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Das Kabinett des Dr. Parnassus ist der letzte Film mit Heath Ledger, der während der Dreharbeiten verstarb. Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law sprangen ein, um Terry Gilliam bei der Fertigstellung des Projektes zu helfen. Gilliam änderte die Story geschickt ab, sodass der Film letztlich doch noch fertig wurde. Dabei ist sein Werk optisch streckenweise recht beeindruckend und auch die Gaststars wissen zu gefallen. Leider ist die Story jedoch etwas verworren und überladen, was aber wahrscheinlich auch ohne den traurigen Zwischenfall passiert wäre. Insgesamt ist Das Kabinett des Dr. Parnassus definitiv interessant, zu viel sollte man jedoch nicht erwarten.
Nachdem Terry Gilliam mit seinem letzten Film Tideland nicht an seine Klassiker wie 12 Monkeys, Fear and Loathing in Las Vegas, Brazil oder die Monthy Python Komödien Die Ritter der Kokosnuss und Das Leben des Brian anknüpfen konnte, ist es nun an Das Kabinett des Dr. Parnassus in die riesigen Fußstapfen der großen Klassiker zu treten. Hierfür entwickelte der Altmeister persönlich, zusammen mit Charles McKeown, mit dem er auch schon bei Brazil zusammenarbeitete, das Drehbuch. Dazu kommt eine hochkarätige Besetzung. Neben Heath Ledger (The Dark Knight) sind auch Christopher Plummer (Inside Man), der legendäre Tom Waits (Down by Law), der unübersehbare Verne Troyer (Harry Potter und der Stein der Weisen, das englische Model Lily Cole und in Nebenrollen als geschickt verpackten Ersatz für den leider während der Dreharbeiten verstorbenen Ledger auch Johnny Depp (Public Enemies), Jude Law (eXistenZ) und Colin Farrell (Miami Vice) zu sehen. Alles in allem ein interessantes, wenn auch zum Teil aus der Not geborenes Konzept. Das Konzept für ein Meisterwerk?
Man könnte es vermuten, vielleicht wäre dies auch die ideale Einleitung um über diesen außergewöhnlichen Film zu schreiben, wenn da nicht Heath Ledgers Tod wäre, der das komplette Projekt überschattete und beinahe verhindert hätte. Das Schlimmste was einem Regisseur passieren kann, ist, wenn während der Dreharbeiten der Hauptdarsteller stirbt. Gilliam pausierte die Dreharbeiten und kämpfte währenddessen darum, sein Werk doch noch vollenden zu können. Das Ergebnis ist vielleicht das Beste, was man aus der Situation machen konnte, aber leider auch ein wenig enttäuschend.
Eine der großen Stärken des Films ist die teils sehr beeindruckende Optik, die sich in den Szenen hinter dem Zauberspiegel offenbart. Die imposanten Traumwelten in die uns der Kultregisseur entführt, sind zum größten Teil ein echter Augenschmaus. Optisch erinnern die Ausflüge in die Fantasiewelten streckenweise an Gilliams Monthy Python Zeiten. Allerdings sind die Zeichnungen von früher inzwischen perfekt animierten CGI-Feuerwerken gewichen, die ihren Vorlagen in Punkto Originalität in nichts nachstehen. Auch der Humor in Das Kabinett des Dr. Parnassus erinnert in einigen Szenen leicht an frühere Zeiten.
Leider übertreibt es Gilliam im letzten Teil des Films ein wenig mit dem zügellosen Treiben hinter dem Spiegel, sodass einige Ideen ein wenig albern erscheinen. Nichts desto trotz macht es insgesamt Spaß die bunten Parallelwelten zu sehen, sodass man immer wieder aufs Neue gespannt ist, wenn einer der Protagonisten hinter dem Spiegel verschwindet. Während die Handlung in der realen Welt zwischenzeitlich ein wenig an Fahrt verliert, herrscht in der Fantasiewelt ein beachtliches Tempo, sodass der Zuschauer bei Laune gehalten wird und man sich besonders in der ersten Hälfte des Filmes noch mehr Ausflüge hinter den Spiegel gewünscht hätte.
Die Story an sich ist zwar im Grundsatz durchaus interessant, doch wurde diese leider zu verworren umgesetzt, um den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Vor allem die vielen Handlungsstränge überlasten in Verbindung mit den Trips in die Fantasiewelten die Story des Öfteren gnadenlos. Zwar ist es kein Problem der Handlung zu folgen, doch verlieren kann man sich in dieser Geschichte nicht und das ist es, was Das Kabinett des Dr. Parnassus fehlt.
Auch wenn Terry Gilliam das Beste aus seiner schwierigen Situation gemacht hat und die Gastauftitte von Jude Law, Colin Farrell und Johnny Depp interessant zu sehen sind, ist es gerade das Ende, wo der Hauptdarstelleraustausch nicht so recht funktionieren will. Dennoch macht es Spaß die Gaststars in ihren Minirollen zu sehen, wobei besonders Johnny Depp auffällt.
Mit Das Kabinett des Dr. Parnassus ist Terry Gilliam leider nicht der große Wurf gelungen, in Anbetracht der Umstände kann man jedoch das ein oder andere Auge zu drücken und doch noch Spaß am Film haben. Wer jedoch mit all zu hohen Erwartungen ins Kino geht, wird es wahrscheinlich ein wenig enttäuscht verlassen. |