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Die letzte Festung

(The Last Castle, 2001)

Dt.Start: 29. November 2001
DVD: 22. August 2002
Premiere: 19. Oktober 2001 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Action, Drama
Länge: 129 min Land: USA
Darsteller: Robert Redford (General Irwin), James Gandolfini (Colonel Winter), Mark Ruffalo (Yates), Delroy Lindo (General Wheeler), Steve Burton (Captain Peretz), Clifton Collins Jr. (Aguilar), Brian Goodman (Beaupre), Paul Calderon (Dellwo), Frank Military (Doc), Michael Irby (Enriquez), Samuel Ball (Duffy), George W. Scott (Thumper), Jeremy Childs (Cutbush)
Regie: Rod Lurie
Drehbuch: David Scarpa


Inhalt

General Irwin wird wegen Missachtung eines Befehls und dem daraus resultierenden Tod von acht Soldaten verurteilt und kommt in das Militärgefängnis von Colonel Winter. Dieser führt das Gefängnis mit eisernen Hand und greift teilweise auf fragwürdige Methoden zurück. Als General Irwin dies in Frage stellt, entbrennt ein Kleinkrieg, der in einem Aufstand endet.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Die letzte Festung hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 60%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Thomas Straßer
Die letzte Festung hat eine Wertung von 60%

Wenn es um den Nationalstolz der Amerikaner geht, dann ist ihnen keine Szene zu pathetisch oder zu kitschig. So leidet der Film Die letzte Festung vor allem an seinen militärischen Thema und an der damit verbundenen überzogenen Darstellung des amerikanischen Patriotismus. Die Flagge spielt eine zentrale Rolle in dem Film, da sie eines der wichtigsten Merkmale einer Festung ist. Wer im Besitz der Flagge, in unserem Fall der amerikanischen, ist, beherrscht die Festung. Bei Die letzte Festung ist Colonel Winter, gespielt von James Gandolfini, der Besitzer der Flagge und somit der Chef der zum Militärgefängnis umfunktionierten Festung. Er führt das Gefängnis mit eiserner Hand und garantiert dadurch den reibungslosen Ablauf des alltäglichen Geschäfts. Er ist ein äußerst kleinkarierter Zeitgenosse und sieht in dem Gefängnis sein eigenes kleines Schlachtfeld, auf dem er täglich in den Krieg zieht.

Eine schönen Tages stattet drei Sterne General Irwin (Robert Redford) Winter's Gefängnis einen Besuch ab und mietet sich in einer lauschigen Zelle ein. Er ist zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden, nachdem er bei einem Einsatz auf eigene Faust und entgegen der Befehle gehandelt hatte und so acht seiner Männer verlor. Er will seine Zeit ganz gemütlich abreißen und wieder den Kontakt zu seiner Familie pflegen, den er auf Grund seines Jobs vernachlässigt hatte. Schon nach kurzer Zeit wird ihm bewusst, wie ungerecht und unmenschlich es in Winter's Gefängnis zugeht und er kommt nicht umher, seine Führungsqualitäten aufs neue unter Beweis zu stellen und gegen Winter in den Krieg zu ziehen.

Der Verhältnis zwischen Winter und Irwin ist das Filet Mignon des Films, wogegen der Rest fast ausnahmslos als Fieselknochen über die Ladentheke geht. Das erste Zusammentreffen der beiden ist dank eines blenden aufgelegten James Gandolfini eine der besten Szenen des Films. Colonel Winter zollt dem verdienten General Irwin zunächst Respekt und versucht ihm aber gleichzeitig klar zu machen, dass er in seinem Gefängnis nichts zu melden hat und keine Sonderbehandlung erhält. Er fragt ihn sogar nach einem Autogramm, was er allerdings wieder ablehnt, nachdem ihn der General, wegen seiner Sammlung an historischen Kriegsgerät, herablassend als einen Soldaten bezeichnet, der noch nie ein Schlachtfeld betreten hat. Dass ihm der General scheinbar keinen Respekt entgegenbringt, empört den guten alten Colonel Winter und er wartet nur auf eine Gelegenheit, um es General Irwin heimzuzahlen. Im weiteren Verlauf der Films weitet sich dieser hier beginnende Kleinkrieg mehr und mehr aus und endet schließlich in einem Gefängnisaufstand.

Rod Lurie's Film enthält einige Handlungselemente und Szenen, die beim Betrachter Kopfschütteln auslösen werden und hier kurz Erwähnung finden sollten. Da wäre zunächst die oben bereits angedeutete Schlussszene mit der amerikanischen Flagge, die sogar Mel Gibson's couragiertem Flaggenlauf in Der Patriot in den Schatten stellt. Des weiteren mussten wir uns zu lange den, nicht mehr ganz so knusprigen, Oberkörper von Robert Redford zu Gemüte führen, der in der prallen Mittagssonne einen Haufen Feldbrocken von A nach B schleppt. Diese wichtige Szene wurde äußerst unglücklich inszeniert und somit wurden der Symbolcharakter vom "OK, jetzt rechts wieder!"-Gedanken überschattet. Von den anderen Gefangenen wurde in Die letzte Festung ein völlig falsches Bild vermittelt. Man hatte bis auf einige Szenen den Eindruck, dass alle Gefangenen liebe und nette Zeitgenossen sind. Drehbuchautor David Scarpa war wohl nicht so ganz bewusst, dass die Insassen eines Hochsicherheitsgefängnisses nicht nur die Cola ihres Vorgesetzten ausgetrunken haben, sondern einiges mehr auf dem Kerbholz haben.

Schade um den Film, denn das Drehbuch ist bis auf den interessanten Konflikt zwischen Irwin und Winter und ein paar angerissene Fragen über die Aufgabe des Militärs nur unterer Durchschnitt und beinhaltet viel zu viele Standardszenen und Standardcharaktere, die man schon nach 5 Sekunden durchschaut hat. Robert Redford wurde für die Rolle des General Irwin perfekt gecastet und musste sich dementsprechend schauspielerisch nicht besonders anstrengen. Dagegen zog sein Kollege James Gandolfini alle Register seines Könnens und zauberte eine perfekte Performance auf die Leinwand. Regisseur Rod Lurie trägt bei seiner Inszenierung teilweise zu dick auf und es erweißt sich oftmals als Nachteil, dass der gute Mann früher selbst beim Militär war. Wer also beim unverblümten zur Schaustellen des amerikanischen Patriotismus von Würgekrämpfen heimgesucht wird und am liebsten die Leinwand in Fetzen reißen würde, der sollte einen großen Bogen um Die letzte Festung machen. Wer dagegen wohlwollend darüber hinwegsehen kann oder sogar etwas dafür übrig hat, der ist hier genau richtig und wird sich gut unterhalten fühlen.



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Dt. Start: 30. Mai 2002
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