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Truffe

(Truffe, 2008)

Dt.Start: nicht bekannt Premiere: 03. Juli 2008 (Festival, Kanada)
FSK: nicht bekannt Genre: Drama
Länge: nicht bekannt Land: Kanada
Darsteller: Céline Bonnier (Alice), Roy Dupuis (Charles), Pierre Lebeau (Herr Tremblay), Danielle Proulx (Frau Tremblay), Michèle Richard (Frau Kinsdale)
Regie: Kim Nguyen
Drehbuch: Kim Nguyen


Inhalt

In naher Zukunft wachsen durch die globale Erwärmung plötzlich in einem Arbeiterviertel von Montréal Trüffel. Die Bewohner bauen die Edelpilze in eigens angelegten Minen ab. Diese Trüffel-Inflation führt dazu, dass Alice und Charles, die Besitzer eines kleinen Imbisses, trotz Trüffel auf der Karte ums finanzielle Überleben kämpfen. Deshalb nimmt Charles einen Nebenjob in einem riesigen Unternehmen an, welches die Trüffel-Elite der Stadt rekrutiert. Doch die Firma verfolgt eigene Ziele mit sehr unorthodoxen und mysteriösen Methoden, die bald die Menschen in der Stadt verändern werden.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Truffe hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 64%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Müller
Truffe hat eine Wertung von 64%
Bei Truffe kann man sich wirklich nicht entscheiden, ob Story und Handlungsverlauf restlos bescheuert, oder doch irgendwie ganz cool sind. Fakt ist, dass der Film allein schon durch die triste schwarz-weiß-Optik atmosphärisch durchaus einiges zu bieten hat, er regietechnisch einwandfrei umgesetzt wurde und es auch nicht an einem charismatischen Hauptdarsteller fehlt. Dass es sich bei Truffe um eine Komödie handelt, sollte man vorher wissen, denn man braucht schon einen sehr ausgefallenen Humor, um von selbst auf die Idee zu kommen, zu lachen. Insgesamt fehlt es leider am erzählerischen Fundament, um die irre Story gut verkaufen zu können, sodass man am Ende doch nur schulterzuckend da sitzt und feststellt, dass man zwar einen schicken, aber irgendwie auch unsinnigen Film gesehen hat.

Bild aus Truffe Denkt man an kanadische Regisseure fällt den meisten nur Regielegende David Cronenberg (A History of Violence) ein. Doch das Land mit der Botanik auf der Fahne hat noch einige Filmschaffende in Petto. Einer von ihnen ist Kim Nguyen, der mit Truffe einen interessanten Film geschaffen hat, der für alle, die sich für Innovative Ideen und künstlerisch anspruchsvolle Optik begeistern können, sicherlich einen Blick wert ist.

Es ist besonders die Optik die bei Truffe zu gefallen weiß. Der düstere, an David Lynchs Eraserhead erinnernde Bildstil sorgt für eine dichte, düstere Atmosphäre die allerdings durch die komödiantischen Ansätze teilweise etwas gebrochen wird. Sicherlich war dieser Kontrast beabsichtigt, doch alle, die sich auf eine düstere Geschichte in kunstvollen Bildern gefreut haben, werden dadurch enttäuscht sein. Die Geschichte spitzt sich bis ins absolut Absurde zu und sprüht dabei zwar vor Kreativität, übertreibt es jedoch gleichermaßen mit unbegreiflichem Nonsens der die meisten Zuschauer abschrecken dürfte.

Schauspielerisch gibt es wenig Auffälliges, was aber auch daran liegt, dass hier eigentlich alles passt. Roy Depuis (Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt), der in Kanada schon lange zu einem der bekanntesten Schauspieler des Landes gehört, spielt seine Rolle absolut grandios und verleiht dem Film seine einzige wirklich ausgeprägte Figur. Depuis und Céline Bonnier (Die andere Seite des Mondes) sind übrigens nicht nur im Film, sondern auch privat ein Paar, kein Wunder also, dass man Ihnen ihre Beziehung sofort abnimmt. Was wirklich nicht selbstverständlich ist, denn durch die sehr kurze Spielzeit von nur 73 Minuten fehlt es den meisten Figuren an Profil und so wirken diese nur als Spielbälle in der immer wahnwitziger werdenden Story.

Eine klassische Komödie sollte man nicht erwarten, denn wirklich zu lachen gibt es bei Truffe nicht viel. Lediglich die absurd bescheuerte Entwicklung der Geschichte und diese merkwürdigen "Wuschelkreaturen" (auf die allerdings an dieser Stelle, um nicht zu viel vorweg zu nehmen, nicht näher eingegangen werden soll), samt ihrer doch recht einfachen effekttechnischen Umsetzung, sind in gewisser Weise amüsant. Wer Lynch (Lost Highway) und Cronenberg mag und mal wieder einen komplett innovativen Film sehen will, kann sich Truffe auf jeden Fall ansehen. Alle die jedoch keinen Sinn für ungewöhnliche, sehr eigene experimentelle Filme haben, werden definitiv mit Truffe nicht glücklich.



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