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Bleeder

(Bleeder, 1999)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 07. Juni 2007
Premiere: 06. August 1999 (Dänemark)
FSK: ab 18 Genre: Thriller
Länge: 98 min Land: Dänemark
Darsteller: Kim Bodnia (Leo), Mads Mikkelsen (Lenny), Zlatko Buric (Kitjo), Liv Corfixen (Lea), Levino Jensen (Louis), Rikke Louise Andersson (Louise), Claus Flygare (Joe), Gordana Radosavljevic (Mika), Marko Zecewic (Marko), Dusan Zecewic (Dusan)
Regie: Nicolas Winding Refn
Drehbuch: Nicolas Winding Refn


Inhalt

Der frustrierte Leo lebt zusammen mit seiner schwangeren Freundin in einer hässlichen Wohnung. Seine Freizeit verbringt er damit, mit seinen Freunden Lenny, Kitjo und Louis Filme zu schauen. Lenny ist ein Filmfreak, der in Kitjos Videothek arbeitet und über nichts anderes als Filme redet. Louis ist der aggressive Bruder von Leos Freundin. Da Leo mit dem Gedanken, bald Vater zu werden, nicht fertig wird, gerät die Beziehung aus den Fugen. Leo wird immer gewaltbereiter, bis die Situation irgendwann eskaliert. Während dessen verzweifelt der schüchterne Lenny daran, bei der Imbissverkäuferin Lea zu landen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Bleeder hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 79%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Müller
Bleeder hat eine Wertung von 79%
Das knallharte Drama des dänischen Pusher-Regisseurs Nicolas Winding Refn ist ein kleines, schonungsloses Glanzstück des dänischen Kinos. Bleeder ist einer jener Filme, die einen sehr bitteren Nachgeschmack und ein flaues Gefühl in der Magengegend hinterlassen, in etwa so, wie nach einem Grapefruit-Wettessen bloß ohne Vitamine. Für alle; die Filme wie In China essen sie Hunde oder Menschenfeind mochten, gehört Bleeder sowieso zum Pflichtprogramm.

Bild aus Bleeder Eine weitere kleine Perle des dänischen Kinos ist Nicolas Winding Refns, der besonders durch seine Dealer-Trilogie Pusher zu Bekanntheit gelangte, bitterböses Drama Bleeder. Ein Highlight ist neben seiner interessanten Story sicherlich die Besetzung. Hier passt wirklich jeder perfekt in seine Rolle und wenn die beiden Top-Schauspieler Mads Mikkelsen (Casino Royale) und Kim Bodnia (Old Men in New Cars) mit von der Partie sind, kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen.

Bleeder ist ein Film, der im Kopf bleibt. Die Geschichte ist erschreckend realistisch, die Charaktere sind mitten aus dem Leben gegriffen und wirken nicht überstilisiert oder zu konstruiert. Dazu passend ist der Erzählstil streckenweise schon beinahe ein dokumentarischer. So wirken besonders die Dialoge ungekürzt und realistisch, samt ihrer Belanglosigkeiten und Situationskomik. Doch die teils ruhige Erzählweise bringt auch Probleme mit sich. Denn besonders im Mittelteil schleichen sich leider ein paar Längen ein, speziell in der vollkommen unspektakulären Liebesgeschichte von Lenny, grandios gespielt von Mads Mikkelsen, fehlt es an Tempo und irgendwie will der Kontrast zum harten Grundton von Leos Geschichte, die einfach um Lichtjahre intensiver ist, einfach nicht so recht funktionieren. Großartig ist Lennys Part hingegen bei seinem Job in der Videothek, die Filmdialoge zwischen ihm und seinem Chef Kitjo (Zlatko Buric, Pusher) sind einfach herrlich anzuhören. Überhaupt wird man als Filmfreak seine helle Freude an Bleeder haben, denn besonders die erste Hälfte des Filmes ist im Grunde ein Film über Filme mit allem was dazu gehört. In diesem Zusammenhang fließt auch immer wieder der trockene, typisch dänische Humor ein, der allen, die auch schon bei In China essen sie Hunde lachen konnten, zumindest ein breites Grinsen in die Mundwinkel zaubern wird.

Mit zunehmender Spieldauer wird Bleeder jedoch härter und die bedrückende Stimmung, die sich langsam aufgebaut hat, wird zunehmend intensiver bis schließlich die Katastrophe passiert, die sich schon lange angedeutet hat. Was Nicolas Winding Refn hier auf den Zuschauer loslässt, ist wahrlich starker Tobak und gehört zu den Szenen, die man, wenn überhaupt, nicht so schnell wieder vergisst. Die Geschichte Leos und sein Konflikt mit dem kriminellen Bruder seiner Freundin ist es, die Bleeder ausmacht und was nachhaltig beschäftigt, alles Andere erscheint da nur noch als Nebenhandlung. Tatsächlich regt Bleeder zum nachdenken an und da kommt es wieder, dieses flaue Gefühl in der Magengegend und allein dieses Gefühl macht diesen oft unterschätzen Film zu etwas ganz Besonderem.



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