust und die Wut über die Behandlung der Nazis gegenüber Gretel spiegelt sich in Herfurths Gesicht genauso wider, wie die Unsicherheit und Ablehnung Stefans in Urzendowskys Mimik.
Als kleiner Wermutstropfen muss jedoch gesagt werden, dass man dem Film stets ansieht, dass er ein Fernsehfilm und nicht für die große Leinwand gemacht ist. Trotz interessanter Thematik und guter Darsteller fehlt es dem Drehbuch immer wieder an der nötigen Dramaturgie. Zudem hält sich Heidelbach zu sehr an das klassische "guter Mensch, schlechter Mensch"-Muster und gibt den Figuren um Gretel und Marie wenig Spielraum zur Entfaltung.
Trotz allem ist Berlin'36 kein schlechter Film, erhält jedoch erst durch die am Ende eingespielten Interviewsequenzen mit der echten Gretel Bergmann mehr Tiefe. Die seit 1937 in den USA lebende Sportlerin unterstreicht mit ihren Antworten das ganze Leid und ihr widerfahrende Unrecht mehr, als es der Film in seiner gesamten Länge vermag.